07/07/2023
Hochsensibilität und die FEINEN SINNE
🕊️
Viele hochsensible Personen haben stark ausgeprägte "feine" Sinne.
Diese Sinne umschließen das Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, das taktile Erleben sowie Gefühle und Intuition.
Eine AUSGEPRÄGTE Wahrnehmung bezieht sich dabei meistens auf maximal zwei bis drei dieser Sinne.
Werden die Sinne häufig überreizt, kann eine solche Überreizung zu
Energieverlust und Müdigkeit,
zu Gefühlsschwankungen,
schwitzen und Übelkeit,
zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten,
zu Verspannung und Schmerzen, Verdauungsproblemen,
Allergien und Hautreaktionen, Atemproblemen und Asthma oder einer verstärkten Infektanfälligkeit führen.
Nicht immer ist dem hochsensiblen Menschen selbst oder seinen Mitmenschen klar, dass die Ursache der oben genannten möglichen Auswirkungen, beispielsweise in einer Überreizung der Sinne zu finden sein könnten.
Für den hochsensiblen Menschen selbst kann es also hilfreich sein, sich einmal damit auseinanderzusetzen, ob evtl. eine Überreizung bestimmter Sinne Auslöser für bestimmtes Unwohlsein sein könnte.
Für die Mitmenschen hochsensibler Menschen wiederum kann es wichtig sein wahrzunehmen, dass viele hochsensible Menschen manche Dinge sehr viel ausgeprägter und stärker wahrnehmen als sie selbst und diese ausgeprägte Wahrnehmung tatsächlich auch bestimmte Verhaltensweisen, körperliche- oder emotionale Beschwerden nach sich ziehen kann.
Gerade für normalsensible Menschen ist es oft schwierig, den hochsensiblen Menschen mit seinem stark ausgeprägten Erleben zu verstehen, da sie selbst ja bei der gleichen Voraussetzung, ganz anders empfinden würden.
Aus der Unterschiedlichkeit der Empfindungen heraus entstehen dann im Alltag häufig Ungehaltenheit, Unglaube, Ungeduld, Vorwürfe oder auch Ärger.
Ein kleines Beispiel aus dem Alltag...
Im Alltag kann eine Familie, beispielsweise mit einem hochsensiblen Kind, bei dem das taktile Empfinden stark ausgeprägt ist, am Morgen schnell an ihre Grenzen kommen.
Oft muss es gerade im Alltag morgens schnell gehen.
Die Familie mit dem hochsensiblen Kind, muss natürlich ebenso wie alle anderen Familien auch, morgens pünktlich aus dem Haus, um zur Schule, zum Kindergarten, zur Arbeit und so weiter zu gelangen.
Wenn das hochsensible Kind beispielsweise bei der Auswahl der Kleidung jedoch darauf beharrt, dass alles Vorgeschlagene an Kleidung kratzt, obwohl die normalsensiblen Eltern bei der Auswahl der Kleidung extra schon auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen sind und Baumwolle und andere weiche Stoffe gewählt haben, sind Konflikte vorprogrammiert.
Bei den Eltern ist ein mögliches Unverständnis nachvollziehbar, denn aus ihrer Sicht ist in diesem Beispiel ja schon extra auf eine weiche Qualität der Kleidung geachtet worden und kaum nachvollziehbar, dass diese weiche Kleidung immer noch kratzen soll.
Das Kind selbst kommt unter Druck, da zum einen tatsächlich das Empfinden da ist, dass die Kleidung unangenehm auf der Haut ist und es zusätzlich auch noch den Zeitdruck und das Unverständnis der Eltern wahrnimmt.
Ein extrovertiertes hochsensibles Kind reagiert jetzt vielleicht mit Aggression, Wut und Verweigerung, ein introvertiertes Kind wird vielleicht die dargebotene Kleidung anziehen, um keine Probleme zu machen oder weinen und sich zurückziehen.
Beide Kinder jedoch kommen an ihre Grenzen, zum einen durch die Überreizung des taktilen Erlebens, zum anderen aber auch dadurch, dass sie an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln, weil ihr Empfinden nicht verstanden, nachvollzogen bzw. gespiegelt wird.
Innerer Stress entsteht.
Damit aus solchen oder auch weiteren Alltagssituationen kein Dauerstresszustand wird und die Kinder durch ihre feinen Sinne in eine Überreizung gelangen, ist es vor allem für normalsensible Eltern wichtig anzuerkennen, dass die Bedürfnisse und Empfindungen ECHT sind und KEIN Mittel zum Zweck!
Ist es wichtig, dass subjektive Empfinden oder auch Schmerzempfinden zu respektieren und niemals daran zu zweifeln, denn viele hochsensible Menschen haben ein viel stärkeres (Schmerz)-Empfinden und die Schmerzen bzw, das Unwohlsein sind für sie in dem Moment real.
Vergleiche sind deshalb kontraproduktiv.
Im Miteinander von normalsensiblen und hochsensiblen Personen ist es also wichtig, die Unterschiedlichkeiten der Empfindungen wahrzunehmen und anzunehmen.
Ein Verständnis für sich selbst sowie auch füreinander, tut allen gut und bereitet einen guten Boden, um Lösungen für bestimmte Herausforderungen, bzw auch Auslöser für eventuelle Beschwerden, zu finden.
© Loubins Way