01/04/2026
Nicht selten beschreiben Frauen mir das Gefühl, als wäre ihr Nervenkostüm zu dünn geworden, als würden die Nerven blank liegen und jede Kleinigkeit zu viel sein.
Aus osteopathischer Sicht ist das nicht nur eine Metapher, sondern dieses innere Anspannung zeigt sich tatsächlich im Gewebe, im Nervensystem und in den Strukturen, die es umgeben und schützen.
Wenn der Körper über längere Zeit in einem Zustand von innerem Halten bleibt, wenn wir uns zu sehr anpassen, zurücknehmen, unsere Impulse unterdrücken oder nicht wirklich ausdrücken, entsteht eine kontinuierliche Spannung im gesamten System, die sich über Faszien, Muskulatur und auch über die Hüllen des Nervensystems, wie die Dura mater, die Gehirn-und Rückenmarkshaut, fortsetzt und dort eine Art dauerhaften Zug erzeugt.
Diese Spannung nimmt dem Körper nach und nach seine Elastizität, die Wirbelsäule verliert an Beweglichkeit, das Becken beginnt zu halten, der Atem wird flacher, und das Nervensystem bleibt in einer erhöhten Grundaktivierung, sodass selbst kleine Reize intensiver wahrgenommen werden und schneller zu Überforderung führen können.
In diesem Zustand fühlen wir uns oft reizbarer, empfindlicher, weniger belastbar, ohne wirklich zu verstehen, dass unserem System die Weite, die Beweglichkeit und die Regulation fehlt, um wieder in ein Gleichgewicht zu finden.
Wir suchen nach Release. Aber dieses tiefe System muss verstanden und gefühlt werden, um wirkliche Entspannung in diesen tiefen Schichten zu erreichen.
Und genau hier beginnt die eigentliche Arbeit:
indem wir dem Körper wieder Raum geben, tiefsitzende Spannung lösen, feine Bewegung zurückbringen, den Atem vertiefen und dadurch das Nervensystem Schritt für Schritt aus diesem inneren Zug herausführen, können wieder mehr Ruhe, Stabilität und Lebendigkeit entstehen.
Ein leibhaftiger Prozess.
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