16/04/2026
„Früher hat man den Urin mit dem Finger probiert. Mit dieser Geschmacksprobe konnte man feststellen, ob er süßlich schmeckt, um auf Diabetes zu schließen. Aber das ist zum Glück nicht mehr der Standard“, lacht Lataja. Sie macht die Ausbildung zur Medizinischen Technologin für Laboratoriumsanalytik (MTL). Mit ihrem Kollegen Philipp ist sie im dritten Ausbildungsjahr und steht kurz vor dem Staatsexamen: „Die Ausbildung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sie ist sehr anspruchsvoll und fordert eine hohe Lernbereitschaft.“ Rückblickend merkt Philipp an: „Gute Notizen retten einem das Leben und im Labor sollte man absolut keine Scheu haben Fragen zu stellen!“ 📚️
Als MTL-Auszubildende tragen sie im Labor Kittel, Handschuhe, Schutzbrille, je nach Chemikalien arbeiten sie auch unter dem Abzug, aber meistens nicht direkt an Patient:innen, sondern im Hintergrund. „Wir arbeiten mit den Proben unserer Patient:innen und tragen die Verantwortung für die Analyse. Neben dem Verantwortungsbewusstsein, das man haben muss, ist der Beruf auch sehr vielfältig. Jeden Tag werden wir mit neuen Proben konfrontiert “, so Lataja. Philipp ergänzt: „Ich mag es, im Labor zu stehen und zu knobeln. Wir kriegen Krankheitsgeschichten und Krankheitsverläufe und müssen anhand der Laboruntersuchungen feststellen, ob die Ergebnisse aus dem Labor schlüssig sind.“ 🔬
Während der Ausbildung ist man von Beginn an nah an der Praxis. „Seit der Umstellung auf die duale Ausbildung haben wir nahezu 1.000 Stunden mehr Praxiseinsatz“, äußert sich Philipp begeistert. „Wir sind jedes Jahr drei bis vier Monate in einem externen Labor. So lernen wir eine große Bandbreite hochmoderner Labortechnik kennen." Über ein Missgeschick im Labor berichten sie schmunzelnd: „Wir beide hatten einen kleinen Unfall im Histologie-Labor. Unsere Aufgabe war es, eine Lösung anzusetzen und beim Anschalten ist ein Kolben geplatzt. Wir mussten hinterher ganz schön lange den Abzug putzen.“ 🧪💥
Foto: UM/Dominik Gruszczyk