01/02/2026
Wenn Liebe bindet, statt zu verbinden
Ein Vorfall gestern hat mich daran erinnert, wie Frauen als Mütter Männer formen – und sich später vor ihren eigenen Kreationen fürchten.
Als mich zwei polnische Therapeutinnen passiv-aggressiv angriffen, war ich für einen Moment wieder der kleine Junge aus einem männerfeindlichen Frauenhaus.
Sie liebten mich. Vermutlich nicht als Mann, sondern als sicheres Beziehungsobjekt.
Willkommen waren Angepasstheit, Sanftheit, Aufmerksamkeit und Rücksicht. Das trug ich in mir.
Doch da war mehr – und dieses Mehr war unbequem. Gehalten wurde nur das Erwünschte. Alles andere wurde sanft unterdrückt. Nicht durch Härte, sondern durch Stimmung. Bis zum Tod des Männlichen, das sie gleichzeitig liebten und fürchteten.
Ich lernte früh, mich zu regulieren. Nicht, weil ich gefährlich war, sondern aus dem Bedürfnis nach Nähe.
Dieses alte Wissen meldete sich gestern im Körper. Ich schrieb, dass therapeutische Arbeit nicht zwangsläufig ausbrennen muss. Die Reaktion kam nicht als Argument, sondern als Spott: Das klinge eher nach Wellness als nach Wissenschaft. Nicht das Gesagte wurde verhandelt, sondern ich.
Das Muster ist alt. Solange ich sanft, aufmerksam und angepasst bleibe, bin ich willkommen.
Sobald ich verbunden, klar und autonom spreche, funktioniert diese Dynamik nicht mehr. Dann werde ich selbst zum Thema.
Es geht nicht um Argumente, sondern um Kontrolle durch Beziehung. Um Macht aus der Opferrolle. Kein böser Wille – ein erlerntes Muster.
Und heute richtet sich diese Angst gegen Männer, die verbunden sind, nicht bedürftig, vielleicht sogar erfüllt – und sich nicht mehr klein machen.
Solange Angst Beziehung ersetzt, erziehen Frauen Männer und Männer bleiben Jungen: nah genug, um sich nicht zu verlieren, und zu angepasst, um sich je wirklich zu begegnen.