19/02/2026
Diagnosedonnerstag 💡 F66.0 Sexuelle Reifungskrise
Es ist wichtig zu verstehen, dass die ICD-10 die sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell, ect. ) an sich nicht als Störung ansieht. Die Diagnose F66.0 bezieht sich vielmehr auf das Leiden und die psychischen Symptome, die durch Unsicherheit oder Konflikte in Bezug auf die eigene Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung entstehen.
Konkret bedeutet die Sexuelle Reifungskrise (F66.0):
💎 Unsicherheit: Die betroffene Person leidet unter einer Unsicherheit bezüglich ihrer Geschlechtsidentität (d.h. ob sie sich als weiblich, männlich, divers, nonbinary ect.) oder ihrer sexuellen Orientierung (d.h. zu wem sie sich sexuell hingezogen fühlt).
💎 Begleitende psychische Symptome: Diese Unsicherheit geht einher mit Ängsten oder Depressionen.
💎 Auftreten: Dies tritt häufig bei Heranwachsenden auf, die sich noch unsicher sind, zu welchem Geschlecht sie sich sexuell hingezogen fühlen. Es kann aber auch bei Erwachsenen vorkommen, die nach einer Phase scheinbar stabiler sexueller Orientierung oder in einer langjährigen Beziehung die Erfahrung machen, dass sich ihre sexuelle Orientierung ändert.
Wichtiger Hinweis: Es wird nicht die sexuelle Orientierung selbst als psychische Störung klassifiziert, sondern die psychischen Belastungen und Symptome, die aus der Unsicherheit oder einem Konflikt bezüglich der sexuellen Identität oder Orientierung resultieren!