11/03/2026
Sie hat Palliativmedizin gelernt, gelebt und gelehrt: Dr. Katja Vogelsang, seit sechs Jahren Leiterin der Palliativstation im EvK Herne und Vorstandsmitglied in der APPH Ruhrgebiet, wechselt zum 1. April als Chefärztin für Schmerztherapie an die Klinik Blankenstein nach Hattingen. Wir sind traurig 😢, dass sie uns verlässt, aber dankbar 🙏🙏für die tolle Arbeit, die sie im Vorstand unserer Akademie geleistet hat.
Wer die Palliativstation am Evangelischen Krankenhaus Herne in den vergangenen Jahren besuchte, hat Katja erlebt: eine Ärztin, die nicht nur Menschen am Ende des Lebens behandelt, sondern zugleich eine ganze Station neu gedacht hat. Als sie vor sechs Jahren die Palliativstation am EvK Herne von ihrem Vorgänger Dr. Wolf Diemer übernahm, zählte diese sechs Betten. Heute verfügt sie über zehn.
Der 2024 eröffnete hochmoderne Erweiterungsbau war ein wichtiger Schritt, den Vogelsang aktiv begleitete und vorantrieb. Die Zahl der Patienten stieg unter ihrer Führung um ein Vielfaches. Menschen aus der gesamten Ruhrregion und darüber hinaus kommen heute zur Behandlung nach Herne.
Katja Vogelsang öffnete die Station für die akademische Medizin. Sie engagierte sich als Dozentin für Palliativmedizin, führte Lehrvisiten und multidisziplinäre Fallbesprechungen für Studierende der Ruhr-Universität Bochum ein. Das EvK Herne bietet auf der Station heute jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, die Zusatzweiterbildung Palliativmedizin zu erlangen. Lehren und Lernen wurden zum festen Bestandteil der Stationskultur.
Auch im APPH-Vorstand hinterließ sie Spuren. Die von Dr. Vogelsang konzipierten Palliativtage zu Themen wie Kinder- und Familientrauerarbeit (2024) oder Interdisziplinarität in Notfall- und Palliativmedizin (2025) gehören mit zu den besucherstärksten der letzten Jahre.
Als Schmerzmedizinerin und Palliativärztin vereint Dr. Katja Vogelsang zwei Fachgebiete, die auf der Station täglich ineinandergreifen. "Der Schmerz ist bei vielen unserer Patienten eines der Hauptsymptome. Dass ich in Herne beides verbinden konnte, hat mich in meiner Arbeit immer begleitet. So ist Palliativmedizin zu meiner Herzensangelegenheit geworden", sagt sie.
Ihren Wechsel zum 1. April beschreibt die Bochumerin mit gemischten Gefühlen: "Ich verlasse meine Station und mein Team mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich habe die Stadt enorm zu schätzen gelernt. Ob ambulant oder stationär - die palliative Versorgung und die Vernetzung der einzelnen Akteure ist beispielhaft. Das Engagement der Stadtgesellschaft für unsere Arbeit sucht seinesgleichen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung in Hattingen, werde aber garantiert Heimweh nach Herne bekommen.“
Auch Pfarrer Frank Obenlüneschloß, Vorsitzender des Fördervereins Palliativstation im EvK Herne und Ambulanter Hospizdienst, bedauert den Wechsel Vogelsangs: "Unter ihrer Leitung hat sich die Palliativstation in einem Maß weiterentwickelt, das unsere Erwartungen übertroffen hat. Ihr Weggang tut uns weh. Aber wir verstehen, dass Katja Vogelsang neue Wege gehen will. Wir wünschen ihr für die nächste Station alles Gute."