17/12/2025
EMOTIONEN & EMOTIONALITÄT
Der letzte Praxistag für dieses Jahr neigt sich dem Ende. Erschöpft aber dankbar sitze ich hier und schreibe diese Zeilen. Die Erschöpfung kommt nicht von der Arbeit und der Begleitung derer, die mir ihr Vertrauen schenken. Ganz im Gegenteil, meine Arbeit gibt mir immer wieder neue Kraft, neue Hoffnung und neuen Mut. Denn jede und jeder, die zu mir finden und gemeinsam in die Arbeit gehen, lassen mich immer wieder neu erstaunen und stellen den Beweis, was alles möglich ist. Und dafür bin ich so unbeschreiblich dankbar.
Meine Erschöpfung kommt aus dem, was ich im Privaten halte und den Dynamiken und Geschehnissen in der Welt. Es ist leicht, die Hoffnung zu verlieren und nur noch das Leid zu sehen. Wie kann man dem gerecht werden bei all der Ungerechtigkeit?
Ich glaube, das können wir nicht. Doch was wir können, ist uns auf das besinnen, was in unseren Möglichkeiten liegt.
Emotionen brauchen Raum, gefühlt und gesehen zu werden, sich zu bewegen. Sie brauchen Halt und Führung. Sie müssen erzählen und berichten dürfen. Im passenden und sicheren Kontext. Wenn wir ihnen all das nicht gewähren oder ermöglichen können, dann kapseln sie sich entweder ein oder übernehmen die Kontrolle.
Nur weil wir nicht hinschauen, bedeutet das nicht, dass sie nicht da sind. Und uns alleine von ihnen leiten zu lassen, ist nicht weise. Dann verfangen wir uns in willkürlicher Emotionalität. Beides kann unfassbares Leid erzeugen. In uns und in anderen.
Jede und jeder, die den Mut haben, sich und ihren Gefühlen zu begegnen und zu lernen, mit ihnen den Kontakt aufzunehmen, verändert etwas. Nicht nur für sich, sondern für alle, die vor uns kamen und nach uns kommen.
Daher noch einmal, danke - von ganzem Herzen. Danke, dass du den Mut hast, dir zu begegnen, deinen Verletzungen Raum zu geben. Und für die Bereitschaft und den Willen, deinen Weg neu zu gestalten. I bow to each and every one of you deeply. With all my heart, Cory. ❤️