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Die Welt ist wie ein Traum - und doch mehr als dasDie Welt ist ein Traum – dieser Satz wirkt tief. Aber was, wenn genau ...
28/04/2026

Die Welt ist wie ein Traum - und doch mehr als das

Die Welt ist ein Traum – dieser Satz wirkt tief. Aber was, wenn genau diese Aussage uns oft weiter von Klarheit entfernt, als sie uns ihr näherbringt?
Denn zwischen Metapher und Missverständnis liegt ein feiner Unterschied – und genau dieser entscheidet darüber, ob Spiritualität uns befreit oder in subtile Verwirrung führt.

Die Faszination der Traum-Metapher

Es ist einer dieser Sätze, die in spirituellen Gesprächen fast zwangsläufig auftauchen: „Die Welt ist ein Traum.“ Oder etwas vorsichtiger formuliert: „Die Welt ist wie ein Traum.“ Auf den ersten Blick wirkt diese Aussage tief, befreiend, vielleicht sogar erleuchtend. Sie findet sich in vielen mystischen Traditionen – besonders im Advaita Vedānta – und verweist auf eine Einsicht, die kaum zu überschätzen ist: Unsere Wahrnehmung ist nicht die Wirklichkeit selbst. Sie ist ein Modell, eine Konstruktion, eine Form von Bewusstseinsprojektion. In diesem Sinne ist unsere Erfahrung tatsächlich traumartig – flüchtig, subjektiv, wandelbar, geprägt durch den Zustand unseres Geistes und Körpers.

Doch genau an diesem Punkt beginnt ein oft übersehenes Missverständnis. Denn was ursprünglich als Metapher gedacht ist, wird nicht selten als absolute Aussage verstanden. Aus einem Hinweis wird eine Behauptung. Und aus einer hilfreichen Perspektive entsteht eine Verengung, die mehr verdeckt als klärt. Wenn wir sagen „Die Welt ist ein Traum“ und dies wörtlich nehmen, geraten wir leicht in eine Sichtweise, die zentrale Unterschiede verwischt – zwischen innerem Erleben und äußerer Realität, zwischen psychologischen Prozessen und existenziellen Bedingungen, zwischen spiritueller Einsicht und konkretem Leben. Um diese Verwirrung zu vermeiden, lohnt sich ein genauerer Blick auf die erkenntnistheoretischen Positionen, die im Hintergrund solcher Aussagen stehen.

Wenn Konstruktion absolut gesetzt wird

Der radikale Konstruktivismus formuliert eine dieser Perspektiven in besonders zugespitzter Weise. Er geht davon aus, dass wir keinen direkten Zugang zur Realität haben und dass alles, was wir erfahren, eine Konstruktion unseres Nervensystems ist. Unsere Welt erscheint uns nie „an sich“, sondern immer als Ergebnis von Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozessen. Diese Einsicht ist kraftvoll, weil sie die vermeintliche Objektivität unserer Erfahrung relativiert und uns bewusst macht, wie sehr wir an der Erzeugung unserer Wirklichkeit beteiligt sind.

Doch wenn man diese Perspektive absolut setzt, beginnt sie zu kippen. Dann entsteht leicht der Eindruck, dass alles gleich wirklich oder gleich unwirklich sei, dass es keinen sinnvollen Unterschied mehr gibt zwischen Traum und Wachzustand, zwischen Halluzination und physischer Erfahrung, zwischen emotionaler Reaktion und materieller Wirkung. Was als Befreiung von naiver Objektivität gedacht war, endet dann nicht selten in einem subtilen Nihilismus: Nichts ist wirklich, alles ist Projektion. Gerade in manchen modernen spirituellen Kontexten lässt sich diese Tendenz beobachten – oft verbunden mit einer scheinbaren Gelassenheit, die bei genauerem Hinsehen eher eine Form von Distanzierung ist als echte Freiheit.

Die Rückkehr der Realität: Realkonstruktivismus

An dieser Stelle bringt der Realkonstruktivismus eine entscheidende Differenzierung ins Spiel. Er widerspricht nicht der Einsicht, dass unsere Wahrnehmung konstruiert ist, betont jedoch gleichzeitig, dass diese Konstruktion nicht im luftleeren Raum stattfindet. Es gibt eine Realität, die unabhängig von unserer Wahrnehmung existiert und die auf uns zurückwirkt. Diese Rückwirkung zeigt sich auf vielfältige Weise: in den Gesetzen der Physik, in der Verletzlichkeit des Körpers, in den Dynamiken zwischen Menschen, in biologischen und neuronalen Prozessen.

Unser Wissen über diese Realität bleibt zwar vermittelt und perspektivisch, aber es ist nicht beliebig. Es wird korrigiert, begrenzt und geformt durch die Wirklichkeit selbst. Damit wird eine zentrale Unterscheidung wieder sichtbar: Nicht alles Bewusstsein ist gleich, und nicht jeder Zustand ist austauschbar. Es gibt qualitative Unterschiede zwischen Traum und Wachsein, zwischen innerem Bild und äußerer Wirkung, zwischen relativer Erfahrung und transzendenter Einsicht. Diese Unterschiede sind keine Illusion — sie sind Teil dessen, was verstanden und integriert werden will.

Advaita zwischen Befreiung und Missverständnis

Vor diesem Hintergrund lässt sich auch die Lehre des Advaita differenzierter einordnen. Advaita weist auf eine fundamentale Wahrheit hin: Das, was wir als Welt erleben, erscheint im Bewusstsein. Diese Einsicht kann tiefgreifend befreiend wirken, weil sie die Identifikation mit begrenzten Selbstbildern lockert und eine Erfahrung von Weite, Verbundenheit und Nicht-Getrenntheit ermöglicht.

Doch auch hier besteht die Gefahr, dass eine subtile Verschiebung geschieht. Wenn aus der Einsicht, dass die Welt im Bewusstsein erscheint, die Behauptung wird, dass sie daher nicht real sei, entsteht ein Missverständnis mit weitreichenden Folgen. Aussagen wie „Alles ist Illusion“ oder „Nichts ist wirklich“ mögen auf den ersten Blick radikal und konsequent erscheinen, führen aber oft zu einer Form von spirituellem Kurzschluss. In solchen Fällen wird das Relative zugunsten eines vermeintlich Absoluten entwertet. Körperliche, emotionale und relationale Ebenen werden abgewertet oder ignoriert, psychologische Prozesse werden übersprungen, und ungelöste innere Themen bleiben unberührt. Der „Beobachter“ oder „Zeuge“ wird dann nicht zur Quelle von Freiheit, sondern zur Strategie der Distanzierung. Was entsteht, ist keine integrierte Nondualität, sondern eine Form von Pseudo-Nondualität, die Tiefe suggeriert, aber Entwicklung blockiert.

Traumartig – aber nicht beliebig

Eine präzisere Sichtweise könnte daher so formuliert werden: Die Welt ist nicht ein Traum — aber sie wird traumartig erlebt. Unsere Erfahrung ist konstruiert, sie ist abhängig von Zuständen, geprägt durch Perspektiven und ständig im Wandel. Sie kann sich auflösen, verändern, erweitern. Und doch bleibt sie wirksam. Sie hat Konsequenzen, sie antwortet, sie fordert uns heraus.

Genau in dieser Spannung liegt ihre Bedeutung. Wenn wir sagen, die Welt erscheine wie ein Traum, dann kann das eine hilfreiche Relativierung unserer festen Vorstellungen sein. Wenn wir jedoch daraus schließen, dass sie keine reale Bedeutung habe, verlieren wir den Boden für Entwicklung, Beziehung und Verantwortung. Bewusstsein konstruiert — aber immer im Feld einer Realität, die nicht einfach ignoriert werden kann. Nondualität erkennt das Absolute — aber sie negiert nicht das Relative, sondern durchdringt es.

Warum diese Differenz entscheidend ist

Warum ist diese Unterscheidung so entscheidend? Weil sie den Raum öffnet für eine Form von Praxis, die sowohl tief als auch differenziert ist. Meditation wirkt nicht nur auf einer abstrakten Ebene, sondern verändert nachweislich neuronale Muster und Wahrnehmungsprozesse. Schattenarbeit setzt voraus, dass emotionale und biografische Inhalte ernst genommen werden und nicht als bloße Illusion abgetan werden. Psychologische Entwicklung folgt bestimmten Gesetzmäßigkeiten, die nicht durch spirituelle Einsicht außer Kraft gesetzt werden.

Und nicht zuletzt bedeutet Reife auch, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Handeln, für Beziehungen, für das Eingebundensein in eine gemeinsame Welt. All das wird erst möglich, wenn wir die relative Ebene nicht verleugnen, sondern bewusst integrieren. In diesem Sinne ist Erwachen nicht das Ende der Differenzierung, sondern ihre Vertiefung. Es bedeutet nicht, Unterschiede aufzulösen, sondern sie klarer zu sehen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Integration statt Ausweichbewegung

Am Ende kann das Bild vom Traum seine eigentliche Kraft genau dort entfalten, wo es nicht missverstanden wird. Es erinnert uns daran, dass unsere gewohnte Wahrnehmung nicht absolut ist, dass sie sich verändern kann, dass sie offener und weiter werden kann. Gleichzeitig fordert es uns heraus, diese Einsicht nicht als Fluchtpunkt zu nutzen, sondern als Ausgangspunkt für eine umfassendere Integration.

Reife entsteht dort, wo wir beides halten können: die Freiheit des Bewusstseins und die Wirksamkeit der Realität. In dieser Verbindung liegt ein Weg, der nicht nur spirituell tief ist, sondern auch psychologisch tragfähig und menschlich lebendig.

Torsten Brügge, Integraler Satsang, Hamburg den 28.04.26

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„Integrale Spiritualität ist oberflächlich“ — wirklich?Können wir Buddhismus, Advaita und moderne Psychologie miteinande...
27/04/2026

„Integrale Spiritualität ist oberflächlich“ — wirklich?

Können wir Buddhismus, Advaita und moderne Psychologie miteinander verbinden?
- was ich aus vielen Diskussionen in buddhistischen Online-Gruppen gelernt habe.

Können wir Buddhismus, Advaita und moderne Psychologie miteinander verbinden? - was ich aus vielen Diskussionen in buddhistischen…

26/04/2026

„Was soll der Scheiß?“ – Wenn Wut einfach direkt rausgeht

Im Enneagramm beschreibt Typ 8 eine sehr direkte Art zu reagieren – Wut kommt dabei oft sofort nach außen, ohne lange innerlich aufgehalten zu werden. Padma zeigt, wie sich diese Dynamik im Verhalten ausdrückt. Wenn dich solche Zusammenhänge interessieren, abonniere gern unseren Kanal:
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22/04/2026

Du wirst nie wütend? Das könnte dahinter stecken…

Manche Menschen wirken ruhig, ausgeglichen und fast nie wütend. Doch oft ist es keine Abwesenheit von Wut, sondern ihre tiefe Verdrängung. Unter der Oberfläche kann es brodeln – ohne dass es bewusst wahrgenommen wird.

Eine Einladung, genauer hinzuspüren: Wo wird Wut vermieden, gedämpft oder überdeckt – und was zeigt sich stattdessen?

🌿 Wenn dich solche Impulse zur Selbsterkenntnis und inneren Arbeit ansprechen, abonniere gern unseren Kanal.
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Video- und Audioelemente aus Capcut-Bibliothek, verwendet gemäß Lizenz:
Urheberrechtsinhaber*in: Pond5 Veksler

Lustig: Ich wollte diesen Buddha im Schaufenster fotografieren – wegen seiner entspannten Haltung, den Kopf in die Hände...
22/04/2026

Lustig: Ich wollte diesen Buddha im Schaufenster fotografieren – wegen seiner entspannten Haltung, den Kopf in die Hände gelegt. Zufällig spiegeln sich meine Hände im Glas. Jetzt ruht sein Kopf in vier Händen.

Torsten

Die meisten Menschen arbeiten nicht zu viel.Sie arbeiten aus einem verarmten inneren Zustand heraus.Neurowissenschaftlic...
16/04/2026

Die meisten Menschen arbeiten nicht zu viel.
Sie arbeiten aus einem verarmten inneren Zustand heraus.

Neurowissenschaftlich ist das entscheidend:
Unter chronischem Stress verschiebt sich unser Nervensystem in Richtung erhöhter Vigilanz und Bedrohungsverarbeitung.
Die Polyvagal-Theorie (Stephen Porges) beschreibt diesen Zustand als funktional – aber eingeschränkt in Offenheit, Kreativität und Beziehungsfähigkeit.

In der Hypnotherapie (Erickson) spricht man von ressourcenarmen Bewusstseinszuständen.

Der „Ich-muss-machen-Modus“ ist also kein persönliches Versagen, sondern ein nachvollziehbarer Zustand.

Auch die Hypnosystemik (Gunther Schmidt) zeigt:
Wird Verhalten übermäßig bewusst kontrolliert, verringert sich der Zugriff auf implizite Lösungskompetenzen.

Forschung und kontemplative Traditionen – etwa Buddhismus oder Advaita – weisen auf einen anderen Modus hin:
Ein Handeln, das nicht primär aus Anstrengung entsteht, sondern aus innerer Präsenz entspringt.

Man könnte ihn als „Es-geschieht-von-selbst-Modus“ beschreiben.
In der Advaita-Tradition wird das „Selbst“ nicht als individuelles Ich verstanden, sondern als transpersonale Dimension von Bewusstsein.

Achtsamkeitsforschung (u. a. Jon Kabat-Zinn, Richard Davidson) zeigt:
Solche Zustände gehen mit erhöhter Selbstregulation, emotionaler Stabilität und kognitiver Flexibilität einher.

Der Wechsel ist erfahrbar – besonders durch Meditation.

Ein reguliertes Nervensystem erhöht unsere Resonanzfähigkeit im Miteinander. Wir werden flexibler, aufnahmefähiger und anschlussfähiger.
Dem gegenüber stehen „Konflikt-Trancen“:
Zustände, in denen Kommunikation sich verengt und reaktive Muster dominieren.

Konflikte sind nicht das Problem.
Sie gehören zu lebendigen Systemen einfach dazu.
Entscheidend ist, im Sinne der Pogo-Fähigkeit (Gitta Peyn) auch in Spannungsfeldern reguliert zu bleiben und nach Irritationen wieder in kooperative Resonanz zurückzufinden.

Ein berechtigter Einwand ist:
Die Betonung von Selbstregulation kann in subtilen Selbstoptimierungsdruck kippen und strukturelle Missstände - z.B. von neoliberalen Gesellschaftsprägungen - aus dem Blick verlieren.
Diese Kritik ist wichtig.

Gleichzeitig zeigt sich:
Innere Regulation erhöht die Fähigkeit, systemische Dynamiken klarer zu erkennen und konstruktiv zu verändern.
Wer nicht dauerhaft in Reaktivität gebunden ist, hat mehr Zugang zu kreativen Impulsen, Perspektivwechseln und Klarheit.

So entsteht eine Wechselwirkung:
Individuelle Regulation unterstützt kollektive Veränderung.
Und Systeme werden beweglicher, wenn genügend ihrer Elemente wach und präsent sind.

Die eigentliche Frage ist daher vielleicht nicht:
Wie können wir noch mehr leisten?
Sondern:
Aus welchem Zustand heraus handeln wir?

Und was würde sich verändern,
wenn der „Es-geschieht-von-selbst-Modus“
bewusst kultiviert werden kann?

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Wenn Handeln anstrengend wird- und was sich ändert,wenn es von selbst geschiehtDie meisten Menschen arbeiten nicht zu vi...
14/04/2026

Wenn Handeln anstrengend wird
- und was sich ändert,
wenn es von selbst geschieht

Die meisten Menschen arbeiten nicht zu viel.
Sie arbeiten aus einem verarmten inneren Zustand heraus.

Neurowissenschaftlich ist das entscheidend:
Unter chronischem Stress verschiebt sich unser Nervensystem in Richtung erhöhter Vigilanz und Bedrohungsverarbeitung.
Die Polyvagal-Theorie (Stephen Porges) beschreibt diesen Zustand als funktional – aber eingeschränkt in Offenheit, Kreativität und Beziehungsfähigkeit.

In der Hypnotherapie (Erickson) spricht man von ressourcenarmen Bewusstseinszuständen.

Der „Ich-muss-machen-Modus“ ist also kein persönliches Versagen, sondern ein nachvollziehbarer Zustand.

Auch die Hypnosystemik (Gunther Schmidt) zeigt:
Wird Verhalten übermäßig bewusst kontrolliert, verringert sich der Zugriff auf implizite Lösungskompetenzen.

Forschung und kontemplative Traditionen – etwa Buddhismus oder Advaita – weisen auf einen anderen Modus hin:
Ein Handeln, das nicht primär aus Anstrengung entsteht, sondern aus innerer Präsenz entspringt.

Man könnte ihn als „Es-geschieht-von-selbst-Modus“ beschreiben.
In der Advaita-Tradition wird das „Selbst“ nicht als individuelles Ich verstanden, sondern als transpersonale Dimension von Bewusstsein.

Achtsamkeitsforschung (u. a. Jon Kabat-Zinn, Richard Davidson) zeigt:
Solche Zustände gehen mit erhöhter Selbstregulation, emotionaler Stabilität und kognitiver Flexibilität einher.

Der Wechsel ist erfahrbar – besonders durch Meditation.

Ein reguliertes Nervensystem erhöht unsere Resonanzfähigkeit im Miteinander. Wir werden flexibler, aufnahmefähiger und anschlussfähiger.
Dem gegenüber stehen „Konflikt-Trancen“:
Zustände, in denen Kommunikation sich verengt und reaktive Muster dominieren.

Konflikte sind nicht das Problem.
Sie gehören zu lebendigen Systemen einfach dazu.
Entscheidend ist, im Sinne der Pogo-Fähigkeit (Gitta Peyn) auch in Spannungsfeldern reguliert zu bleiben und nach Irritationen wieder in kooperative Resonanz zurückzufinden.

Ein berechtigter Einwand ist:
Die Betonung von Selbstregulation kann in subtilen Selbstoptimierungsdruck kippen und strukturelle Missstände - z.B. von neoliberalen Gesellschaftsprägungen - aus dem Blick verlieren.
Diese Kritik ist wichtig.

Gleichzeitig zeigt sich:
Innere Regulation erhöht die Fähigkeit, systemische Dynamiken klarer zu erkennen und konstruktiv zu verändern.
Wer nicht dauerhaft in Reaktivität gebunden ist, hat mehr Zugang zu kreativen Impulsen, Perspektivwechseln und Klarheit.

So entsteht eine Wechselwirkung:
Individuelle Regulation unterstützt kollektive Veränderung.
Und Systeme werden beweglicher, wenn genügend ihrer Elemente wach und präsent sind.

Die eigentliche Frage ist daher vielleicht nicht:
Wie können wir noch mehr leisten?
Sondern:
Aus welchem Zustand heraus handeln wir?

Und was würde sich verändern,
wenn der „Es-geschieht-von-selbst-Modus“
bewusst kultiviert werden kann?

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Wut ist nicht das Problem, sondern was du mit ihr machst – Enneagramm erklärtIn spirituellen Kreisen wird Wut oft vorsch...
05/04/2026

Wut ist nicht das Problem, sondern was du mit ihr machst – Enneagramm erklärt

In spirituellen Kreisen wird Wut oft vorschnell als etwas „Niedriges“ oder zu Überwindendes betrachtet. Gerade auf nondualen Wegen kann es zu einer subtilen Abwertung dieser Energie kommen – etwa durch Rückzug in ein vermeintlich „reines Bewusstsein“, das frei von allen Emotionen sein soll.

Aus integraler Advaita-Sicht braucht es hier eine differenzierte Betrachtung:
Auf der Ebene des reinen Bewusstseins – des Zeugen – ist Wut kein Problem. Sie erscheint und vergeht wie jede andere Erfahrung auch. Doch auf der relativen, verkörperten Ebene unseres Menschseins wirkt sie weiterhin als kraftvolle psychodynamische Energie.

Wenn diese Energie nicht bewusst integriert wird, zeigt sie sich oft indirekt:
als Kontrolle, als Anpassung, als Rückzug – oder auch als plötzliche, unreflektierte Ausbrüche. Ebenso kann es zu einer „spirituellen Überformung“ kommen: eine scheinbare Gelassenheit, die jedoch auf Vermeidung beruht.

Wut ist eine grundlegende emotionale Kraft – und doch gehen wir sehr unterschiedlich mit ihr um. Im Enneagramm zeigt sich, dass es typische Muster gibt, wie Wut erlebt, reguliert, ausgedrückt oder abgespalten wird.

In diesem Gespräch beleuchten wir die sogenannten Körperfixierungen und ihre Dynamiken. Es geht um die Frage, wie sich Wut zeigt – direkt, kontrolliert oder kaum spürbar – und welche inneren Strategien damit verbunden sind.
So wird sichtbar, wie sich Bewusstsein (WAKE UP) und psychologische Reifung (GROW UP / CLEAN UP) wechselseitig ergänzen.

Im integralen Verständnis bedeutet Transformation daher nicht, Wut einfach auszuleben oder sie zu vermeiden, sondern sie im Raum des Gewahrseins als Phänomen zu erleben und zugleich ihre Muster zu durchschauen.
Das reine Bewusstsein bleibt unberührt – und gerade darin kann sich die Energie von Wut klären, integrieren und in konstruktive Kraft verwandeln.

Je mehr wir lernen, beide Ebenen zu unterscheiden und zugleich zu integrieren, desto eher entsteht ein authentischer Ausdruck:
eine Präsenz, die weder von Wut beherrscht wird noch sie abspaltet.

Dieses Video ist Teil einer kleinen Serie zu den drei Basisemotionen im Enneagramm.

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Wut ist eine grundlegende emotionale Kraft – und doch gehen wir sehr unterschiedlich mit ihr um.Im Enneagramm zeigt sich, dass es typische Muster gibt, wie W...

Buddha-Feld & Nervensystem – wie stille Präsenz heilsam wirktIn der Satsang-Tradition von Ramana Maharshi, Papaji, Ganga...
28/03/2026

Buddha-Feld & Nervensystem – wie stille Präsenz heilsam wirkt

In der Satsang-Tradition von Ramana Maharshi, Papaji, Gangaji und Eli beginnt alles mit Stille. Der Lehrer sitzt einfach da - keine Worte, keine Anleitung. Und etwas geschieht.

In diesem Gespräch sprechen Torsten und Daniel darüber, was diese stille Vermittlung ist. Wie die Präsenz eines Menschen, der tief in sich ruht, zu einer Einladung werden kann - nicht zu etwas Fremdem, sondern zu dem, was in dir selbst schon still ist. Torsten beschreibt seine eigenen Erfahrungen mit seinen Lehrern und was dort spürbar wurde: im Blick, in der Stille, manchmal an Orten, an denen ein Lehrer nur gesessen hat.

Torsten beleuchtet das Phänomen auch aus der Perspektive der Neurobiologie - wie Nervensysteme sich gegenseitig regulieren und warum Ruhe ansteckend sein kann.

Und warum es letztlich darum geht, diese Stille nicht nur im Satsang zu finden, sondern auch dort, wo das Leben herausfordernd ist.

Themen: Stille Vermittlung, Darshan, Co-Regulation, Satsang, Ramana Maharshi, Papaji, Gangaji, Eli, Spirituelles Erwachen, Polyvagaltheorie, Selbsterforschung



In der Satsang-Tradition von Ramana Maharshi, Papaji, Gangaji und Eli beginnt alles mit Stille. Der Lehrer sitzt einfach da - keine Worte, keine Anleitung. U...

Drei Erfolgsautoren? Na ja, nicht ganz ;-)Dietmar Bittrich (im Bild in der Mitte) ist mit Sicherheit ein Erfolgsautor mi...
13/03/2026

Drei Erfolgsautoren? Na ja, nicht ganz ;-)

Dietmar Bittrich (im Bild in der Mitte) ist mit Sicherheit ein Erfolgsautor mit dem „Gummibärchen-Orakel“, aber auch mit vielen anderen humorig-tiefen Titeln.

Mit „Die Erleuchteten kommen“ hat er 2002 zusammen mit Christian Salvesen ein wertschätzendes, aber auch kritisches Buch über die Neo-Advaita-Szene geschrieben.
https://dietmar-bittrich.de/

Ralf Heske (links im Bild) ist Lehr-Coach für „The Work“ und veröffentlichte das Buch „4 Fragen, die alles verändern: Das große Praxisbuch für ‚The Work‘ nach Byron Katie (Lebenshilfe, Selbstcoaching)“.
Auch dieses Buch fand und findet über den bekannten GU-Verlag weite Verbreitung. Den Link zu Ralfs Buch (weil er so lang ist) findet ihr ganz unten.

Meine Wenigkeit - Torsten Brügge (rechts im Bild) - und meine eigenen Bücher „Wunschlos glücklich“ und „Besser als Glück – Wege zu einem erfüllten Leben“ können da in den Verkaufszahlen nicht mithalten.
Deshalb falle ich als „Erfolgsautor“ einerseits aus ;-), sehe aber jedes Exemplar meiner Bücher, das mit Interesse gelesen wird, schon als Riesen-Erfolg ;-)

Leseproben von Besser als Glück:
https://www.inmeditas.com/medien-buecher/

Link zu Ralfs Buch:
https://www.amazon.de/Fragen-die-alles-ver%C3%A4ndern-Einzeltitel/dp/3833873116/ref=sr_1_1?dib=eyJ2IjoiMSJ9.Fi4BIgw6B11f9K3JprxeefaPa_Swsl3qT0IjM4T7CSFb7Kl_A-5xtGomyXFWEuyiE1tWPNg2YrMfCR2N4mFpU1PFDjuwoyJaCvwrzzBrtRp2KUTv1glz85lDZJNHWmdg3Ux9YxaYB463be9tzRIcyQ.dXjj3yL2DL70-6cNVkt7lNe0_GVGDCLi6ap_rMKrDJs&dib_tag=se&keywords=ralf+heske+the+work&qid=1773412022&sr=8-1

Emotionale Freiheit & Schattenarbeit – Enneagramm praktisch erklärt  (Video 6 Minuten)Erlebe, wie das Enneagramm dir hil...
13/03/2026

Emotionale Freiheit & Schattenarbeit – Enneagramm praktisch erklärt (Video 6 Minuten)

Erlebe, wie das Enneagramm dir hilft, Wut, Angst und Verzweiflung zu transformieren und aus alten Mustern auszubrechen.

In diesem Gespräch erklärt Padma, wie du Schattenarbeit praktisch umsetzt, emotionale Blockaden löst und deine wahre innere Freiheit spürbar machst.

Dieses Video ist der Auftakt zu einer kleinen Serie: In weiteren Videos werden wir genauer auf die jeweilige Basisemotion und ihre Bedeutung an den drei zentralen Punkten des Enneagramms eingehen.

Findest du unsere YouTube-Inhalte hilfreich, dann unterstützen und gerne durch Abonnieren unseres Channels. Danke:

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Und du kannst auch gerne Kommentieren und ggf. Liken.
Wir lesen alle Kommentare und antworten gerne.

https://www.youtube.com/watch?v=Z6u1-JUWTPg

̈nlichkeitsentwicklung

Erlebe, wie das Enneagramm dir hilft, Wut, Angst und Verzweiflung zu transformieren und aus alten Mustern auszubrechen.In diesem Gespräch erklärt Padma, wie ...

➡️ **HEUTE LETZTER TAG für den Frühbucher-Rabatt für das Enneagramm-Seminar mit Padma im Mai am Bodensee!**„Es wirkt noc...
08/03/2026

➡️ **HEUTE LETZTER TAG für den Frühbucher-Rabatt für das Enneagramm-Seminar mit Padma im Mai am Bodensee!**

„Es wirkt noch lange nach“ – wie Padmas Enneagramm-Seminar Monikas Alltag sanft verändert hat

Monika erzählt, wie das Seminar ihr Leben nachhaltig verändert hat:
✨ Mehr Klarheit über sich selbst
✨ Geschützter Raum für echte Gefühlsbegegnung
✨ Intuitive Begleitung statt trockener Theorie
✨ Sanfte Integration ins tägliche Leben

Besonders berührend: Konflikte lösen sich leichter, wenn man die eigene innere Welt und die des Gegenübers versteht.

➡️ Jetzt anmelden & Frühbucher sichern: https://www.inmeditas.com/termine-termine-nach-ort-bodensee/

Wenn Du uns unterstützen willst, like gerne das Video, kommentiere oder abonniere unseren Kanal. Danke!

̈t

https://www.youtube.com/watch?v=lVzxIgfm1Vc

In diesem persönlichen Erfahrungsbericht erzählt Monika, wie sie die Enneagramm-Seminare mit Padma erlebt hat – und warum sie noch lange danach Veränderungen...

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