10/03/2026
Sag mal, kennst du dieses leise Gefühl von Groll, das hochkommt, wenn du mal wieder für alle die Welt gerettet hast, aber am Ende des Tages niemand fragt, wie es DIR eigentlich geht?
Wir Frauen sind oft darauf trainiert, die Gebenden zu sein. Wir halten den Laden zusammen, wir sind die emotionalen Staubsauger der Familie und wir wissen immer, wo der Schuh drückt. Wir verkaufen uns das selbst als „großes Herz“ oder „besondere Empathie“. Aber wenn wir ehrlich sind und tief in die systemische Trickkiste schauen, steckt da oft noch etwas anderes dahinter.
Dauer-Geben ist nämlich auch eine Form von Kontrolle.
Solange du diejenige bist, die gibt, behältst du die Fäden in der Hand. Du bist die Starke, die Unkaputtbare, die Retterin. Das fühlt sich sicher an, weil du dich so niemals verletzlich machen musst. Aber genau hier liegt die Falle: Auf einem Podest ist es verdammt einsam.
Wenn du deinem Partner, deinen Kindern oder deinen Freunden den Raum nimmst, selbst kompetent zu sein oder dir mal etwas zurückzugeben, zerstörst du die Augenhöhe. Du machst aus deinem Gegenüber einen ewigen Schuldner. Und nichts ist für eine Beziehung toxischer als ein dauerhaftes Ungleichgewicht beim Geben und Nehmen. Menschen, die nicht zurückgeben dürfen, fühlen sich irgendwann klein und wertlos – und ziehen sich zurück, um ihre Würde zu schützen.
Echte Verbindung passiert erst dann, wenn du den Heldenmantel mal an die Garderobe hängst. Wenn du das Risiko eingehst, zu sagen: „Ich kann gerade nicht mehr. Ich brauche deine Hilfe.“ Das ist der Moment, in dem der andere groß werden darf.
Traust du dich, das Zepter mal aus der Hand zu legen und auszuhalten, dass du mal NICHT die Lösung für alle bist? Schreib mir mal: Triggert dich das Wort „Überlegenheit“ oder merkst du beim Lesen, dass da ein Funke Wahrheit drinsteckt? Ich bin gespannt auf eure Gedanken in den Kommentaren.
Deine Tanja💜