02/02/2026
Wir trauern um Rita Süssmuth, die am 1. Februar 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Ihr Leben war ein kraftvolles Zeugnis dafür, wie viel menschliche Wärme, Mut und politische Weitsicht bewirken können – gerade in Zeiten der Verunsicherung und Ausgrenzung.
Rita Süssmuth war weit mehr als eine Politikerin. Als ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und langjährige Bundestagspräsidentin hat sie sich für ein demokratisches, gerechtes und offenes Gesellschaftsbild eingesetzt. Sie hat Stärke gezeigt, wo andere nur laut waren, und hat Ängste genommen statt geschürt.
In einer Zeit, in der HIV und AIDS mit Vorurteilen und Panik beantwortet wurden, trat sie klar für Aufklärung, Menschlichkeit und Prävention ein und gegen Stigmatisierung – gerade dort, wo Menschen am verletzlichsten waren. Dieses Engagement war nicht nur politisch, sondern zutiefst menschlich: Sie sah Menschen, keine Diagnosen.
Für viele von uns in der Aidshilfe-Bewegung war sie eine Verbündete, eine Stimme, die nicht wegsah, sondern hinschaute. Eine Stimme, die dazu beitrug, dass wir heute über HIV sprechen können ohne Scham, ohne Angst, mit Respekt und Wissen. Diese Haltung hat Leben geschützt und Perspektiven geöffnet.
Rita Süssmuth hat Grenzen überschritten – in der Politik, in der Gesellschaft, im Denken. Sie hat gezeigt, was möglich ist, wenn wir nicht klein denken, sondern groß träumen und mutig handeln. Ihr Wirken wird weiterstrahlen in jedem Einsatz für Gleichberechtigung, Solidarität und Respekt vor jedem einzelnen Menschen.
Wir gedenken Rita Süssmuth in tiefer Dankbarkeit.