18/03/2026
EGOZENTRIERUNG
Ich weiß, dass es sich vielleicht vollkommen absurd, unfair oder sogar lächerlich anhören kann, wenn ausgerechnet dir jemand vorwirft, du seist ichbezogen oder egoistisch.
Denn du bist doch der oder diejenige, die sich ständig Gedanken über andere macht.
Die den Raum „liest“, Stimmungen wahrnimmt und sofort merkt, wenn sich etwas verändert.
Die empathisch ist, aufmerksam, sensibel – und oft bereit, sich um das Wohlergehen anderer zu kümmern.
Wie könntest ausgerechnet du egoistisch sein?
Aber die Frage ist doch: Kümmerst du dich um die anderen aus reiner Nächstenliebe – oder vielleicht auch deshalb, damit du dich gut, liebenswert und sicher fühlen kannst? Und ist diese Form der Fürsorge für dein Gegenüber überhaupt erwünscht?
Nicht selten entsteht dieses Verhalten aus einem Nervensystem, das gelernt hat:
Ich kann nur dann entspannen, wenn ich weiß, was los ist.
Wenn du früh gelernt hast, die Stimmung in deiner Umgebung genau wahrzunehmen, dann meist deshalb, weil dein Gefühl von Sicherheit davon abhing. Vielleicht hast du dich schon als Kind verantwortlich gefühlt für die Atmosphäre zu Hause. Für das Wohlergehen anderer. Für Spannungen, Konflikte oder unausgesprochene Erwartungen.
Dein Nervensystem hat gelernt:
Ich muss aufmerksam sein.
Ich muss spüren, was die anderen fühlen.
Ich muss reagieren.
Und genau deshalb fällt es dir heute schwer, einfach bei dir zu bleiben.
Wenn Menschen nicht so mit dir kommunizieren, wie du es brauchst, oder wenn es ihnen vermeintlich schlecht geht, entsteht schnell ein Gefühl von Unsicherheit und Anspannung. Und du fühlst dich verantwortlich.
Darauf reagiert dein Nervensystem meist auf zwei Arten:
Du beginnst zu überlegen, was an dir falsch ist und warum du nicht liebenswert oder attraktiv genug bist.
Oder du fragst dich, wie du den anderen retten oder verändern könntest, damit alles wieder gut, harmonisch und sicher ist.
Dabei geht es vielleicht gar nicht immer um dich.
Denn für dein Gegenüber fühlt sich das, was du als Empathie, Zugewandtheit oder aufrichtiges Interesse bezeichnest, oft eher übergriffig oder zumindest unangenehm an – als würde man ständig auf einem OP-Tisch liegen und auf Herz und Nieren geprüft werden, damit jeder noch so kleine Makel an die Oberfläche gezerrt und beseitigt werden kann.
Und das letztendlich, damit du dich sicher fühlen kannst.
Mal ganz davon abgesehen, dass wir anderen Menschen manchmal auch unser eigenes Entwicklungstempo aufdrängen. Vielleicht bist du in deiner persönlichen Entwicklung bereits weiter oder schneller unterwegs als dein Gegenüber. Wenn wir dann Themen beleuchten oder verändern wollen, für die der andere innerlich noch gar nicht bereit ist, entsteht häufig Druck statt Entwicklung.
Nicht selten führt das sogar dazu, dass Menschen sich eher verschließen oder in ihrer eigenen Entwicklung gebremst werden. Denn echte Veränderung entsteht meist erst dann, wenn jemand selbst bereit ist, sich seinen Themen zuzuwenden.
Und genau hier beginnt für uns eine Entwicklungschance:
zu lernen, dass nicht jede Stimmung etwas mit dir zu tun hat,
dass du nicht für alles verantwortlich bist
und dass echte Verbindung erst dort entsteht, wo auch du dich selbst wieder spüren und liebevoll annehmen darfst.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied darin, Themen liebevoll und engagiert anzusprechen, um Teil einer erfüllenden und authentischen Beziehung sein zu können – oder ob man seinen Fokus konstant darauf ausrichtet, jeden Makel zu beleuchten und zu eliminieren, um sich selbst sicher fühlen zu können.
Mehr sein lassen. Mehr Selbstliebe und eigene innere Sicherheit kultivieren.
Das ist oft das liebevollste, was wir für uns selbst – und für andere – tun können.
Gemeinsam für befreite Zeiten
Janina Freynhagen
www.befreyung.com
EGOZENTRIERUNG
Ich weiß, dass es sich vielleicht vollkommen absurd, unfair oder sogar lächerlich anhören kann, wenn ausgerechnet dir jemand vorwirft, du seist ichbezogen oder egoistisch.
Denn du bist doch der oder diejenige, die sich ständig Gedanken über andere macht.
Die den Raum „liest“, Stimmungen wahrnimmt und sofort merkt, wenn sich etwas verändert.
Die empathisch ist, aufmerksam, sensibel – und oft bereit, sich um das Wohlergehen anderer zu kümmern.
Wie könntest ausgerechnet du egoistisch sein?
Aber die Frage ist doch: Kümmerst du dich um die anderen aus reiner Nächstenliebe – oder vielleicht auch deshalb, damit du dich gut, liebenswert und sicher fühlen kannst? Und ist diese Form der Fürsorge für dein Gegenüber überhaupt erwünscht?
Nicht selten entsteht dieses Verhalten aus einem Nervensystem, das gelernt hat:
Ich kann nur dann entspannen, wenn ich weiß, was los ist.
Wenn du früh gelernt hast, die Stimmung in deiner Umgebung genau wahrzunehmen, dann meist deshalb, weil dein Gefühl von Sicherheit davon abhing. Vielleicht hast du dich schon als Kind verantwortlich gefühlt für die Atmosphäre zu Hause. Für das Wohlergehen anderer. Für Spannungen, Konflikte oder unausgesprochene Erwartungen.
Dein Nervensystem hat gelernt:
Ich muss aufmerksam sein.
Ich muss spüren, was die anderen fühlen.
Ich muss reagieren.
Und genau deshalb fällt es dir heute schwer, einfach bei dir zu bleiben.
Wenn Menschen nicht so mit dir kommunizieren, wie du es brauchst, oder wenn es ihnen vermeintlich schlecht geht, entsteht schnell ein Gefühl von Unsicherheit und Anspannung. Und du fühlst dich verantwortlich.
Darauf reagiert dein Nervensystem meist auf zwei Arten:
Du beginnst zu überlegen, was an dir falsch ist und warum du nicht liebenswert oder attraktiv genug bist.
Oder du fragst dich, wie du den anderen retten oder verändern könntest, damit alles wieder gut, harmonisch und sicher ist.
Dabei geht es vielleicht gar nicht immer um dich.
Denn für dein Gegenüber fühlt sich das, was du als Empathie, Zugewandtheit oder aufrichtiges Interesse bezeichnest, oft eher übergriffig oder zumindest unangenehm an – als würde man ständig auf einem OP-Tisch liegen und auf Herz und Nieren geprüft werden, damit jeder noch so kleine Makel an die Oberfläche gezerrt und beseitigt werden kann.
Und das letztendlich, damit du dich sicher fühlen kannst.
Mal ganz davon abgesehen, dass wir anderen Menschen manchmal auch unser eigenes Entwicklungstempo aufdrängen. Vielleicht bist du in deiner persönlichen Entwicklung bereits weiter oder schneller unterwegs als dein Gegenüber. Wenn wir dann Themen beleuchten oder verändern wollen, für die der andere innerlich noch gar nicht bereit ist, entsteht häufig Druck statt Entwicklung.
Nicht selten führt das sogar dazu, dass Menschen sich eher verschließen oder in ihrer eigenen Entwicklung gebremst werden. Denn echte Veränderung entsteht meist erst dann, wenn jemand selbst bereit ist, sich seinen Themen zuzuwenden.
Und genau hier beginnt für uns eine Entwicklungschance:
zu lernen, dass nicht jede Stimmung etwas mit dir zu tun hat,
dass du nicht für alles verantwortlich bist
und dass echte Verbindung erst dort entsteht, wo auch du dich selbst wieder spüren und liebevoll annehmen darfst.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied darin, Themen liebevoll und engagiert anzusprechen, um Teil einer erfüllenden und authentischen Beziehung sein zu können – oder ob man seinen Fokus konstant darauf ausrichtet, jeden Makel zu beleuchten und zu eliminieren, um sich selbst sicher fühlen zu können.
Mehr sein lassen. Mehr Selbstliebe und eigene innere Sicherheit kultivieren.
Das ist oft das liebevollste, was wir für uns selbst – und für andere – tun können.
Gemeinsam für befreite Zeiten
Janina Freynhagen
Ps. In den nächsten 1-2 Wochen wird es dann auch hoffentlich endlich mein zweites Buch geben. Mit gesammelten Texten der letzten zwei Jahre. Und mit ganz viel Glück das erste, in wesentlich günstiger- so zumindest der Plan. 🙏🤞✊
Bitte mal Daumen drücken.