08/03/2026
🙏 so wichtig!!
Du bist zeitlebens dafür verantwortlich was Du Dir vertraut gemacht hast- der kleine Prinz 💛
„Können Sie ihn nicht einfach einschläfern?
Er ist halt alt.“
Solche Sätze höre ich immer wieder.
Manchmal geht es um ein Tier, das seit Jahren keinen Tierarzt gesehen hat.
Keine Untersuchung.
Keine Diagnostik.
Aber jetzt soll ich entscheiden, dass es Zeit ist zu sterben.
In der Tiermedizin haben wir die Möglichkeit, durch das Einschläfern (=Euthanasie) Leiden zu beenden.
Die Euthanasie kann ein großes Privileg sein.
Wenn ein Tier schwer krank ist.
Wenn Schmerzen nicht mehr kontrollierbar sind.
Wenn Lebensqualität nicht mehr möglich ist.
Dann kann sie der letzte Akt der Fürsorge sein.
Aber Euthanasie ist keine Dienstleistung!
Ich bekomme immer wieder Anfragen, ein Tier „einfach einzuschläfern“.
Weil es alt ist.
Weil es abgebaut hat.
Weil es zu teuer wäre.
Das werde ich nicht tun.
Euthanasie unterliegt klaren rechtlichen und medizinischen Voraussetzungen.
Und die Entscheidung darüber treffen nicht die Tierbesitzerin*innen, sondern ich als Tierärztin.
Es gibt keine Euthanasie ohne Diagnose!
Ein Tier, das abmagert, schwächer wird oder sich verändert, hat eine medizinische Ursache.
Manchmal ist sie unheilbar und nicht mehr behandelbar.
Oftmals ist sie aber auch behandelbar.
Bevor wir über Sterbehilfe sprechen, müssen wir wissen, womit wir es zu tun haben.
Genauso wenig akzeptiere ich „zu teuer“ als Begründung für eine vorschnelle Entscheidung über Leben und Tod.
Euthanasie ist kein schneller Ausweg.
Sie bedeutet Verantwortung.
Achtsamkeit.
Würde.
Und oft auch Trauer.
Wenn ein Tier wirklich leidet und keine Aussicht mehr auf Lebensqualität besteht, dann begleite ich diesen letzten Schritt.
Aber nur dann.
Ich bin dankbar, dass ich als Tierärztin diese Möglichkeit hab.
Die Möglichkeit, Leiden zu beenden, wenn ein Tier keine Lebensqualität mehr hat.
Die Möglichkeit, einen Abschied würdevoll zu gestalten.
Die Möglichkeit, Schmerzen nicht bis zum bitteren Ende aushalten zu müssen.
Euthanasie ist kein Ausweg.
Aber manchmal ist sie der letzte Akt der Fürsorge.