16/06/2022
Fesselträger-schonendes Arbeiten des jungen Pferdes
Wieso sollte man bei jungen Pferden im Bezug auf das Training immer den Fesselträger im Hinterkopf behalten?
Ja, die meisten Reiter verbinden mit Fesselträgern langwierige Verletzungen und lange Pausenzeiten beim Reitpferd.
Aber wie kann man in jungen Jahren dem Fesselträger was Gutes tun?
Der Fesselträger entspringt an der Rückseite des Röhrbeins und läuft mit seinen Schenkeln über die Gleichbeine, an der Innen- und Außenseite des Kronbeins auf die Beinvorderseite, wo er auf der Vorderseite des Hufbeins ansetzt.
Der obere Anteil des Fesselträgers, der am Röhrbein liegt, ist ursprünglich eine Muskelstruktur, die sich während des Wachstums des Pferdes in eine sehnige Bandstruktur umwandelt.
Diese Bandstruktur ist, wenn sie vollständig ausgereift ist, in der Lage, den Fesselgelenksbereich dynamisch zu stützen. Das heißt, wenn der Huf auffußt, federt der Fesselkopf in Richtung Boden und wird dabei dynamisch vom Fesselträger gehalten. Außerdem wird ein zu starkes Durchfedern in Richtung Boden verhindert.
Man kann sich vorstellen, dass die sehnigen Strukturen für diese Aufgabe sehr stark und reißfest, aber auch elastisch (Therapeuten sprechen auch von fest-elastisch) sein müssen.
Und wie bildet sich der ursprüngliche Muskel optimal in diese Richtung aus?
Ganz viel Schritt als junges Pferd ist wichtig! Denn im Schritt als schwunglose Gangart finden wir keine Schwebephase. Somit wird der Fesselträger nicht übermäßig belastet und kann sich in seiner Funktion ausbilden und stabil werden. Dies sollte mit ca. 4 Jahren der Fall sein.
Und woran kann man erkennen, ob der Fesselträger schon gut ausgebildet ist?
Darüber gibt die Durchtrittigkeit in den Fesselgelenken Aufschluss.
Sollte das Pferd noch sehr weich und durchtrittig sein, lohnt es sich in jedem Fall, noch nicht zu reiten und das Pferd viel im Schritt zu führen. ✌🏽
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