Psychotherapie-glaßmeyer

Psychotherapie-glaßmeyer Hier geht es um psychische Gesundheit, Aufklärung und die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.

Wenn dich Jahresrückblicke innerlich stressen, liegt das nicht daran, dass du neidisch, undankbar oder zu empfindlich bi...
28/12/2025

Wenn dich Jahresrückblicke innerlich stressen, liegt das nicht daran, dass du neidisch, undankbar oder zu empfindlich bist. Es liegt daran, dass dein Gehirn versucht, aus sehr wenig Informationen sehr große Schlüsse zu ziehen.
 
Ein paar Dinge, die helfen können, das einzuordnen:
 
1. Erinnere dich aktiv daran, was du vergleichst. Du vergleichst dein gelebtes Jahr inklusive Zweifel, Erschöpfung, innerer Kämpfe und stiller Fortschritte mit einer kuratierten Oberfläche. Das ist kein fairer Vergleich, sondern ein Kategorienfehler. Dein Gehirn liebt trotzdem diese Abkürzung, besonders bei ADHS, weil Kontext schnell verloren geht 🧠
 
2. Frag dich nicht, ob dein Jahr gut war, sondern WOFÜR es gut war. Manche Jahre sind nicht dafür da, etwas zu erreichen, sondern etwas zu stabilisieren, zu überleben oder zu verstehen. Das fühlt sich im Rückblick oft leer an, ist aber die Voraussetzung dafür, dass überhaupt wieder etwas wachsen kann 🌱
 
3. Wenn ein Vergleich triggert, nutz ihn als Hinweis statt als Urteil. Was genau löst Druck aus? Tempo? Sichtbarkeit? Produktivität? Das sagt oft mehr über deine aktuellen inneren Antreiber aus als über dein tatsächliches Versagen. Vergleiche können entlarvend sein, wenn man sie liest wie ein Symptom und nicht wie ein Beweis 🔍
 
4. Schreib dir dein Jahr anders auf. Nicht monatsweise und nicht in Erfolgen, sondern in Belastungen, Wendepunkten, Dingen, die du heute besser kannst als im Januar. Viele merken erst dann, wie viel sie tatsächlich gehalten haben ✍️
 
5. Begrenze bewusst, was dein Nervensystem gerade konsumiert. Das ist keine Schwäche, sondern Regulation. Dein Gehirn darf Pausen von Maßstäben machen, die ihm gerade nicht guttun 🧘‍♀️
 
Und zuletzt: Ein Jahr ist kein Leistungsnachweis. Es ist ein Abschnitt Leben. Manche Abschnitte sehen von außen spektakulär aus, andere sind innerlich entscheidend. Instagram zeigt meist nur eines davon.
 
Was machen diese Jahresrückblicke mit dir?
 
Wenn du magst, speicher dir den Post für später. Manche Gedanken wirken erst, wenn der erste Vergleich schon passiert ist 🤍
 

27/12/2025

„Du kannst kein ADHS haben“, dieser Satz ist so ein Paradebeispiel dafür, wie wenig Menschen wirklich über ADHS wissen.
 
ADHS ist keine Schublade, in die man rein- oder rausfällt, je nachdem, wie man aussieht oder sich verhält. Es ist eine neurobiologische Besonderheit. Trotzdem glauben viele, man könne ADHS „sehen“. Wenn jemand laut, hibbelig oder unstrukturiert ist, passt es ins Bild. Wenn jemand ruhig, erfolgreich oder empathisch wirkt, passt es nicht, also wird die Diagnose angezweifelt.
 
Aber genau das zeigt, wie sehr unser Verständnis noch in alten Bildern steckt: zappelnde Jungs, schlechte Noten, Chaos im Kinderzimmer. Das war die Brille, durch die jahrzehntelang geschaut wurde. Nur sieht ADHS bei Erwachsenen, vor allem bei Frauen, ganz anders aus.
 
Viele sind innerlich permanent in Bewegung: Grübeln, planen, analysieren, kompensieren. Nach außen wirken sie kontrolliert, innerlich läuft ein Marathon. Was aussieht wie Disziplin, ist oft Angst, etwas zu vergessen. Was aussieht wie Ruhe, ist Erschöpfung. Was aussieht wie Erfolg, ist Selbstüberforderung.
 
Und genau deshalb wird ADHS so oft übersehen: weil nicht erkannt wird, dass die Strategien, mit denen jemand funktioniert, ein Teil des Problems sind und nicht der Beweis, dass keins besteht.
 
Wenn jemand also sagt: „Du kannst kein ADHS haben, du bist doch Therapeutin / Mutter / organisiert“, sagt er eigentlich: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass beides gleichzeitig existiert.“ Aber das tut es. Jeden Tag.
 
ADHS ist sehr divers. Kennst du EINE Person mit ADHS, kennst du EINE Person mit ADHS.
 
ADHS ist kein Mangel an Intelligenz, Disziplin oder Selbstreflexion. Es ist eine andere Art, Reize zu verarbeiten, zu denken, zu fühlen. Und ja, auch ruhige, erfolgreiche, reflektierte Menschen können ADHS haben, sie haben gelernt, es zu verstecken.
 

25/12/2025

Selbstfürsorge klingt nach Ruhe, Duftkerzen und Wohlfühlen. Aber in Wirklichkeit ist sie oft unbequem, weil sie dich zwingt, Dinge zu tun, auf die du keine Lust hast, die aber wichtig sind. Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, auch dann, wenn niemand applaudiert.

Manchmal ist Selbstfürsorge, das Handy wegzulegen und endlich ins Bett zu gehen, obwohl du noch scrollen willst. Manchmal heißt sie, auf Fastfood zu verzichten, weil du weißt, dass dein Körper etwas anderes braucht. Oder endlich diesen Arzttermin zu machen, weil du dich ernst nimmst. Hautkrebsvorsorge zum Beispiel.

Echte Selbstfürsorge ist nicht immer nett. Sie bringt dich in Kontakt mit deiner Trägheit, deiner Angst, deiner Bequemlichkeit. Mit den Anteilen, die lieber weiter funktionieren würden, statt Verantwortung zu übernehmen. Aber genau da beginnt Entwicklung. Denn Selbstfürsorge bedeutet nicht, es sich leicht zu machen. Sie bedeutet, ehrlich zu sich zu sein.

Oft ist sie der Moment, in dem du erkennst, dass du nicht mehr gegen dich arbeiten willst, aufhörst, dich zu sabotieren, dich zu vernachlässigen oder zu betäuben und dir selbst wieder zuhörst. Und ja, das fühlt sich anfangs komisch an, manchmal wie Verlust, manchmal wie Widerstand. Aber langfristig ist es das, was dich wirklich weiterbringt.

Selbstfürsorge heißt: sich ernst nehmen, bevor dein Körper es für dich übernimmt. Auch wenn es unangenehm ist.

Und genau das lernst du in AIKO. Wie du dich um dich kümmerst, auch wenn es anstrengend ist. Wie du dranbleibst, wenn du keine Motivation hast. Und wie du aufhörst, dich selbst zu vernachlässigen, nur weil du es gewohnt bist, zu funktionieren.

Wenn du das lernen willst, dann kommentiere ➡️AIKO⬅️.


22/12/2025

Anzeige|Manchmal merkt man Einsamkeit nicht sofort. Sie schleicht sich eher ein als ein leises Gefühl von „irgendwas fehlt“, obwohl eigentlich genug Menschen im Leben sind. Gerade an Weihnachten zeigt sich das oft deutlicher, weil überall dieses Bild von Nähe und perfekten Momenten herrscht und man selbst vielleicht etwas ganz anderes spürt.
 
Was kannst du konkret tun:
 
• Such dir eine Person statt die ganze Runde. Setz dich bewusst neben jemanden, der dir halbwegs gut tut, und komm ins Gespräch.  
• Plan dir Pausen ein, bevor du sie brauchst. Ein kurzer Spaziergang, fünf Minuten raus aus dem Trubel, ein Telefonat mit jemandem, der dich nicht bewertet. Oder einfach der Moment, in dem du dir erlaubst, ehrlich zu merken: Ja, es fühlt sich gerade schwer an. Das macht dich nicht schwach, das macht dich ehrlich.
• Du musst auch nicht der Pausenclown sein, nur damit es nach Harmonie aussieht.
• Mach dir einen Exit Satz fertig. „Ich fahr jetzt, war schön euch zu sehen.“ Mehr Erklärung macht es meistens nur unangenehmer.
• Wenn du Nähe willst, sag es konkret zu der Person, der du vertraust: „Ich bin heute dünnhäutig, kannst du ab und zu mal bei mir einchecken.“ Das ist keine Bedürftigkeit, das ist Kommunikation.
• Stoppe die innere Selbstabwertung. Nur weil andere lachen, heißt das nicht, dass es bei ihnen leichter ist.
• Danach kein stundenlanges Kopfkino. Schreib dir drei Sätze auf: Was war okay. Was hat weh getan. Was mache ich nächstes Mal anders. Das ist Selbstführung.
 
Und wenn du merkst, dass du dieses Einsamkeitsgefühl oft hast: Dann lohnt sich die unbequeme Frage, ob du in Beziehungen gerade mehr funktionierst als du dich zeigst.
 
Verbindung entsteht nicht durch Anwesenheit, sondern durch Echtheit. Und ja, das macht dich verletzlich. Aber es ist auch der einzige Weg raus aus diesem inneren Alleinsein.
 
Kennst du das? Und was würdest du dir in solchen Momenten von anderen wünschen?
 

21/12/2025

Viele Menschen erkennen sich in einzelnen ADHS-Anzeichen wieder. Und das ist erst mal nichts Besonderes. Fast jeder kennt Phasen, in denen die Konzentration nachlässt, Aufgaben aufgeschoben werden oder Gedanken abschweifen. Man ist vergesslicher, wenn man gestresst ist, reizbarer, wenn zu viel gleichzeitig passiert, unruhiger, wenn man schlecht geschlafen hat oder emotional belastet ist. Das gehört zum Menschsein, zu Überforderung, zu einem vollen Alltag. Genau deshalb sagen viele: Das kenne ich auch.
 
Und genau hier entsteht das Missverständnis. Denn ADHS beschreibt keine einzelnen Situationen, sondern ein durchgängiges Muster. Es geht nicht um ab und zu, sondern um ständig. Nicht nur um stressige Phasen, sondern auch um Zeiten, in denen eigentlich Ruhe da wäre. Nicht nur um einen Lebensbereich, sondern gleichzeitig um Arbeit, Beziehungen, Alltag, Selbstorganisation und den eigenen Selbstwert.
 
ADHS bedeutet nicht, dass jemand manchmal unkonzentriert ist. Es bedeutet, dass Aufmerksamkeit, Impulse, Emotionen und Motivation dauerhaft anders reguliert werden müssen. Dass Dinge, die für andere selbstverständlich sind, jeden Tag bewusst gesteuert werden. Und dass genau das unfassbar viel Kraft kostet. Kraft, die man von außen oft nicht sieht.
 
Viele Menschen mit ADHS wirken nach außen funktionierend. Was unsichtbar bleibt, ist der innere Aufwand, sich zusammenzureißen, nichts zu vergessen, nicht zu viel zu sein, nicht anzuecken. Und genau deshalb trifft der Satz „Heute hat doch jeder ADHS“ so sehr. Er nimmt dem Erleben seine Berechtigung und macht aus echtem Leidensdruck etwas Belangloses.
 
Genau hier beginnt Selbstfürsorge. Aber nicht im Sinne von noch mehr Optimierung, sondern darin, das eigene Erleben ernst zu nehmen, sich nicht weiter kleinzumachen und aufzuhören, sich ständig zu vergleichen.
 
In AIKO geht es genau darum: Menschen mit hohem innerem Kraftaufwand dabei zu unterstützen, ihren Alltag so zu gestalten, dass er sie nicht weiter erschöpft, sondern stabilisiert.
 
Kommentiere AIKO, wenn du mehr wissen willst
 
autismus psychologie psychotherapie AIKO Selbstfürsorge Selfcare selbstbewusstsein selbstwert

20/12/2025

Hyperaktivität wird bei Frauen oft übersehen, weil sie sich selten so zeigt, wie man es aus den klassischen Beschreibungen kennt. Statt körperlich auffällig zu sein, läuft sie leise im Hintergrund: in Gedanken, Sorgen, Ängsten und innerem Druck. Viele Frauen mit ADHS erleben eine Art Daueranspannung, die kaum jemand sieht. Sie wirken ruhig, verlässlich und leistungsfähig, aber ihr Nervensystem steht kaum still. Das hat nichts mit Disziplin zu tun, sondern mit Überforderung im Inneren.
 
Die permanente innere Aktivität sorgt dafür, dass viele nie wirklich abschalten. Selbst in Pausen kreisen Gedanken um To-dos, offene Gespräche, Erwartungen. Der Körper sitzt vielleicht still, aber das Gehirn arbeitet ununterbrochen. Genau das ist einer der Gründe, warum Erschöpfung, Schlafstörungen und Reizbarkeit bei Frauen mit ADHS so häufig sind, sie leben in einem Zustand ständiger innerer Anspannung, der nach außen kaum sichtbar ist.
 
Ein wichtiger Schritt ist, diese Form von Hyperaktivität überhaupt zu erkennen und nicht länger als „Stress“, „Kontrollzwang“ oder „Perfektionismus“ abzutun. Denn dahinter steckt oft der Versuch des Gehirns, Stabilität herzustellen. Zu verstehen, dass diese Unruhe keine Schwäche ist, sondern eine Reaktion auf Reizüberflutung, kann unglaublich entlastend sein.
 
Hilfreich sind Routinen, die nicht auf Leistung, sondern auf Regulation ausgelegt sind: bewusste Pausen ohne Ablenkung, regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung ohne Druck, ein klarer Feierabend, auch wenn noch Dinge offen sind. Es geht nicht darum, perfekt zu entspannen, sondern dem Körper zu zeigen, dass er sicher ist.
 
Und genau da setzt AIKO an. Der Kurs hilft dir, dich besser um dich zu kümmern, denn echte Selbstfürsorge beginnt da, wo du aufhörst, dich zu überfordern.
 
Kommentiere AIKO, wenn du mehr wissen willst.
 
autismus psychologie psychotherapie AIKO Selbstfürsorge Selfcare selbstbewusstsein selbstwert

18/12/2025

In letzter Zeit Monaten liest man immer wieder, dass sich die Zahl der ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen fast verdreifacht habe. Das klingt auf den ersten Blick so, als gäbe es plötzlich viel mehr Menschen mit ADHS. Genau dieser Schluss ist aber falsch, denn was hier gestiegen ist, sind nicht die Menschen mit ADHS, sondern die Zahl der Menschen, die endlich erkannt werden.
 
ADHS ist nichts, was plötzlich im Erwachsenenalter entsteht. Die Menschen mit ADHS gab es auch vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren schon. Sie hatten dieselben Schwierigkeiten, dieselben Muster, denselben inneren Stress. Was sich verändert hat, ist nicht ihr Gehirn, sondern der Blick darauf.
 
Über viele Jahre wurde ADHS bei Erwachsenen kaum diagnostiziert. Besonders Frauen fielen durch jedes Raster, weil ihre Symptome oft nicht dem klassischen Bild entsprachen. Sie waren angepasst, leistungsfähig, organisiert nach außen, aber innerlich häufig überfordert. Statt einer ADHS-Diagnose bekamen sie andere Zuschreibungen: zu sensibel, zu chaotisch, ängstlich, depressiv oder nicht belastbar. Die Zahl der Diagnosen war dadurch künstlich niedrig: nicht, weil es weniger Betroffene gab, sondern weil man sie nicht gesehen hat.
 
Wenn sich heute die Diagnostik verbessert, Fachwissen zunimmt und ADHS im Erwachsenenalter ernst genommen wird, passiert etwas Erwartbares: Die Zahl der Neudiagnosen steigt. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Zahl der Menschen mit ADHS verdreifacht hat. Es bedeutet, dass eine lange Phase des Übersehens aufgeholt wird.
 
Was viele nach einer späten Diagnose erleben, ist trotzdem Unsicherheit. Zweifel. Die Frage, ob man sich all das vielleicht doch nur einbildet. Genau hier beginnt Selbstfürsorge als bewusster Umgang mit sich selbst, mit den eigenen Grenzen, Bedürfnissen und Mustern.
 
AIKO setzt genau an diesem Punkt an, um Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst besser zu verstehen und sich im Alltag nicht weiter zu überfordern. Denn Selbstfürsorge bedeutet in diesem Kontext, sich ernst zu nehmen.
 
Für mehr Infos kommentiere ➡️AIKO⬅️
 

16/12/2025

Viele Menschen glauben immer noch, Erfolg bei ADHS entstehe trotz der Symptome. So, als würde man etwas schaffen, obwohl man eigentlich eingeschränkt ist. Dieser Blick macht aus ADHS ein Defizit. Und genau das erzeugt Scham, Selbstzweifel und das Gefühl, sich ständig beweisen zu müssen.

Die Realität ist eine andere. Menschen mit ADHS erreichen Dinge oft nicht, weil sie ihre Diagnose ignorieren, sondern weil sie lernen, mit ihr zu leben. Mit ihren Stärken, ihren Bedürfnissen und auch ihren Grenzen. Der Weg führt weniger über Disziplin und Verdrängen, sondern über Verstehen und Anpassen.

Erfolg mit ADHS kann bedeuten, anzuerkennen, wie das eigene Gehirn arbeitet. Zu verstehen, was Energie kostet und was entlastet. Zu lernen, welche Rahmenbedingungen helfen und welche dauerhaft überfordern. Und sich Schritt für Schritt zu erlauben, Grenzen zu setzen, ohne sich sofort schuldig oder unfähig zu fühlen.

Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend, weil er Identität und Selbstwert verändert. Wer glaubt, nur trotz ADHS erfolgreich zu sein, bleibt oft im inneren Kampfmodus. Wer erkennt, dass Erfolg auch mit ADHS möglich ist, kann beginnen, respektvoller mit sich umzugehen. Dann geht es weniger darum, sich an neurotypische Maßstäbe anzupassen, und mehr darum, die eigene Art zu denken als Ressource zu nutzen.

Sich selbst besser zu verstehen kann helfen, nicht länger permanent gegen sich zu arbeiten, sondern bewusster mit den eigenen Stärken umzugehen. Das verändert nicht sofort alles, aber es verschiebt etwas Grundlegendes.

Und genau hier wird Selbstfürsorge relevant. Fragen wie: Wo gehe ich regelmäßig über meine Belastungsgrenze? Wie gehe ich mit Emotionen um? Welche Grenzen schützen mich im Alltag? Welche inneren Überzeugungen halten meinen Selbstwert klein?

An diesen Punkten setzt AIKO an. Der Kurs unterstützt dich dabei, dein eigenes System besser zu verstehen und ein Leben aufzubauen, das dich langfristig stabilisiert, statt dich ständig Kraft zu kosten.

Kommentiere AIKO für mehr Infos.

14/12/2025

Die Jägerhypothese ist keine gesicherte Wahrheit, aber sie kann erklären, warum sich ADHS für so viele Menschen so logisch anfühlt.
 
Die Idee dahinter: Früher brauchte eine Gruppe Menschen, die anders tickten. Menschen, die schneller reagierten ⚡️, mehr wahrnahmen 👀, mutiger waren 🐾 und in entscheidenden Momenten sofort handeln konnten. Genau die Fähigkeiten, die heute oft kritisiert werden.
 
Wenn man das so betrachtet, wirkt vieles plötzlich nachvollziehbar. Dieses ständige „Scannen“ der Umgebung, das viele mit ADHS kennen, heute anstrengend, damals überlebenswichtig. Jedes kleine Geräusch, jede Bewegung, jedes neue Detail: sofort registriert. Impulsivität, die heute als Problem gilt, konnte früher bedeuten: Du reagierst, bevor die Gefahr dich erreicht. Und der berühmte Hyperfokus? Kein Wunder, dass er auftaucht, wenn etwas spannend, emotional oder wichtig ist. Das Gehirn schaltet dann in einen Modus, der alles andere ausblendet, um die Situation möglichst gut zu meistern 🎯.
 
Der Unterschied zu heute könnte größer kaum sein. Unser moderner Alltag ist voll von Dingen, die für ein auf Reizsuche ausgelegtes Nervensystem schwierig sind: lange sitzen, leise sein, wiederholen, warten, anstellen, formulieren, sortieren, planen. Wir haben kaum echte körperliche Aktivitäten, fast keine unmittelbaren Belohnungen und viele Aufgaben, die null Sinngefühl auslösen 📄→📄→📄.

Wenn man das einmal verstanden hat, verändert sich oft etwas Entscheidendes: ADHS wirkt nicht mehr wie persönliches Scheitern, sondern wie eine biologische Ausstattung, die einfach nicht zur heutigen Umgebung passt. Und viele können plötzlich verstehen: „Mit mir ist nichts falsch, die Welt ist nur nicht auf mein Nervensystem gebaut.“
 
Genau da beginnt Selbstfürsorge. Nicht, indem du versuchst, dich neurotypisch zu verbiegen, sondern indem du lernst, mit deinen Stärken und Herausforderungen so umzugehen, dass dein Alltag leichter wird.
 
Wenn du wissen willst, wie Selbstfürsorge geht: Kommentiere AIKO 💛
 

13/12/2025

Die Abfolge ist entscheidend: Etwas passiert. Dann wird erklärt, dass es falsch war. Dann wird die Korrektur ebenfalls als falsch markiert. Und am Ende bleibt Verwirrung, weil Orientierung immer erst im Nachhinein geliefert wird.
 
Auf der Meta-Ebene geht es hier um ein Grundmuster, das viele Menschen mit ADHS kennen: Regeln, Erwartungen und Bewertungen kommen zeitversetzt. Die Handlung ist bereits erfolgt, bevor klar ist, was eigentlich erwartet wurde. Und genau dann entsteht ein Zustand, in dem man gar nicht mehr richtig handeln kann. Nicht richtig, nicht falsch, sondern schlicht orientierungslos.
 
Das Frustrierende daran ist nicht der Fehler. Fehler gehören zum Leben. Das Frustrierende ist, dass es keine stabile Referenz gibt. Kein klares Vorher. Keine eindeutige Ansage. Stattdessen wird bewertet, korrigiert und nachjustiert, während man sich bereits bewegt. Das erzeugt einen dauerhaften Zustand von Unsicherheit.
 
Dieses Muster findet sich nicht nur in solchen Situationen, sondern in Schule, Beruf, Beziehungen und Behörden. Erwartungen sind oft implizit. Regeln werden vorausgesetzt. Rückmeldungen kommen spät. Und wenn sie kommen, sind sie manchmal widersprüchlich. Menschen mit ADHS geraten dadurch immer wieder in Lagen, in denen sie sich nur falsch fühlen können, egal wie sehr sie sich bemühen.
 
Das Video macht sichtbar, was sonst oft unsichtbar bleibt: Dass viele Schwierigkeiten nicht aus mangelnder Fähigkeit entstehen, sondern aus mangelnder Klarheit. Aus Kommunikation, die zu spät kommt. Aus Erwartungen, die nie wirklich ausgesprochen werden. Aus Systemen, die davon ausgehen, dass alle gleichzeitig verstehen, was gemeint ist.
 
Der Moment der Frustration am Ende ist deshalb keine Überreaktion. Er ist eine nachvollziehbare Reaktion auf widersprüchliche Anforderungen. Auf Situationen, in denen man sich bemüht, es richtig zu machen, aber nie rechtzeitig weiß, woran man eigentlich gemessen wird.
 
Kennst du solche Momente aus deinem Alltag? Schreib es in die Kommentare.
 

11/12/2025

Neurotypische Gehirnzellen wirken von außen oft so, als würden sie sich alle abgesprochen haben. Eine Richtung, ein Tempo, eine Aufgabe, keine Zwischenfragen.
Ein System, das Reize sortiert, bevor es reagiert, und einen Fokus hält, ohne ständig von innen heraus unterbrochen zu werden.
 
ADHS-Gehirnzellen funktionieren dagegen nach einem ganz anderen Prinzip. Sie arbeiten dynamischer, sprunghafter, schneller. Statt einer geordneten Marschkolonne entsteht ein Netzwerk, in dem mehrere Impulse gleichzeitig starten, sich gegenseitig überholen oder für einen Moment die Richtung wechseln.
 
Das kann von außen chaotisch wirken, ist aber neuropsychologisch logisch: Das Gehirn reagiert sensibler auf äußere Reize, bewertet sie schneller und schaltet häufiger zwischen Ideen, Gedanken und Handlungsimpulsen hin und her. Es entsteht keine lineare Abfolge, sondern ein ständiges Neuverknüpfen.
 
Während ein neurotypisches Gehirn eine Aufgabe beginnt und die anderen Reize erfolgreich ausblendet, versucht ein ADHS-Gehirn, alles gleichzeitig mitzudenken. Deshalb springen die „Gehirnzellen“ im Video durcheinander. Das System arbeitet parallel, statt nacheinander.

Das führt im Alltag oft zu zwei Dingen: Erstens zu einer schnellen Ideenproduktion, spontanen Assoziationen und kreativen Lösungen. Zweitens zu Überforderungsmomenten, wenn zu viele Reize gleichzeitig um Priorität ringen und die innere Choreografie kippt.
 
Das Video zeigt also keine Übertreibung, sondern ein Grundprinzip: zwei unterschiedliche Arten, Informationen zu verarbeiten. Die eine geordnet, die andere reaktionsfreudig. Beide funktionieren, aber sie erzeugen völlig verschiedene Alltagsrealitäten.
 
Kennst du das?
 

6 Dinge, die man als Psychotherapeutin eigentlich nicht macht … Ich aber schon…   Viele Menschen glauben noch immer, The...
09/12/2025

6 Dinge, die man als Psychotherapeutin eigentlich nicht macht … Ich aber schon…
 
Viele Menschen glauben noch immer, Therapie müsse aus Distanz, Schweigen und möglichst wenig Persönlichkeit bestehen. Und für manche funktioniert das auch. Für manch andere aber nicht. Vor allem für Menschen, die neurodivergent sind, viel spüren, schnell denken, sich leicht verunsichern lassen oder ständig versuchen, sich in Räume hineinzupassen, die nicht für sie gebaut wurden.
 
Ich mache Therapie anders, weil ich jeden Tag sehe, wie schnell Menschen sich klein machen, wenn sie das Gefühl haben, sie müssten „richtig“ wirken. Wie viel Energie darauf geht, eigene Unsicherheiten zu verstecken. Wie oft Patienten sich fragen, ob sie zu emotional, zu unruhig, zu offen oder zu kompliziert sind. Und wie sehr Scham entsteht, wenn sie glauben, Therapie laufe nur dann gut, wenn sie möglichst unauffällig funktionieren.
 
Genau deshalb zeige ich mich. Deshalb spreche ich offen, erkläre verständlich, benenne eigene Fehler und arbeite transparent. Aber nicht, weil ich eine besondere Rolle einnehmen will, sondern weil viele Menschen erst dann loslassen können, wenn sie merken: „Auch hier darf ich echt sein. Auch hier muss ich nicht glänzen. Auch hier darf ich Raum einnehmen.“
 
Das ist kein Bruch mit Professionalität. Es ist eine bewusste Entscheidung für Beziehung, Klarheit und für eine Form von Therapie, die nicht darauf abzielt, Menschen in alte Normen zu pressen, sondern ihnen hilft, sich selbst zu verstehen, statt sich zu verbiegen.
 
Und ja, vieles in der Psychotherapie stammt aus einer Zeit, in der neurodivergente Perspektiven kaum mitgedacht wurden. Das sieht man bis heute. Genau deswegen gehe ich andere Wege, denn sonst bekommen zu viele Menschen wieder das Gefühl, sie seien das Problem, obwohl lediglich das System zu eng ist.
 
Mich interessiert: Welche Art von Therapeutin hättet ihr euch früher gewünscht – und was hat euch gefehlt?
 

Adresse

Tecklenburger Damm 59
Ibbenbüren
49477

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Psychotherapie-glaßmeyer erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Share on Facebook Share on Twitter Share on LinkedIn
Share on Pinterest Share on Reddit Share via Email
Share on WhatsApp Share on Instagram Share on Telegram