28/12/2025
Wenn dich Jahresrückblicke innerlich stressen, liegt das nicht daran, dass du neidisch, undankbar oder zu empfindlich bist. Es liegt daran, dass dein Gehirn versucht, aus sehr wenig Informationen sehr große Schlüsse zu ziehen.
Ein paar Dinge, die helfen können, das einzuordnen:
1. Erinnere dich aktiv daran, was du vergleichst. Du vergleichst dein gelebtes Jahr inklusive Zweifel, Erschöpfung, innerer Kämpfe und stiller Fortschritte mit einer kuratierten Oberfläche. Das ist kein fairer Vergleich, sondern ein Kategorienfehler. Dein Gehirn liebt trotzdem diese Abkürzung, besonders bei ADHS, weil Kontext schnell verloren geht 🧠
2. Frag dich nicht, ob dein Jahr gut war, sondern WOFÜR es gut war. Manche Jahre sind nicht dafür da, etwas zu erreichen, sondern etwas zu stabilisieren, zu überleben oder zu verstehen. Das fühlt sich im Rückblick oft leer an, ist aber die Voraussetzung dafür, dass überhaupt wieder etwas wachsen kann 🌱
3. Wenn ein Vergleich triggert, nutz ihn als Hinweis statt als Urteil. Was genau löst Druck aus? Tempo? Sichtbarkeit? Produktivität? Das sagt oft mehr über deine aktuellen inneren Antreiber aus als über dein tatsächliches Versagen. Vergleiche können entlarvend sein, wenn man sie liest wie ein Symptom und nicht wie ein Beweis 🔍
4. Schreib dir dein Jahr anders auf. Nicht monatsweise und nicht in Erfolgen, sondern in Belastungen, Wendepunkten, Dingen, die du heute besser kannst als im Januar. Viele merken erst dann, wie viel sie tatsächlich gehalten haben ✍️
5. Begrenze bewusst, was dein Nervensystem gerade konsumiert. Das ist keine Schwäche, sondern Regulation. Dein Gehirn darf Pausen von Maßstäben machen, die ihm gerade nicht guttun 🧘♀️
Und zuletzt: Ein Jahr ist kein Leistungsnachweis. Es ist ein Abschnitt Leben. Manche Abschnitte sehen von außen spektakulär aus, andere sind innerlich entscheidend. Instagram zeigt meist nur eines davon.
Was machen diese Jahresrückblicke mit dir?
Wenn du magst, speicher dir den Post für später. Manche Gedanken wirken erst, wenn der erste Vergleich schon passiert ist 🤍