24/12/2025
Heiligabend im Krankenhaus – drei Stimmen, ein Dienst.
Während viele Familien heute den Tisch weihnachtlich decken, Kerzen anzünden und Geschenke vorbereiten, läuft im Uniklinikum Dresden der Alltag weiter. Auch an Heiligabend wird hier gearbeitet – eigentlich wie immer, aber an diesem Tag mit einem besonderen Verantwortungsbewusstsein, konzentriert und mit vollem Einsatz. Drei Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen haben uns erzählt, was dieser Tag für sie bedeutet.
Manuela Johne beginnt als Reinigungskraft an diesem Tag sehr zeitig: „Gerade heute bedeutet es noch ein bisschen mehr, wenn alles sauber und ordentlich ist.“, sagt sie. Für viele Patientinnen und Patienten sei das Krankenhaus an Weihnachten kein freiwilliger Ort. „Es ist vielleicht ein wenig ruhiger als sonst, aber vor allem ist es schön zu wissen, dass man auch an diesem Tag hier zusammen ist und unsere Arbeit geschätzt wird.“ Manchmal bekomme sie ein kleines Dankeschön oder ein Lächeln – kleine Gesten, die an diesem Tag besonders viel bedeuten.
Auf der Kinderintensivstation haben wir Emma Schlacht getroffen. Sie hat auch am 24.12. gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen einen wachsamen Blick auf die Versorgung der Frühchen auf der Station. „Für die Eltern der kleinen Frühchen ist diese Zeit schwer – vor allem, wenn zuhause noch weitere Kinder auf sie warten. Deshalb versuchen wir, ihnen diese Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Das spürt man dann auch im Team: Man merkt, dass man hier etwas Gutes tut und etwas bewirkt.“, sagt sie.
Auch für Dr. Martin Mirus, Arzt auf der ANE-ITS (anästhesiologische Intensivstation), ist der 24. Dezember ein Arbeitstag. „Man weiß selbst, wo man zu Weihnachten am liebsten wäre: zuhause und gesund. Für die Patientinnen und Patienten hier ist das nicht möglich. Das schafft ein besonderes Verantwortungsgefühl ihnen gegenüber, das sich auch bei allen Kolleginnen und Kollegen widerspiegelt – nicht nur zu dieser Zeit, aber an Weihnachten ganz besonders“. Im Team spüre man an Heiligabend besonders den Zusammenhalt. Auch wenn es für viele ein langer Tag ist - zwischendurch bleibe auch mal ein kurzer Moment zum Innehalten.
Was alle drei verbindet: das Bewusstsein, gebraucht zu werden. Weihnachten im Krankenhaus ist am Ende vielleicht ein Tag wie jeder andere, aber einer mit besonders viel Mitgefühl, stiller Nähe und dem Gefühl für Patientinnen und Patienten in dieser Zeit da sein zu können