08/03/2026
In der modernen Urologie findet derzeit ein digitaler Umbruch statt: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), oft als „Apps auf Rezept“ bezeichnet, ergänzen zunehmend die klassische Therapie in der Praxis.
Was sind DiGA in der Urologie?
DiGA sind zertifizierte Medizinprodukte, die von Ärzten verordnet werden können. Die Kosten werden bei gesetzlich Versicherten vollständig von den Krankenkassen übernommen. In der Urologie schließen diese Anwendungen oft Versorgungslücken bei chronischen oder schambesetzten Erkrankungen.
Die Urologie gilt als Vorreiter bei der Etablierung digitaler Therapien. Zu den wichtigsten Indikationen zählen:
Erektile Dysfunktion (ED): Kranus Edera: Bietet hier ganzheitliche Therapieansätze, die oft über die reine medikamentöse Behandlung hinausgehen, z.B. Verbesserung der physischen Fitness, Gewichtsreduktion, Beendigung von Rauchen, Wichtigkeit der korrekten Blutdruckeinstellung usw.
Prostatakarzinom: Seit Ende 2024 ist mit Apps wie Uroletics die erste uro-onkologische DiGA verfügbar. Sie unterstützt Patienten in der Vor- und Nachsorge, beispielsweise um nach einer Krebs-Operation schneller wieder kontinent zu werden. und bietet einen digitalen PSA-Nachsorgekalender und psychoonkologische Unterstützung
Harninkontinenz (Belastungs- und oder Drangharninkontinenz) Sie basiert auf einer multidisziplinären digitalen Therapie, die unter anderem Beckenbodentraining, Blasen-Reforming und Verhaltensänderungen kombiniert. Die Wichtigkeit der Trinkmengen- und Wasserlass-Protokollierung ist dabei hervorzuheben.
Gutartige Prostatavergrößerung (BPH) / LUTS: Anwendungen zur Behandlung von Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) helfen Patienten, ihre Beschwerden durch gezieltes Training und Monitoring besser zu kontrollieren.
Vorteile für Patienten und Praxen
• Selbstbestimmung: Patienten können ihre Therapie aktiv und zeitlich flexibel von zu Hause aus unterstützen.
• Entlastung der Infrastruktur: Angesichts voller Wartezimmer bieten DiGA eine wertvolle Ergänzung zur ärztlichen Betreuung.
• Evidenzbasierte Qualität: Alle im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelisteten Apps müssen einen positiven Versorgungseffekt nachweisen.
So funktioniert die Verordnung:
Die Verschreibung erfolgt unkompliziert über die Urologischen Praxen über das Muster 16 (Arzneimittelrezept) unter Angabe der entsprechenden Pharmazentralnummer (PZN). Das Rezept ist nach der Ausstellung drei Monate gültig. Nach der Einreichung bei der Krankenkasse erhält der Patient einen Freischaltcode für die jeweilige App.
Ich wünschen ALLEN einen wunderbaren sonnigen und bunten Frühling,
Euer Urologe des Vertrauens im Kreis Kleve, Dr. Harald Voepel