23/03/2026
Wie schlecht es den Apotheken geht, ist längst kein Insiderwissen mehr; die wirtschaftliche Not ist dokumentiert, statistisch belegt, öffentlich diskutiert. Die Politik ist sich im Klaren, dass ohne eine schnelle und nachhaltige Apothekenstärkung das Versorgungsnetz reißt, weil immer mehr Betriebe in die Knie gehen.
Dass aus dieser Erkenntnis auch die notwendigen Taten folgen, ist zumindest beim Honorar noch nirgends verbindlich festgelegt. Es gibt zwar Beteuerungen, dass die versprochenen 9,50 Euro bald in einer eigenen Verordnung geregelt werden sollen, parallel zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Ob sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) mit ihrem Kurs durchsetzen kann, ist aber noch offen – und die Zeit drängt, denn das ApoVWG soll in gut vier Wochen vom Bundestag beschlossen werden.
Jetzt gilt es also, sichtbar zu sein, Schmerzpunkte zu benennen, klare Forderungen zu stellen. Mit Nachdruck rufen die Kammern und Verbände zur Teilnahme an den Protesten am 23. März auf, mahnen die Teams, diese Chance geschlossen zu nutzen – denn womöglich ist es die letzte, bevor die Reform endgültig beschlossen wird.
Eine Welt ohne Apotheken ist für viele kaum vorstellbar – am 23. März soll es aber zumindest stundenweise so sein, wenn möglichst viele Apotheken ihre Türen aus Protest schließen und die Versorgung nur über den Notdienst gesichert ist. Dass die Politik hier teils querschießt, lässt tief blicken; in Baden-Württemberg konnte das Sozialministerium keinen „berechtigten Grund“ für Apothekenschließungen erkennen. Am Ende dürfte es zwar nur Konsequenzen für die Apotheken geben, wenn sich jemand aktiv beschwert. Das Ministerium argumentierte aber, dass die Menschen doch versorgt werden müssten.
Eben. Dafür gibt es die Proteste am 23. März. Bitte hingehen.
Cornelia Dölger
Redakteurin Politik & Wirtschaft