Krebs Campus

Krebs Campus Babett & Sebastian
Wissen als Überlebensvorteil
Therapie | Ernährung | NEMs | Körper | Seele

Zur Abstimmung: https://sinn-sachsen.de/abstimmung2025

Wir sind Babett und Sebastian und haben für dich den Krebs Campus gegründet. Babett ist promovierte Biologin und Medizinpädagogin und hat seit 10 Jahren Leberkrebs. Sebastian ist Lehrer der Naturwissenschaften. Unser Motto: Wissen als Überlebensvorteil bei Krebs! Du erhältst auf unserer Seite ganz viel wichtiges Krebswissen zu Therapien, Komplementärmedizin, Nahrungsergänzungsmitteln und neuester Krebsforschung. Bleib dran! Bleib up to date! Bleib glücklich am Leben!

19/02/2026

Wann lohnt sich ein Menschenleben? Wie viel dürfen drei Monate Weiterleben kosten? Was muss ich tun, damit es sich für die Gesellschaft lohnt?

Darauf gibt es nur eine einzige Antwort: Diese Fragen sind unethisch und inakzeptabel. Jede einzelne Minute unseres Lebens ist unbezahlbar! Und nur wir Betroffenen dürfen entscheiden, wie viel wir für diese Minuten bereit sind, zu "opfern".

Denn wir zahlen den Preis fürs (Über)Leben in Form von Nebenwirkungen und Lebensqualität. Wir dürfen sagen, wann es für uns genug ist.

Hast du solche Diskussionen auch schon mitbekommen? Hast du schonmal gehört. das lohnt sich nicht mehr?

18/02/2026

Seit 12 Jahren bin ich Palliativpatientin.

Zumindest nach einem Zettel zu urteilen, den ich irgendwann mal in die Hand gedrückt bekommen habe. Gesprochen hat damals kein Arzt, keine Ärztin mit mir. Ich habe den Zettel gelesen und nicht verstanden, was das mit mir zu tun hat. Ich hatte eine völlig andere Vorstellung von palliativ und die traf und trifft bis heute nicht auf mich zu.

Natürlich unterhalte ich mich mit Ärzt:innen darüber, was das Ziel meiner Systemtherapie ist: stabil bleiben.

Und meine wundervollen Strahlenärzt:innen schreiben immer in den Arztbrief: Lokal kurativer Ansatz. Ich liebe diese Bezeichnung. Denn genau, lokal kann ich immer noch geheilt werden. Nur eben der ganze Körper nicht mehr.

Aber ich nehm es ja eh, wie es kommt, einen Schritt nach dem anderen. Die letzte Bauchmetastase ist raus. Bis Dienstag fühle ich mich noch tumorfrei. Und wenn dann was neues in der Bildgebung gefunden wird, hoffe ich einfach auf einen weiteren lokal kurativen Ansatz. Oder eben auf die nächste stabile Phase.

So habe ich mir mein "palliativ sein" selbst erarbeitet und für mich die richtigen Worte gefunden. Ich hätte aber gerne Ärzt:innen oder Psychoonkolog:innen gehabt, die mich damals dabei unterstützt hätten.
Und du?

16/02/2026

Ich freue mich oft nur noch leise!

Mein Leben mit Krebs hat mich zu einer kleinen Zweiflerin werden lassen. Zu oft habe ich mich über Tumorfreiheit gefreut. Zu oft war das dann ein Fehler. Wie letzten Dezember, als die Bauchwandmetastase übersehen wurde.

Am schlimmsten war aber tatsächlich der Fehler vor 8 Jahren, als es kurz so aussah, als hätte ich meine metastasierte Leberkrebserkrankung überstanden. Anderthalb Wochen war ich sooo glücklich! Danach war mir klar, dass ich chronisch krank bin und bleibe.

Aber weisst du was? Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass ich kein "geheilt" brauche, um glücklich zu sein. Das geht tatsächlich auch metastasiert. Wie? Das erzähle ich dir hier auf meinem Profil.

Erzähle du mir gern auch von dir ❤️

15/02/2026

Ich muss mein Kind härter erziehen!

Das war die Antwort vieler "Expert:innen"auf mein Hilfegesuch für meine Tochter. Ich sah ihr Leid, ihre Verzweiflung und ihre Wut auf dieses harte Leben mit meinem Krebs, aber keiner wollte uns helfen.

Die Psychologin sah keinen Handlungsbedarf. In ihrem Bericht stand, mir fehle es einfach nur an kosequenten Erziehungsmethoden.

Eine Heilpädagogin vermutete Autismus und bezweifelte die Schulfähigkeit meiner Tochter.

Eine Grundschullehrerin empfahl die Förderschule aufgrund der geistig verzögerten Entwicklung. (Theda ist mittlerweile Gymnasiastin mit 2er Durchschnitt!)

Eine Hortnerin fragte, warum ich nicht strenger sei.

Alle wussten von der Schwere meiner Erkrankung. Und alle stellten den Entwicklungsstand meiner Tochter in Frage. Niemand schaute auf ihre Kinderseele und half. Du kannst dir sicher vorstellen, wie verzweifelt ich war. Wie viel Scham und Wut auf das System ich mit mir trug.

Theda hat jetzt eine posttraumatische Belastungsstörung. Und sie hat jetzt endlich ganz viel Unterstützung an ihrer Seite. Ich wünschte, das wäre früher passiert!

14/02/2026

Dating als metastasierte Frau, wie soll das denn funktionieren?

Wird mich überhaupt jemand sexy finden mit so vielen Narben? Oder wenn ich aufgrund der Nebenwirkungen mit Übelkeit und Durchfall ständig auf dem Klo sitze? Wie geht mein Gegenüber damit um, dass ich häufiger Sofa-Abende brauche als Bar-Nächte?

Kann er sich auf das Thema Tod einlassen, wenn doch eigentlich die Schmetterlinge im Bauch tanzen?

Ja, all das ist möglich, denn ich bin mehr als meine Erkrankung! Ich bin die, die mit Sebastian jeden Science fiction Film schaut, der ins Kino kommt. Ich bin die, die ständig rumalbert, aber abends im Bett aus Physikbüchern vorliest. Ich kann aus tiefstem Herzen lieben und mit all meiner Lebensfreude Menschen begeistern. Ich habe eine Welt voller Abenteuer zu bieten. Ich bin liebens- und begehrenswert.

Es ist falsch, Sebastian dafür zu bewundern, dass er "trotz alledem" an meiner Seite geblieben ist. Denn das ist kein bewundernswerter Akt, keine Aufopferung. Dankbar bin ich ihm trotzdem.

Was wir stattdessen bewundern dürfen, ist das Leben, dass uns auch in dunklen Zeiten so viel Licht und Liebe schenkt, wenn wir es zulassen.

"Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf" (1. Korinther)

13/02/2026

Es ist eben nicht "nur" ein Bauchnabel!
Es sind eben nicht nicht "nur" Haare!
Es sind eben nicht "nur" Brüste!

Unser Körper leidet unter den Krebstherapien und verändert sich, oftmals mehr, als wir vertragen wollen. Und eine grosse Herausforderung im Leben mit und nach Krebs ist es, eben diesen veränderten Körper anzunehmen und ein neues Selbstwertgefühl aufzubauen.

Verständnisvolle Chirurg:innen können deshalb maßgeblich dazu beitragen, dass uns das leichter gelingt. Für meinen Chirurgen waren es ein paar Nadelstiche mehr. Für mich war es ganz viel Lebensqualität und grosse Dankbarkeit!

Weisst du, was ich meine?

12/02/2026

Ich habe Angst - mal wieder!

Angst begleitet mich seit ich erkrankt bin. Und das ist keine unbegründete Angst, nein! Sie ist real mit realen Befürchtungen.

Am 8.12. wurden mir zwei Bauchwandmetastasen entfernt. Von einer wusste ich, die zweite zeigte sich in der Patho. Komplikationen bei der Wundheilung brachten mich im Janur noch zweimal in den OP. Ich dachte, jetzt sei dann mal genug mit Komplikationen. Die Wunde darf jetzt heilen.

Aber Du weisst vielleicht, was kommt? Genau, so einfach ist das nicht. Es gibt eine Stelle in der Wunde, die abgeklärt werden muss. Die Gefahr besteht, dass nicht alle Krebszellen entfernt wurden und in der Wunde eine neue Metastase entstanden ist. Nächsten Mittwoch weiss ich vielleicht mehr.

Nun heisst es für mich, der Angst kurz in ihre bekannten Augen zu schauen und dann bewusst Dinge zu tun, die mir etwas die Angst nehmen. Welche das sind, erzähle ich dir im Video.

Was machst du in unsicheren und angstvollen Zeiten?

11/02/2026

Operationen sind wie Überraschungseier.

Oft weiss ich vorher nicht, was und wieviel entfernt werden muss. Ist es nur eine Metastase oder finden sie bei der OP noch mehr? Meist haben die Chirurg:innen bei mir mehr gefunden als erhofft.

Manchmal steht auch im Raum, dass ein ganzes Organ entfernt werden muss. So musste ich bei einer OP um meine rechte Niere fürchten. Sie war im Aufwachraum Gott sei dank noch drin.

Und manchmal ist die OP weitreichender, als in der Bildgebung sichtbar war. Das war bei meiner Nebennierenmetastase so, die in ein grosses Blutgefäss eingewachsen war. Zum Glück wusste ich das erst hinterher.

Und manchmal, hoffen wir bis zuletzt, dass es doch etwas ganz harmloses ist, zum Beispiel Narbengewebe, ein Hämatom oder ein vergessener Tupfer.

Hattest du schonmal eine OP, die dann Entwarnung brachte, weil gar kein Tumor da war?

10/02/2026

Jede Metastase ist ganz großes Pech. Aber ich hab echt den Schwarzen Peter unter den Metastasen gezogen.

Bei der Entfernung des Primärtumors sind Tumorzellen im Operationsgebiet liegen geblieben, genau im Bauchschnitt. Und dort sind sie zu einer Bauchwandmetastase herangewachsen.

Ich hatte dann nochmal Pech, weil diese Metastase Mikrometastasen in die Umgebung ausgesendet hat. Das ist noch seltener als selten und all meine Ärzt:innen waren sehr verwundert. "Das ist eigentlich sehr untypisch für Ihren Krebs!" Ja, selten kann ich.

Es konnte damals alles operativ entfernt werden, dachte ich. Bis im Dezember 2025 genau an der gleichen Stelle zwei neue Metastasen in der Bauchwand auftauchten, 12 Jahre später.

Ich wäre dann jetzt bereit, für etwas mehr Glück! Du auch?

09/02/2026

Schmerzen in der Vergangenheit - Unsicherheiten in der Zukunft. Das, was ich beeinflussen kann, ist das Hier und Jetzt!

Natürlich weiss ich, welche Therapien ich bisher hatte und grob auch, wo ich bisher Metastasen und Rezidive hatte. Aber ich beschäftige mich gedanklich nicht mehr damit und habe längst aufgehört, mitzuzählen.

Ich überlege mir auch nicht, wo vielleicht die nächsten Tumoren auftreten könnten. Das kann ich nicht beeinflussen. Ich kann aber beeinflussen, wie ich mit der jetzigen Situation umgehe. Das ist überschaubar, und trotzdem noch beängstigend genug.

Eine andere Copingstrategie ist die Aufmerksamkeitsverlagerung, weg von dem, was Angst macht, hin zu Aktivitäten, die mich stärken.

Zum Beispiel gerade das Bingo-Spiel, das sich Theda ausgedacht hat. Wir haben alle Namen von Besatzungsmitgliedern der Enterprise auf eine Bingokarte geschrieben. Jedes Mal, wenn eine Person in der Folge auftaucht, wird sie durchgestrichen. Wer zuerst Bingo ruft, hat gewonnen. Ratet mal, was der Preis ist! Kleiner Tipp: Theda ist 13 😉

08/02/2026

Früherkennung hätte mich gerettet!

Ich hatte schon in meiner Vorgeschichte 2008 einen gutartigen Lebertumor, ein Leberzelladenom, welcher bei der Entfernung bereits 8 cm gross war. In meinem Arztbrief stand damals: Kontrolle aller drei Monate. Denn ich gehörte ab dem Moment zur Risikogruppe für Lebertumoren.

Leider hat mich damals niemand darüber aufgeklärt und ich war zu keiner Kontrolle. Und deshalb wurde mein Leberkrebs viel zu spät erkannt, als Heilung schon nicht mehr wahrscheinlich war.

Früherkennung rettet Leben! Erzählt mal, wessen Tumor oder Vorstufe wurde durch eine Vorsorge- oder Früherkennungsuntersuchung entdeckt?

07/02/2026

Wäre mein Tumor eher entdeckt worden, wäre ich jetzt vielleicht gesund.

Wer denkt bei einer 36 jährigen schwangeren Frau an Leberkrebs? Diese Diagnose ist so unwahrscheinlich wie der Gewinn eines Traumhauses. Aber eben leider nicht ausgeschlossen, wie du an mir siehst.

Deswegen hier ein paar wichtige Sätze für das medizinische Fachpersonal:

Auch junge Menschen bekommen Leberkrebs.

Auch Schwangere bekommen Brustkrebs.

Auch Nichtraucher bekommen Lungenkrebs.

Manchmal sind Diagnosen total unwahrscheinlich und trotzdem dann da. Wir müssen mehr "Out of the box" denken und unsere ersten Impulse hinterfragen. Nicht immer ist die einfachste Antwort auch die richtige.

Gab es bei dir auch schon Fehldiagnosen?

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