28/11/2025
Sehr interessant und erklärt warum Kinder oft den September als 7. Monat sehen wenn sie die Monate lernen. 🔑🕰️
DIE GESTOHLENE ZEIT – VON 13 ZU 12 MONATEN
Stell dir vor, du wachst eines Tages auf und merkst, dass die Zeit, die du jeden Tag lebst, gar nicht echt ist. Nicht die Stunden auf der Uhr, nicht die Wochen, nicht einmal die Monate. Alles wurde irgendwann verschoben, gekürzt und neu geordnet… nicht, weil die Natur es so wollte, sondern weil Menschen es so entschieden.
Ganz am Anfang war der Himmel der einzige Kalender. Menschen schauten nach oben und sahen, wie der Mond zunahm und wieder verschwand. Jede dieser Runden dauerte knapp 28 Tage, und dreizehn solcher Runden füllten das Jahr fast exakt. Dieser Rhythmus war nicht nur ein astronomischer, er war auch biologisch -> Frauenzyklen, Gezeiten, Schlafmuster - alles schwang mit in diesem 13-Monde-Takt. Ein Jahr hatte damit 13 Monate, und am Ende blieb ein einzelner Tag übrig, ein freier Tag außerhalb der Zeit.
Doch dieser natürliche Kalender hatte einen großen Nachteil, er ließ den Menschen frei. Man lebte im Einklang mit dem Mond, nicht mit einem Kaiser oder einem Priester. Und genau das wurde zum Problem.
Als die Römer ihre Macht ausbauten, griffen sie auch nach der Zeit. Julius Caesar führte 46 v. Chr. den julianischen Kalender ein. Er schnitt den Rhythmus in zwölf Teile und drückte seinen eigenen Namen hinein: Juli. Später tat Augustus dasselbe mit dem August. Die Zeit selbst wurde zum Denkmal für Herrschaft. Es war ein genialer Schachzug -> Wer die Zeit bestimmt, bestimmt auch das Leben.
Doch dabei blieb es nicht. Jahrhunderte später verfeinerte die Kirche das System noch einmal, mit dem gregorianischen Kalender von 1582. Damit waren nicht nur die Monate neu gesetzt, auch die Feiertage, die Erntezyklen und die Abgaben liefen fortan nach einem Takt, der nichts mehr mit dem Mond zu tun hatte. Die Jahreszeiten verschoben sich, alte Feste wurden überlagert, und das Volk tanzte nicht mehr zum Rhythmus der Natur, sondern zum Metronom der Macht.
Dass dieser Schnitt kein Zufall war, erkennt man bis heute an den Namen der Monate.
-> September heißt eigentlich „der Siebte“, ist aber der neunte Monat.
-> Oktober bedeutet „der Achte“, steht aber an zehnter Stelle.
-> November („der Neunte“) ist der elfte,
-> Dezember („der Zehnte“) der zwölfte.
Die Verschiebung ist offensichtlich – und sie wirkt wie ein eingebautes Programm der Verwirrung.
Warum also dieser Umbau?
Die Antwort ist simpel -> Kontrolle.
Mit zwölf ungleichen Monaten änderte sich alles. Zeit wurde kompliziert. Aus klaren 13 × 28 Tagen wurde ein Flickenteppich aus 30, 31 und 28 Tagen. Niemand konnte mehr ohne Kalender rechnen. Das Volk war abhängig von Priestern, Beamten und Herrschern, die erklärten, wann welches Fest oder welche Steuer fällig war.
Zeit wurde entkoppelt von der Natur. Der Jahreskreis bestand aus dreizehn Monaten mit je 28 Tagen – ergänzt durch einen Ausgleichstag, der außerhalb der Zeit stand.
Das macht klar: es gibt wirklich 13 Monate, und der Ausgleichstag ist etwas Eigenständiges, Besonderes.
Statt eines Moments der Freiheit außerhalb der Zeit gab es nun ein geschlossenes System, ohne Pause, ohne Lücke.
Sogar die Sprache trug ihren Teil zur Manipulation bei. „April“ kommt vom lateinischen aperire – „öffnen“ – und markierte einst den Beginn des landwirtschaftlichen Jahres, wenn sich die Erde öffnete. Heute gilt „April, April“ als Synonym für Täuschung und Unsicherheit. Auch das ist kein Zufall -> Sprache wurde selbst zur Waffe, um den Bruch mit dem Ursprung zu verschleiern.
So leben wir bis heute in einer gekappten Zeit. Unser gesamter Alltag -> von der Steuerschuld bis zu den Schulferien -> hängt an einem Kalender, der uns aus dem Mondrhythmus herausgerissen hat. Und obwohl die Sterne noch immer ihre Signale senden, erreichen sie uns nicht mehr unverfälscht, sondern durch den Filter einer künstlichen Zeitmatrix.
Mit dem verschwundenen dreizehnten Monat verschwand auch die Erinnerung daran, dass Zeit einmal ein Kreislauf der Freiheit war.. und nicht ein Käfig aus Zahlen.
-Quelle - bernsteinzeit / müller