26/10/2025
Ich kann diese geplante Änderung der FEI Blood Rule absolut nicht nachvollziehen – und bin fassungslos, dass so etwas überhaupt ernsthaft diskutiert wird.
Blut am Pferd war bisher eine klare rote Linie. Ein unmissverständliches Signal: Hier wurde eine Grenze überschritten. Das Pferd hat gelitten. Punkt.
Diese Klarheit aufzuweichen ist ein fatales Signal – in jede Richtung.
Es signalisiert Reitern: "Ein bisschen Blut ist verhandelbar."
Es signalisiert der Öffentlichkeit: "Tierschutz ist relativ."
Und es signalisiert denjenigen, die ohnehin schon an der Grenze reiten: "Ihr kommt vermutlich durch."
Genau das ist das Problem.
Denn wer profitiert von Grauzonen? Nicht die verantwortungsvollen Reiter.
Sondern diejenigen, die Ausreden suchen. Die Grenzen austesten. Die das Wohl des Pferdes hinten anstellen.
Mit dieser Regeländerung wird Tierquälerei nicht verhindert – sie wird erleichtert.
Ein blutendes Pferd darf nicht "fit to compete" sein. Niemals.
Es spielt keine Rolle, ob das Blut vom Gebiss, Sporn, Gerte oder "anderen Ursachen" kommt – es zeigt, dass etwas schiefgelaufen ist.
Wenn die FEI wirklich moderne, faire und ethische Standards setzen will, dann geht der Weg nur in eine Richtung: schärfer, nicht weicher.
Ich hoffe inständig, dass diese Änderung im November nicht durchgeht.
Denn das wäre nicht nur ein Rückschritt – es wäre ein Verrat an allem, wofür verantwortungsvoller Reitsport stehen sollte.
Die FEI will die „Blood Rule“ ändern. Und das ist ein Schlag ins Gesicht für den Pferdeschutz.
Bislang galt ein einfaches, faires Prinzip:
Sichtbares Blut am Pferd = sofortige Eliminierung.
Keine Diskussion, keine Grauzone.
Blut bedeutet Schmerz. Und Schmerz bedeutet: Das Pferd hat Priorität – nicht der Sport.
Doch genau das soll sich ändern.
Laut dem finalen Entwurf der neuen FEI-Springregeln 2026 wird künftig nicht mehr automatisch disqualifiziert, wenn ein Pferd Blut zeigt.
Die FEI unterscheidet künftig:
– Blut durch Ausrüstung oder Reiter: nur eine Recorded Warning (Verwarnung), kein Ausschluss.
– Erneuter Verstoß: Geldstrafe (CHF 1.000) und 1 Monat Sperre.
– Blut durch „andere Ursachen“: Wenn der Veterinär das Pferd als „fit to compete“ erklärt – darf es weitermachen.
Diese Entscheidung steht im November auf der Generalversammlung der FEI zur Abstimmung.
(Quellen: World of Showjumping, Horse & Hound, Horses & People)
Und ja – das ist real.
Eine der klarsten Regeln im Pferdesport soll aufgeweicht werden.
Warum das gefährlich ist?
Weil Blut niemals „ein bisschen“ ist.
Es zeigt, dass Gewebe verletzt wurde – durch Druck, Reibung, Reiterhand oder Ausrüstung.
Egal, wie klein der Tropfen: Ein Tier, das blutet, hat bereits gelitten.
Diese Änderung mag als „differenzierter“ verkauft werden.
In Wahrheit ist sie ein Rückschritt.
Sie verschiebt Verantwortung, sie verharmlost Symptome – und sie gefährdet das Vertrauen in unseren Sport.
Wenn Blut verhandelbar wird, ist auch Ethik verhandelbar.
Und dann verlieren am Ende alle – vor allem das Pferd.
Blut ist keine Bagatelle.
Blut ist ein Stoppsignal.
Und das darf niemals zur Verhandlungssache werden. Wie siehst du das?