03/04/2026
Situative Beharrlichkeit vs. Konsequenz
oder
Selbstwirksamkeit vs. Grenzen austesten
Letzte Woche habe ich euch von Deeks erzählt, Geräuschempfindlichkeit, Hafen, Vollbremsung… und einem Moment, in dem ich ihn einfach durchgezogen habe.
Die Quittung kam am nächsten Tag: „Nein danke“ am Kofferraum.
Also: Raum geben. Warten. Fragen.
Und ein leises „Ja“.
Selbstwirksamkeit. Vertrauen. Wahrgenommen werden.
Soweit die eine Seite.
Heute: ganz andere Situation.
Gleicher Hund, anderes Thema.
Frühling. Schäferhund. Hormone.
Schnuppern, schlecken, schmatzen, das volle Programm. Gehört dazu.
Ich wollte ein Stück zügiger vorankommen, habe ihn rangerufen, Leine verkürzt.
Und Deeks?
Wieder Vollbremsung. Rückwärtsgang.
Optisch exakt das gleiche Verhalten wie bei seiner Unsicherheit.
Innerlich? Etwas ganz anderes.
Kein Stress. Kein Lärm.
Nur sehr verlockende Duftbotschaften.
Und genau hier wird es spannend.
Letzte Woche: Raum geben.
Heute: dranbleiben.
Ruhig, klar, ohne Druck und mit einem anderen inneren Bild.
Nicht „ich übergehe dich“, sondern
„ich sehe dich, und wir gehen trotzdem gemeinsam weiter“.
Man konnte es ihm ansehen:
„Hat doch letztens funktioniert…“
Ja, mein Lieber.
Nur heute sind die Voraussetzungen andere 😉
Das ist für mich der Unterschied zwischen starrer Konsequenz und situativer Beharrlichkeit.
Gleiche Reaktion auf jedes Verhalten?
Fühlt sich im ersten Moment klar an.
Wird dem Hund in seiner aktuellen Lage nur oft nicht gerecht.
Und keine Sorge, ein paar Liebesdüfte später durften selbstverständlich noch ausführlich gefeiert werden.
Das Leben besteht aus Kompromissen… auch in der Mensch-Hund-Beziehung 😉