11/07/2018
Lieber Peter,
wie versprochen möchte ich dir jetzt, nach dem Ironman Frankfurt, ein paar Zeilen zu meinen Erfahrungen bezüglich deiner Neupositionierung von mir auf der Zeitfahrmaschine schreiben.
Ich betreibe Triathlon inzwischen seit ca. 10 Jahren und fahre derzeit meine dritte Zeitfahrmaschine. Weil ich mich auf Rad 1 (Scott Plasma) nicht wirklich wohl gefühlt habe, habe ich dieses Rad nach kurzer Zeit wieder verkauft und mir entsprechend ein neues Rad (Focus Izalco) zugelegt. Mit diesem zweiten Rad habe ich dann auch ein Bike Fitting in Freiburg machen lassen. Aber auch nach diesem Bike Fitting fühlte ich mich nicht wirklich wohl auf dem Rad und hatte nach wie vor Rückenschmerzen. Ich nahm an, dass diese Schmerzen ebenfalls durch eine falsche Geometrie des Rades entstanden sind. Weil ich mir nicht anders zu helfen wusste, entschied ich mich dann vor ca. 2 Jahren erneut dazu eine neue Zeitfahrmaschine (Merida Time Warp TT) zu kaufen. Zu Beginn fühlte ich mich eigentlich ganz wohl auf dem neuen Rad, doch auch hier kamen nach kurzer Zeit meine Rückenschmerzen zurück, so dass ich mehr mit dem Rennrad trainierte als mit der Zeitfahrmaschine. Wenn ich dann doch mit der Zeitfahrmaschine unterwegs war, hatte ich immer Werkzeug dabei und versuchte auf eigene Faust meine Position auf dem Rad zu optimieren (Sattel hoch, Sattel runter, Sattel vor, Sattel zurück usw. usw.) was leider nicht den gewünschten Erfolg brachte. Im April 2018 waren die Schmerzen dann so unerträglich, dass ich spätestens nach 70km vom Rad steigen musste und verschiedene Dehn- und Lockerungsübungen machen musste, um überhaupt wieder weiterfahren zu können.
Ich erinnerte mich daran, dass du mich mal beim Kauf von neuen Radschuhen beraten hast und schon beim Anschauen von meinen alten Radschuhen eine grobe Fehleinstellung der Cleats festgestellt hast. Daher wusste ich auch, dass du im Bereich der Sitzpositionsanalyse/Sitzpositionsoptimierung bzw. Bike Fittings (wie auch immer man das nennen möchte) tätig bist. Ich machte mich also im Internet, als auch durch die Befragung von Freunden auf die Suche und stieß dabei auf das Gesundheitszentrum Feldberg. Über das Internet buchte ich dann einen Termin für eine Profi Radvermessung.
Was ich an dieser Stelle noch erwähnen möchte ist, dass die Rückenschmerzen nicht meine einzigen Beschwerden waren. Auch in der Gesäßmuskulatur und in den Oberschenkeln hatte ich mit jedem Kilometer mehr auf dem Rad immer stärkere Schmerzen und bekam einfach keinen ordentlichen Druck auf die Pedale.
Als es dann soweit war, wurde ich von dir in den Räumen des Gesundheitszentrum Feldberg in Neustadt sehr freundlich empfangen und wir machten uns sofort an die Arbeit. Du wolltest von mir ganz genau wissen, wo meine Beschwerden liegen und hast dich auch ausführlich über meine Vorgeschichte informiert.
Auf dem Rad hast du dann nach ein paar Handgriffen sofort analysiert, dass mein Sattel viel zu hoch und zu weit hinten positioniert war. Stück für Stück haben wir uns dann einer Position angenähert, bei der die Verspannungen in Rücken und Oberschenkeln nicht mehr vorhanden waren. Ich verspürte eine sofortige Veränderung. Bei jeder Veränderung hast du mir immer verständlich erklärt, was diese Veränderung für Auswirkungen hat. Das war klasse.
Eine anschließende Satteldruckmessung bestätigte, dass ich keinerlei ungewöhnliche Druckpunkte hatte und der Druck absolut gleichmäßig auf dem Sattel verteilt wird.
Während des gesamten Einstellungsprozesses hatte ich übrigens das Gefühl, dass wir Hand in Hand arbeiteten. Zu keiner Zeit wurde mir das Gefühl vermittelt ein Athlet unter vielen zu sein. Alles war sehr individuell und äußerst kompetent auf mich zugeschnitten.
Weiterhin hast du festgestellt, dass meine Handgelenke bedingt durch die flachen Extensions unter Spannung standen. Ich besorgte daraufhin andere Extensions, welche du mir in einem weiteren Termin montiert und eingestellt hast.
Schon nach den ersten Trainingskilometern in der neuen Sitzposition konnte ich gravierende Verbesserungen feststellen. Die Rückenschmerzen waren quasi nicht mehr vorhanden und ich hatte endlich das Gefühl, dass der Druck aus den Beinen auch auf den Pedalen ankommt und nicht irgendwo im Nirvana verpufft. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Fortan hast du mindestens 2x wöchentlich Verbindung zu mir aufgenommen und wolltest wissen, wie es mir mit der neuen Position im Training geht.
Übrigens: Ich hätte nicht erwartet, dass eine um ein paar Zentimeter geänderte Sitzposition solch enorme Auswirkungen hat. Man gibt tausende von Euros für das Material aus aber bei ein paar Kröten für eine ordentliche Radvermessung spart man.
In den folgenden Trainingseinheiten hatte ich durchweg ein gutes Gefühl und bin voller Zuversicht am 08.07.2018 beim Ironman Frankfurt gestartet.
Nach den 3,8km schwimmen stieg ich motiviert und guter Dinge aufs Rad. Doch schon nach kurzer Zeit bemerkte ich starke Schmerzen in beiden Gesäßhälften und mein rechter Fuß war komplett taub. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit sank von anfänglichen 35km/h auf 30,5km/h ab und bei Kilometer 114km hielt ich die Schmerzen nicht mehr aus und musste eine Pause einlegen. Ich versuchte mich zu Dehnen und zu lockern. Aufgeben war jedoch keine Option für mich. Ich stieg wieder aufs Rad und schüttelte bei sämtliche Abfahrten meine Beine aus und rettete mich nach 185km in 06:01Stungen in die Wechselzone. Der Anschließende Marathon war dann natürlich kein Zuckerschlecken mehr. Meine erhoffte Gesamtzeit von unter 10 Stunden war in weiter Ferne gerückt. Zum Schluss standen 10:57Stunden auf der Uhr.
Noch am Sonntag (08.07.2018) hast du dich bei mir erkundigt wie es mir beim Ironman Frankfurt ergangen ist. Was wieder einmal mehr zeigt, was es bedeutet eine Profi Radvermessung von dir zu erhalten. Es ist eben nicht ein einziger 2 Stunden Termin der abgearbeitet wird und nach dem man alleine gelassen wird. Nein, deine Betreuung geht weit über das gewöhnliche Maß hinaus und ist mehr als professionell.
Noch ein Wort zu den Schmerzen in meiner Gesäßmuskulatur:
Schon seit über einem Jahr renne ich wegen diesen Beschwerden von einem Orthopäden zum anderen, war bei Physiotherapeuten und beim Osteopath. Beim einen habe ich eine Knochenhautentzündung, der nächste diagnostizierte ein Piriformis-Syndrom und einer meinte ich habe eine Blockade im Iliosakralgelenk.
Ich weiß selbst nicht mehr was ich glauben soll.
Jedoch eins steht fest: Die Veränderung meiner Sitzposition auf der Zeitfahrmaschine haben bewirkt, dass ich keine Rückenschmerzen mehr habe!!!
Und jetzt kommt der Hammer. Erhalte ich nach dem Ironman Frankfurt eine WhatsApp von dir mit folgendem Inhalt:
„Wenn Hilfe brauchst egal welcher Art bin zur Stelle“
Peter das ist unglaublich. Man merkt, dass du mit Leib und Seele deine Arbeit machst, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Was du da machst geht weit über das „Normale“ hinaus.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir und werde dich bestimmt auf dem Laufenden halten was meine Beschwerden betrifft und wie ich diese in den Griff bekommen werde. Würde mich freuen wenn wir weiterhin in Kontakt blieben und gemeinsam noch weiter an meiner Sitzposition arbeiten könnten (falls es da noch was zu optimieren gibt ).
Und wie sagt man so schön: Nach dem Ironman ist vor dem Ironman!
Irgendwann knacke ich die 10Stunden.
Viele liebe Grüße
Christian