19/12/2018
Liebe Kundinnen und Kunden,
liebe Geschäftspartner/-innen,
auch in diesem Jahr möchte ich die Gelegenheit nutzen und Ihnen einige meiner rückblickenden Gedanken, zusammen mit meinen Weihnachtsgrüßen schicken.
Letztes Jahr schrieb ich, dass ich auf ein bewegtes Jahr 2017 zurückblickte und die Geburt meines Sohnes als das wunderbarste Erlebnis meines Lebens empfand. In diesem Jahr ging es mir genauso, schließlich war ich bis September in Elternzeit und meine Welt drehte sich nur um meinen Sohn. Vielleicht kennen Sie das aus eigener Erfahrung, wenn Sie Kinder haben. Aber auch neue Aufgaben, beruflich wie privat, können uns ganz einnehmen, sodass wir wenig Raum und Zeit für uns haben. Und so war dieses Jahr neben einigen Verlusten von lieben Menschen, auch geprägt von vielen Lernaufgaben für mich als Frau, als Mutter und als Mensch..aber vor allem für Heike Fischer, die Unternehmerin, die Macherin. Die Frau, deren Lebensmotto „Gesagt, getan!“ W A R.
Ich musste Demut lernen, Geduld und noch mehr Geduld. Wie ich das erlernt habe? Mein Sohn hat es mir beigebracht. Er scheint geschafft zu haben, was viele hochbezahlte Coachs und Supervisoren zuvor nicht schafften.
Was ist also passiert? Anton, so heißt mein Sohn, hat mir zunächst die Prioritäten so durchgeschüttelt, dass mein ganzes Selbstverständnis neu geordnet werden musste. Plötzlich stand Selbstverwirklichung nicht mehr ganz oben auf der Bedürfnispyramide, sondern der tief verwurzelte Wunsch, einfach alles für dieses kleine Wesen zu tun und zu geben. Ja, auch wenn dies heißt beruflich und privat zurückzustecken und meine Grenzen eher durch Stillstand als durch Wachstum zu erreichen. Das kam meinem Bild von mir als Frau und Mutter, so wie ich es vor der Geburt im Kopf hatte, nun gar nicht mehr gleich. Dazu kam dann noch, dass ich plötzlich weder Zeit noch Raum hatte für Reflexion, Gedanken und Ruhe...ein Zustand den ich in der Form selbst bei 70 Stunden Wochen nicht kannte.
Und nun kommt die Quintessenz der Geschichte: Es macht mir gar nichts aus und ich genieße trotzdem jede Sekunde mit meinem Sohn! Das ist doch wirklich seltsam dachte ich, dass jemand wie ich, der sein Leben lang Werte wie Autonomie, Selbstverwirklichung und Entscheidungsfreudigkeit lebte, plötzlich „gefangen“ in der Betreuung des Sohnes, in absoluter Entschleunigung und ausgebremst eine Befreiung erlebt. Ich kann Ihnen allen sagen, nachdem ich mir seit September tatsächlich wieder Raum und Zeit für meine persönliche Entfaltung genommen habe-wir reden hier von einem Tag die Woche :-), dass es etwas mit unserem Selbstverständnis zu tun hat. Unser Selbstverständnis wird geformt durch unsere Wertevorstellungen und diese können und dürfen sich ändern.
Das ist es was ich Ihnen für den Rückblick und die Reflexion des Jahres 2018 wünsche. Eine Identifizierung Ihrer Selbstvorstellung, dem der Sie sein möchten (Selbstideal) und dem, der Sie waren. Nicht gepaart mit den altbekannten „Guten Vorsätzen“, die sich dann ausschließlich an dem Selbstideal orientieren. Überlegen Sie doch einmal für sich selbst, ob Sie Ihre Vorstellungen und Ihr Ideal von sich selbst dem Ist Zustand anpassen möchten. Was würde Ihnen diese Anpassung bringen? Was wäre möglich, wenn Sie sich selbst erst einmal so akzeptieren wie Sie sind? Natürlich hat jeder Mensch seine persönlichen und beruflichen Bereiche, die er ändern möchte und das ist sehr gesund und natürlich, aber diese Wünsche dürfen die Basis der Selbstannahme haben.
Wäre dann das Streben nach Entwicklung nicht eher das natürlichste der Welt statt der Leistungsgedanke, den gute Vorsätze häufig haben? Die Antworten auf diese Fragen können Sie nur für sich selbst finden, eventuell sogar mit einem professionellen Coaching im nächsten Jahr. Hätten wir hundert Antworten hierauf, hätten wir sicherlich auch hundert unterschiedliche Wahrnehmungen des hier Geschriebenen.
In diesem Sinne und mit all diesen Gedanken über Rollen, Selbstideal und Selbstannahme, möchte ich mich in die Weihnachtsferien von Ihnen verabschieden. Ich wünsche Ihnen besinnliche Tage mit Ihren Lieben und einen wunderbaren Rutsch ins neue Jahr!
Herzlichst,
Ihre Heike Fischer