BewegungsTalent

BewegungsTalent 📍Lauenburger Straße 14, Hamburg-Dulsberg
🦴Tierphysiotherapie & Osteopathie
🐾 Praxis mit Unterwasserlaufband
🗓 Termine nach Vereinbarung

Anne Pflugstert
Physiotherapeutin und -Osteopathin für Hunde und Pferde im Raum Hamburg und Umgebung,
Dozentin bei Vividus Ausbildung und Seminare (Physiotherapie Hund und Pferd)

https://www.facebook.com/100063494712305/posts/1559903322802810/?
07/03/2026

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Unsere Hundephysiotherapie Komplett-Ausbildung (Sonderkurs Start August 2026) umfasst 234 Stunden fundierte Ausbildung. Sie verbindet klassische Physiotherapie mit Chiropraktik und Osteopathie zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept. Kleine Gruppe mit maximal 10 Teilnehmern. Lerne von erfahrenen Doz...

Ein ganz wunderbarer Beitrag, wenn wir uns von unseren geliebten Tieren verabschieden müssen. Und für viele sicher auch ...
07/03/2026

Ein ganz wunderbarer Beitrag, wenn wir uns von unseren geliebten Tieren verabschieden müssen. Und für viele sicher auch eine gute Erkenntnis.
Danke an Maren Grote Hundetraining für den Text und Ira Loh vom Gut Windeby für die stets klaren Worte und Entscheidungen PRO Hund 🐕💔

Bitte schläfern Sie den Hund ein!

Wer will das schon hören?
Leider werden unsere Hunde nicht ewig alt und irgendwann ist da dieser Moment, den wir alle ungern sehen. Der Moment in dem man eine Entscheidung zu Gunsten des Hundes treffen muss.
Ich kenne diese furchtbaren Momente und kann nur sagen, dass mir eine einzige Sache dabei wirklich geholfen hat. Und das war eine klare, unmissverständliche Aussage meiner Tierärztin. Kein Herumgerede, kein „falsche Hoffnung machen“, sondern das, was als Letztes in mein Gehirn wollte, deutlich aussprechen: „Bitte schläfern Sie den Hund ein. Nicht irgendwann, nicht in einem Monat, sondern noch diese Woche! Alle andere wird furchtbar enden!“

Hummel war fast zwölf, ein großer Doggenmix und an sich total fit.
Noch ein paar Monate vor dem Termin waren wir zusammen joggen. Dann fing sie an zu humpeln. Ich ließ alles untersuchen, es gab keine Diagnose, der Hund sei eben alt und groß. Wahrscheinlich Arthrose. Vertreten, oder ein entzündetes Gelenk.
Schmerzmittel und abwarten.
Als es immer schlimmer wurde, bin ich zu einer Spezialistin für den Bewegungsapparat gefahren. Ja, der Hund war alt, aber ich wusste ja, wie sie noch ein paar Wochen vorher ausgesehen hatte und dass dieser Schritt von fitter Omi zu Vollkatastrophe keine normale Alterserscheinung war. Da stimmte etwas nicht was darüber hinaus ging.

Die Ärztin tastete die Knochen ab und sagte direkt, dass da etwas sei, was wahrscheinlich ein Tumor im Knochen ist. Sie röntge zur Sicherheit und tatsächlich, da war ein Knochentumor direkt im Schultergelenk. Ein feiner Haarriss im Knochen zog sich darunter entlang.
Sie erklärte mir alles, zeigte mir genau, wo was war und wo die größte Belastung auf dem Knochen liegt. Der Hund trägt sein Gewicht hauptsächlich vorne. „Wenn sie jetzt einmal falsch auftritt, oder der Tumor auch nur einen Millimeter wächst, (was er mit Sicherheit tun wird, denn er war schnell gewachsen), dann reißt dem Hund der Knochen einmal längs von oben nach unten. Die Schmerzen, die sie dabei haben wird, sind unbeschreibbar. Und solche Dinge passieren ja meistens nicht wenn man eh grade in der Näher der Tierarztpraxis herumhängt. Sie passieren sonntags nachts, wenn man eine Stunde quer durch die Stadt in die nächste Tierklinik fahren muss. Oder noch schlimmer, wenn man grade einkaufen ist und der Hund dann alleine zu Hause leidet, bis man endlich zurück ist.“
Sie riet mir Hummel noch in dieser Woche einzuschläfern. Freundlich, mitfühlend und direkt. Mir ein paar Tage für den Abschied zu nehmen und einen Termin zu machen der passt und überschaubar ist und sie dann gehen zu lassen. Und das war der beste Rat, den ich jemals bekommen habe.

Ich fuhr nach Hause, trauerte und plante.
Vier Tage nahmen wir uns und bekamen einen Termin. Nicht irgendwo, sondern da, wo sie besonders gern war. Hummel liebte Osteopathie und sprang immer mit Wonne auf die Behandlungsliege. Nach der Behandlung mussten wir sie richtig herunterschubsen, weil sie mehr wollte. Und genau dort durfte sie ihre letzten Minuten verbringen. Die Tierärztin aus der angrenzenden Klinik kam zu uns rüber und hat sie während der Osteopathie eingeschläfert.
Ganz ruhig und sanft war der Übergang.

Vorher hatte ich alles mit Hummel gemacht, was sie immer geliebt hat. Im Vorgarten hab ich einen Berg Heu aufgetürmt, dass ich beim Bauern gekauft hatte. Hummel hatte sich immer im frisch gemähten Heu gewälzt. Davon konnte sie nicht genug bekommen. Es gab Wiener Würstchen und gebratenes Huhn, Kuscheln unter der Bettdecke und Zeit zu zweit. Tränen und geflüsterte Worte ins das weiche Hundeohr, wie sehr ich sie liebe und was für eine schöne Zeit wir miteinander hatten.

Natürlich war es furchtbar sie gehen zu lassen.
Aber es war von allen Abschieden mit meinen Hunden der friedlichste und der mit dem ich bis heute am feinsten bin. Und all das dank dieser Tierärztin.
Es hätte so anders ausgehen können, wenn sie versucht hätte sich nicht so konkret auszudrücken und ich bin ihr bis heute so dankbar für ihren Mut.

Heute frage ich in schwierigen Situationen meine Tierärzt*innen: „Was würden Sie tun, wenn es Ihr Hund wäre?“. Dadurch bekomme ich eine schnelle Zusammenfassung aus Erfahrung, Fachwissen und Bauchgefühl. Was ich allen wünsche ist so eine Tierärztin wie ich sie erlebt habe, die sich traut Tränen zu sehen und das Wort „Einschläfern“ klar benennt und nicht eine unumgängliche Entscheidung erschwert, wenn die Aussicht hoffnungslos ist.

Dieser Text darf gern geteilt werden, alle Rechte daran verbleiben bei der Autorin Maren Grote

Ach ja, und weil Ihr sowieso fragen werdet: Die Tierärztin heißt Frau Loh und arbeitet in der Praxis „Gut Windeby“.

Ein ganz wunderbarer Beitrag, wenn wir uns von unseren geliebten Tieren verabschieden müssen. Und für viele sicher auch ...
07/03/2026

Ein ganz wunderbarer Beitrag, wenn wir uns von unseren geliebten Tieren verabschieden müssen. Und für viele sicher auch eine gute Erkenntnis.
Danke an Maren Grote Hundetraining für den Text und Ira Loh vom windeby

Bitte schläfern Sie den Hund ein!

Wer will das schon hören?
Leider werden unsere Hunde nicht ewig alt und irgendwann ist da dieser Moment, den wir alle ungern sehen. Der Moment in dem man eine Entscheidung zu Gunsten des Hundes treffen muss.
Ich kenne diese furchtbaren Momente und kann nur sagen, dass mir eine einzige Sache dabei wirklich geholfen hat. Und das war eine klare, unmissverständliche Aussage meiner Tierärztin. Kein Herumgerede, kein „falsche Hoffnung machen“, sondern das, was als Letztes in mein Gehirn wollte, deutlich aussprechen: „Bitte schläfern Sie den Hund ein. Nicht irgendwann, nicht in einem Monat, sondern noch diese Woche! Alle andere wird furchtbar enden!“

Hummel war fast zwölf, ein großer Doggenmix und an sich total fit.
Noch ein paar Monate vor dem Termin waren wir zusammen joggen. Dann fing sie an zu humpeln. Ich ließ alles untersuchen, es gab keine Diagnose, der Hund sei eben alt und groß. Wahrscheinlich Arthrose. Vertreten, oder ein entzündetes Gelenk.
Schmerzmittel und abwarten.
Als es immer schlimmer wurde, bin ich zu einer Spezialistin für den Bewegungsapparat gefahren. Ja, der Hund war alt, aber ich wusste ja, wie sie noch ein paar Wochen vorher ausgesehen hatte und dass dieser Schritt von fitter Omi zu Vollkatastrophe keine normale Alterserscheinung war. Da stimmte etwas nicht was darüber hinaus ging.

Die Ärztin tastete die Knochen ab und sagte direkt, dass da etwas sei, was wahrscheinlich ein Tumor im Knochen ist. Sie röntge zur Sicherheit und tatsächlich, da war ein Knochentumor direkt im Schultergelenk. Ein feiner Haarriss im Knochen zog sich darunter entlang.
Sie erklärte mir alles, zeigte mir genau, wo was war und wo die größte Belastung auf dem Knochen liegt. Der Hund trägt sein Gewicht hauptsächlich vorne. „Wenn sie jetzt einmal falsch auftritt, oder der Tumor auch nur einen Millimeter wächst, (was er mit Sicherheit tun wird, denn er war schnell gewachsen), dann reißt dem Hund der Knochen einmal längs von oben nach unten. Die Schmerzen, die sie dabei haben wird, sind unbeschreibbar. Und solche Dinge passieren ja meistens nicht wenn man eh grade in der Näher der Tierarztpraxis herumhängt. Sie passieren sonntags nachts, wenn man eine Stunde quer durch die Stadt in die nächste Tierklinik fahren muss. Oder noch schlimmer, wenn man grade einkaufen ist und der Hund dann alleine zu Hause leidet, bis man endlich zurück ist.“
Sie riet mir Hummel noch in dieser Woche einzuschläfern. Freundlich, mitfühlend und direkt. Mir ein paar Tage für den Abschied zu nehmen und einen Termin zu machen der passt und überschaubar ist und sie dann gehen zu lassen. Und das war der beste Rat, den ich jemals bekommen habe.

Ich fuhr nach Hause, trauerte und plante.
Vier Tage nahmen wir uns und bekamen einen Termin. Nicht irgendwo, sondern da, wo sie besonders gern war. Hummel liebte Osteopathie und sprang immer mit Wonne auf die Behandlungsliege. Nach der Behandlung mussten wir sie richtig herunterschubsen, weil sie mehr wollte. Und genau dort durfte sie ihre letzten Minuten verbringen. Die Tierärztin aus der angrenzenden Klinik kam zu uns rüber und hat sie während der Osteopathie eingeschläfert.
Ganz ruhig und sanft war der Übergang.

Vorher hatte ich alles mit Hummel gemacht, was sie immer geliebt hat. Im Vorgarten hab ich einen Berg Heu aufgetürmt, dass ich beim Bauern gekauft hatte. Hummel hatte sich immer im frisch gemähten Heu gewälzt. Davon konnte sie nicht genug bekommen. Es gab Wiener Würstchen und gebratenes Huhn, Kuscheln unter der Bettdecke und Zeit zu zweit. Tränen und geflüsterte Worte ins das weiche Hundeohr, wie sehr ich sie liebe und was für eine schöne Zeit wir miteinander hatten.

Natürlich war es furchtbar sie gehen zu lassen.
Aber es war von allen Abschieden mit meinen Hunden der friedlichste und der mit dem ich bis heute am feinsten bin. Und all das dank dieser Tierärztin.
Es hätte so anders ausgehen können, wenn sie versucht hätte sich nicht so konkret auszudrücken und ich bin ihr bis heute so dankbar für ihren Mut.

Heute frage ich in schwierigen Situationen meine Tierärzt*innen: „Was würden Sie tun, wenn es Ihr Hund wäre?“. Dadurch bekomme ich eine schnelle Zusammenfassung aus Erfahrung, Fachwissen und Bauchgefühl. Was ich allen wünsche ist so eine Tierärztin wie ich sie erlebt habe, die sich traut Tränen zu sehen und das Wort „Einschläfern“ klar benennt und nicht eine unumgängliche Entscheidung erschwert, wenn die Aussicht hoffnungslos ist.

Dieser Text darf gern geteilt werden, alle Rechte daran verbleiben bei der Autorin Maren Grote

Ach ja, und weil Ihr sowieso fragen werdet: Die Tierärztin heißt Frau Loh und arbeitet in der Praxis „Gut Windeby“.

Ob beim Friseur, in vielen Restaurants, beim Zahnarzt oder eben auch in der Physiotherapie – wenn ein Termin nicht rechz...
03/03/2026

Ob beim Friseur, in vielen Restaurants, beim Zahnarzt oder eben auch in der Physiotherapie – wenn ein Termin nicht rechzeitig abgesagt wird, behalten wir uns vor, diesen in Rechnung zu stellen.
Warum?
Auch wenn wir das, was wir tun, sehr lieben, ist es eben auch unser Brot-Erwerb. Das, was wir erwirtschaften, sichert unseren Lebensunterhalt und die Existenz unserer Praxis.
Termine, die wir nicht vergeben können, sind für uns eine Umsatzeinbuße.
Erst einmal ist es egal, aus welchem Grund der Termin abgesagt wird, er ist für uns immer ein finanzieller Ausfall.
Allerdings unterscheiden wir sehr, ob der Termin einfach vergessen oder falsch eingetragen wurde.
Wir haben jede Woche mehrere Absagen aus Krankheitsgründen sowohl bei den Besitzern als auch beim Hund. Das Auto springt nicht an, die U-Bahn streikt, das Kind ist erkrankt und und und, es sind viele verschiedene Gründe.
Wir versuchen stets, die Termine neu zu vergeben, was uns auch relativ häufig gelingt.
Bei Terminen, die einfach vergessen werden, haben wir überhaupt keine Möglichkeit, irgendetwas neu zu vergeben. Sehr schade ist, dass auch die Patienten auf der Warteliste keine Chance haben, nachzurücken.
Stets versuchen wir Lösungen zu finden, aber bitte respektiert unsere Arbeit mit Verständnis für eine sinnvolle und verdiente Entlohnung.
Und das ihr eine Terminvereinbarung bei uns auch wirklich ernst nehmt. Nur mit gegenseitigen Respekt ist sinnvolles Zusammenarbeiten möglich. Wir hoffen auf und bitten um euer Verständnis. 🙏

Gestern ist unser neuer Ausbildungsgang Hundephysiotherapeut:in  mit dem 1. Anatomie Modul gestartet.10 sehr nette und h...
23/02/2026

Gestern ist unser neuer Ausbildungsgang Hundephysiotherapeut:in mit dem 1. Anatomie Modul gestartet.
10 sehr nette und hoch motivierte Menschen mit ihren Hunden dürfen wir jetzt mit auf diese tolle und lehrreiche Reise in die Welt der Tierphysiotherapie mit nehmen. Wir freuen uns riesig, dass ihr dabei seid. 🙏🥰

21/02/2026

Absolut empfehlenswert 🎉👌🏻

„Eine Rückkehr zur bauchgefühligen Rätselraterei kann keiner ernsthaft wollen“SO ist es 🩻👌🏻
21/02/2026

„Eine Rückkehr zur bauchgefühligen Rätselraterei kann keiner ernsthaft wollen“
SO ist es 🩻👌🏻

Preistreiber Gerätetiermedizin

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ein Kommentar auf Facebook:

„Ganz sicher zahle ich für Wissen, Erfahrung und Sicherheit gerne mehr. Was ich mich frage ist, wieso Diagnosen heute mit unzähligen verschiedenen Geräten gestellt werden müssen, dazu noch Laborwerte. Geht diagnostizieren heutzutage nicht mehr, ohne etliche Geräte hinzuzuziehen? Und wenn, warum ist das so?“

Das ist eine schöne und aus der Sicht einer Person, die den Einsatz diagnostischer Technik bezahlen muss, keineswegs unberechtigte Frage! Ich bin froh, sie beantworten zu können. Der Begriff „Gerätemedizin“ wabert ja – meist in einem mehr oder weniger kritischen Kontext – durch viele Diskussionen um Tier- und Humanmedizin.

Würde ich gebeten, die Frage „Warum ist das so?“ in aller Kürze zu beantworten, würde ich sagen: Weil es voll und ganz im Interesse unserer Patienten ist, weil dadurch die Quote an Fehldiagnosen entschieden gesenkt wird - mit ganz offensichtlichen Vorteilen für die Patienten, denen damit gezielter und frühzeitiger geholfen werden kann - und weil es nicht zuletzt in vielen Fällen auch den Tierschutz verbessert, indem es Leiden verkürzt oder ganz verhindert! Gerade in der Tiermedizin arbeiten wir ja mit Patienten, die nicht verbal mit uns kommunizieren können. Im Gegensatz zu den Humanmediziner:innen, die das von einer Krankheit betroffene Organsystem oft mit ein paar Sätzen schon vor einer Untersuchung eingrenzen können, stochern wir anfangs oft genug im Dunkeln.

Aber gehen wir doch noch ein bisschen mehr ins Detail. Mir ist in dieser Frage die Formulierung „mit unzähligen verschiedenen Geräten“ aufgefallen. Stimmt das denn? Ich sage nein! In der Alltagsdiagnostik, die weit über 90 Prozent aller Fälle abdeckt, sind eigentlich routinemäßig nur drei gerätetechnische Verfahren im Einsatz, die es auch schon ziemlich lange gibt: Labordiagnostik (also meist Blut- und Urinuntersuchungen), Sonographie (Ultraschall) und Röntgen. Allerdings kommen diese drei Verfahren häufiger und schneller zur Anwendung als früher, einfach aus dem oben genannten Grund: Die Wahrscheinlichkeit für einen frühzeitigen diagnostischen Volltreffer wird dadurch drastisch erhöht, und das ist einfach voll und ganz im Interesse unserer Patienten. Eine Rückkehr zur bauchgefühligen Rätselraterei von früher kann sich niemand ernsthaft wünschen. Man denke nur daran, wie oft wir vor 25 oder 30 Jahren Bäuche aufgeschnitten haben, um zu gucken, was da im Argen lag. Geschätzt 90 Prozent dieser sogenannten diagnostischen Laparotomien wurden durch den routinemäßigen und kompetenten Einsatz der Sonographie hinfällig, ein unschätzbarer und natürlich auch tierschutzrelevanter Gewinn für unzählige Patienten. Das Gleiche gilt für die bei Darmverschlussverdacht früher notwendigen und extrem strahlenbelastenden Kontrastmitteluntersuchungen.

Auch die spezielleren Verfahren, die sich in den letzten Jahrzehnten verbreitet haben, erhöhen die diagnostische Genauigkeit ganz massiv und ersparen den Patienten oft tage- und wochenlange Leidenswege. Schichtbildverfahren (CT und MRT) ermöglichen Diagnosen, die früher entweder gar nicht oder nur unter Akzeptanz relativ hoher Risiken möglich waren. Um nur ein Beispiel anzuführen: Mit einem MRT ist ein Bandscheibenvorfall schnell diagnostiziert und eindeutig lokalisiert, was früher nur durch Röntgen in Kombination mit Kontrastmitteleinbringung in den Rückenmarkskanal möglich war, eine für den Patienten reichlich riskante und unangenehme Sache.

Thema Erfahrung, für die die Fragestellerin „gerne mehr“ bezahlen will : Ja, durchaus richtig, je erfahrener eine Tierärztin oder ein Tierarzt ist, desto eher werden sich ihre bzw. seine auf eine gründliche körperliche Untersuchung beruhenden Verdachtsdiagnosen bestätigen. Man beachte die Worte „Verdachtsdiagnose“ und „bestätigen“, denn die Bestätigung einer Verdachtsdiagnose, die früher halt vielfach nicht stattgefunden hat, ist heute – unter Verwendung der genannten Verfahren - eher obligatorisch, um das Trial-and-Error-Prinzip aus der Therapie möglichst zu eliminieren. Die diagnostische Basis-Maschinerie (Röntgen, Sono und Labor) sorgt darüber hinaus – und das halte ich für sehr wichtig – dafür, dass persönliche Erfahrung nicht mehr die entscheidende Rolle spielt wie in der Vergangenheit, dass also auch unerfahrenere Kolleginnen und Kollegen zu den gleichen diagnostischen Erfolgen kommen können wie die alten Hasen, manchmal sogar zu besseren, wenn nämlich diese Hasen den Stellenwert ihrer Erfahrung überschätzen.

Die Medizin ist in erster Linie eine Wissenschaft. Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, strebt immer nach vorne, ist immer auf der Suche nach dem Besseren, das bekanntermaßen der Feind des Guten ist. Als alter Hase sage ich: Wir lagen mit unseren auf Erfahrung beruhenden Ratespiel-Diagnosen von früher relativ häufig richtig. Trotzdem schaudert es mich beim Durchlesen alter Karteikarten ob der Zahl an erst jetzt im Rückblick klar ersichtlichen Fehldiagnosen oder ungerichteten Behandlungen, die nur mit Glück funktioniert haben. Wir haben damals tatsächlich viel zu oft nach dem Motto gehandelt: Okay, geben wir mal ein Antibiotikum, und wenn das nicht hilft, auch noch ein bisschen Kortison, dann wird’s schon wieder werden!

Natürlich gibt es auch so was wie Überdiagnostik. Allerdings wird dieser Vorwurf immer in rückblickender Scharfsichtigkeit dann erhoben, wenn man Röntgen, Sono, Labordiagnostik oder sonstwas angewendet hat und nichts dabei rausgekommen ist. Übersieht man dagegen was, weil man auf diese Standardtechniken verzichtet hat, gibt es ganz schnell Ärger. Womit wir bei einem weiteren entscheidenden Punkt wären: Wir haben es heutzutage viel häufiger als früher mit Patientenbesitzer:innen zu tun, die echte oder vermeintliche Fehldiagnosen gerne über juristische Schritte oder Hasspostings im Netz „aufarbeiten“. Man ist also als Tierarzt heutzutage gut beraten, seinen Scheiß beinander zu haben, damit man nicht plötzlich vor Gericht von einem Sachverständigen in vorwurfsvollem Ton gefragt wird, warum man in diesem oder jenen Fall denn nicht geröntgt, geschallt oder Blut untersucht hat. Aus dem stetigen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn entsteht nun mal immer ein aktueller Stand der Wissenschaft (state of the art), an dem man sich bei allem, was man für einen Patienten tut, wohlweislich orientieren sollte, wenn man nicht eine zwischen die Hörner bekommen will.

Ein paar einfache Fallbeispiele zur Verdeutlichung:

-Wurde ein Tier mit dem Vorbericht Schluckbeschwerden und Futterverweigerung vorgestellt und sah man bei der klinischen Untersuchung einen stellenweise geröteten Rachen und vergrößerte Mandeln und stellte auch noch erhöhte Temperatur fest, hat man früher schnell mal die Diagnose einer Rachenentzündung gestellt und einfach mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt. Das konnte sogar zu einer kurzfristigen Besserung der Symptome führen. Die eigentliche Ursache aber (siehe Titelfoto des Artikels) wurde dann oft erst deutlich später und nach tagelang fortbestehendem Leiden des Tieres festgestellt. Unschön!

-Ein Kater wurde wegen einer plötzlich aufgetretenen Lahmheit auf einem Vorderbein vorgestellt. Am Unterarm fand sich eine kleine, eitrige Wunde. Klare Sache: Bissverletzung nach Katerkampf, wieder Schmerzmittel und Antibiotika, dann wird sich das gleich haben. Denkfehler: Erst nach mehr als zweiwöchigem Fortbestehen der Lahmheit wurde endlich geröntgt, und es fand sich der abgebrochene und tief in den Knochen eingebettete Eckzahn des Kampfgegners, der natürlich operativ entfernt werden musste, bevor wieder alles gut war. Dumm gelaufen!

-Eine Katze wurde wegen reduziertem Allgemeinbefinden, Bewegungsunlust und Schmerzhaftigkeit im mittleren Rückenbereich vorgestellt. Rechtsseitig der oberen Lendenwirbelsäule war wieder eine kleine, vereiterte Wunde zu finden. Auch in diesem Fall hätte man gut und gerne von einer Kampfverletzung ausgehen können. Die angefertigten Röntgenbilder zeigten aber ein Diabolo-Luftgewehrgeschoß, das offenbar in der rechten Niere steckte. Die gleichzeitig veranlasste Blutuntersuchung ergab neben einer Leukozytose (zu viele weiße Blutkörperchen) eine deutliche Azotämie (Ansammlung von harnpflichtigen Substanzen im Blut), was nahelegte, dass das Nierenbecken durch das Geschoß verletzt worden war und Harn in die Bauchhöhle austrat. Dieser Gedankengang wurde durch den sonographischen Nachweis freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle bestätigt. Das Leben des Tieres wurde durch eine Operation gerettet. Man stelle sich aber vor, was passiert wäre, wenn man da ganz lässig und „erfahrungsbasiert“ eine Kampfverletzung unterstellt und entsprechend nur mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt hätte.

Zwei andere Bereiche, in denen technische Weiterentwicklungen zu höheren Gebühren geführt haben, sind die Zahnmedizin und die Anästhesie. Wo man früher bei einer Zahnsanierung den Zustand der Zähne und des Zahnhalteapparats nur grobsinnlich beurteilt hat, gilt es heute als Kunstfehler, überhaupt an den Zähnen rumzumachen, ohne vorher Zahnröntgenaufnahmen anzufertigen. Und wo früher Fire-and-Forget-Narkosen mit drei Kreuzzeichen und ohne jede Narkoseüberwachung Standard waren, geht es heute ohne ein sogenanntes (und teures!) Monitoring gar nicht mehr, wenn man nicht nach jedem zweiten Narkosezwischenfall vor Gericht landen will.

Fazit: Wenn sich in der Medizin eine bestimmte Vorgehensweise zweifelsfrei als Verbesserung für die Patienten erwiesen hat, gibt es kein Zurück mehr. Ein Verzicht auf ein definitiv besseres, sichereres, schnelleres oder mit weniger Leiden verbundenes Verfahren ist ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr zu rechtfertigen. Ich gehe davon aus, dass das für jede und jeden nachvollziehbar sein sollte, denn es ist im Interesse unserer Patienten, also Ihrer Haustiere.

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

© Ralph Rückert
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Praktikum I im Ausbildungsgang Hundephysiotherapeut:in bei der  Es war wie immer ganz wunderbar 🙏🐕📚📓
08/02/2026

Praktikum I im Ausbildungsgang Hundephysiotherapeut:in bei der
Es war wie immer ganz wunderbar 🙏🐕📚📓

14/01/2026
Wir denken noch einmal an all unsere wunderbaren und einzigartigen Hundepatienten, die wir in diesem Jahr gehen lassen m...
20/12/2025

Wir denken noch einmal an all unsere wunderbaren und einzigartigen Hundepatienten, die wir in diesem Jahr gehen lassen mussten 🌈🥹
Wir vermissen sie sehr und sind dankbar für die Zeit, die wir sie begleiten durften. Es erinnert uns daran, wie kostbar jeder gemeinsame Moment ist – und wie wichtig es ist, unsere Hunde achtsam zu begleiten und die gemeinsame Zeit bewusst zu genießen.

03/12/2025

Und wie heißt es in unserer Praxis?
Wir behandeln Hunde - nicht ihre Röntgenbilder 🙃🙏

Adresse

Lauenburger Straße 14
Hamburg
22049

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 19:00
Dienstag 09:00 - 19:00
Mittwoch 09:00 - 19:00
Donnerstag 09:00 - 19:00
Freitag 09:00 - 18:00

Telefon

+4915236365766

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Kategorie

BewegungsTalent in Hamburg-Dulsberg

Dynamisch und mit ganz viel Freude bin ich in meinen Arbeitsalltag als Physiotherapeutin für Hunde und Pferde in meinen neuen Praxisräumen am schönen und bunten Hamburg-Dulsberg gestartet.

Zu meinen treuen Patienten sind viele neue Hunde dazu gekommen und es ist besonders schön, diese häufig vor meiner Praxistür zu treffen, um die Fortschritte unserer gemeinsamen Arbeit erleben zu dürfen.

Auf dem Straßenfest Dithmarscher Straße habe ich neue und alte Bekannte getroffen - ob 4- oder 2-beinig - jede Begegnung hat viel Spaß gemacht.

Auch wenn die räumliche Veränderung mit großen Anstrengungen verbunden war - ich habe sie zu keiner Zeit bereut und freue mich jeden Tag aufs Neue, in meinen eigenen Räumen zu therapieren.