29/12/2025
Gesunde Ernährung ist ein must-have!
Nicht ein nice-to-know!
Partielle gesunde Ernährung?!
Viele Menschen handeln nach dem Prinzip: „Ich mache etwas für meine Gesundheit, wenn gerade etwas nicht stimmt.“ Wenn also Entzündungen aufflammen, wird plötzlich „antientzündlich“ gegessen. Wenn ein Blutwert auffällig ist, greift man zu Vitamin D, Eisen oder B12 und sobald die Werte wieder in der Norm liegen, wird alles abgesetzt. Das klingt logisch, ist aber in Wahrheit ein Trugschluss. Denn Gesundheit funktioniert nicht nach dem Prinzip „reparieren, wenn kaputt“, sondern nach dem Prinzip „Pflege und Erhaltung“.
Eine antientzündliche Ernährung oder eine gezielte Nährstoffversorgung wirken nicht wie Medikamente, die man einmal einnimmt und dann ist alles gut. Sie sind Teil eines langfristigen Gleichgewichts, das der Körper jeden Tag aufrechterhalten muss.
Gerade bei chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen ist es entscheidend, dauerhaft etwas zu tun und nicht nur phasenweise aktiv zu werden. Das Immunsystem arbeitet hier ohnehin anders als bei Gesunden, es neigt zu Überreaktionen oder Daueraktivität. Wer in solchen Fällen die Ernährung, die Nährstoffzufuhr oder unterstützende Maßnahmen immer wieder unterbricht, nimmt dem Körper genau die Stabilität, die er braucht, um ruhig zu bleiben.
Entzündungen entstehen nicht plötzlich aus dem Nichts. Akute Entzündungen, etwa bei einer Verletzung oder Infektion, sind normal und sinnvoll. Der Körper aktiviert gezielt sein Immunsystem, um zu heilen. Problematisch wird es, wenn der Körper dauerhaft in einer Art Alarmzustand bleibt. Diese stillen, chronischen Entzündungen merkt man oft gar nicht direkt, sie laufen leise im Hintergrund, können aber auf Dauer Gewebe, Gefäße und Organe schädigen.
Hier spielt Ernährung eine zentrale Rolle. Lebensmittel können Entzündungsprozesse im Körper entweder fördern oder hemmen. Zucker, Weißmehl, stark verarbeitete Produkte, Alkohol oder minderwertige Fette liefern ständig kleine Reize, die das Immunsystem anfeuern. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, hochwertige Fette (z. B. aus Nüssen, Olivenöl, Fisch) und Gewürze wie Kurkuma oder Ingwer wirken dagegen beruhigend und ausgleichend auf das Entzündungsgeschehen.
Wenn man nur während einer akuten Entzündungsphase auf antientzündliche Ernährung achtet, ist das so, als würde man ein Feuer löschen, aber das Holz für das nächste schon bereitlegen. Der Körper braucht eine dauerhafte Versorgung mit schützenden Stoffen, um das Immunsystem in Balance zu halten. Nur durch konsequente, alltägliche Ernährung kann die sogenannte Entzündungsbereitschaft im Körper dauerhaft gesenkt werden.
Gerade bei Autoimmunerkrankungen ist das besonders wichtig. Das Immunsystem ist dort ständig aktiv, auch wenn man keine Beschwerden spürt. Eine konsequent entzündungsarme Ernährung hilft, das Immunsystem zu regulieren, Schübe zu reduzieren und den Körper in einem stabileren Zustand zu halten. Unregelmäßige, nur phasenweise Umstellungen bringen dagegen wenig, weil der Körper ständig zwischen Belastung und Erholung hin- und herspringt.
Viele freuen sich verständlicherweise, wenn ein Blutwert endlich in der Norm liegt und nehmen das als Zeichen, dass das Thema erledigt ist. Doch ein Laborwert ist immer nur eine Momentaufnahme. Er zeigt, wie es jetzt aussieht, nicht, wie stabil die Situation tatsächlich ist.
Vitamin D, Eisen, Vitamin B12, Zink, Magnesium oder Hormone wie Schilddrüsenhormone und Cortisol unterliegen natürlichen Schwankungen. Jahreszeit, Stress, Ernährung, Schlaf, Medikamente oder hormonelle Zyklen beeinflussen die Werte. Wenn man also ein Präparat absetzt, sobald ein Wert „gut aussieht“, ist das oft nur eine kurzfristige Verbesserung. Nach einiger Zeit fällt der Spiegel häufig wieder ab, weil die Ursache, zum Beispiel zu geringe Aufnahme über die Nahrung, chronischer Verbrauch oder mangelnde Speicherung, weiterhin besteht.
Ein Beispiel:
Vitamin D bildet der Körper über Sonneneinstrahlung auf der Haut. In unseren Breitengraden reicht das aber nur für wenige Wochen im Jahr. Wer im Sommer gute Werte hat, kann im Winter schnell wieder in den Mangel rutschen.
Eisen hängt nicht nur von der Ernährung ab, sondern auch davon, wie viel verloren geht, etwa durch Menstruation, Verletzungen, Entzündungen oder Magen-Darm-Probleme.
Vitamin B12 wird nur aufgenommen, wenn der Magen genug Magensäure bildet und der sogenannte Intrinsic-Faktor funktioniert. Bei vielen Menschen ist genau das dauerhaft eingeschränkt, zum Beispiel durch Stress, Medikamente oder Alter.
Hormone wiederum reagieren auf Belastung, Schlaf, Ernährung und Stoffwechsel. Ein einmal normaler Wert sagt nichts darüber aus, ob das System langfristig stabil arbeitet.
Gerade bei chronischen Erkrankungen ist die Versorgung mit diesen Nährstoffen oft dauerhaft gestört, weil der Körper sie schneller verbraucht oder schlechter aufnimmt. Wenn man hier nur kurzfristig ausgleicht, bleibt die Balance instabil.
Unser Körper braucht jeden Tag bestimmte Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Hormonen, um alle Prozesse am Laufen zu halten – vom Energiestoffwechsel über die Zellregeneration bis zur Hormonproduktion und Immunfunktion. Dieser tägliche Bedarf schwankt individuell und hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Geschlecht, Aktivität, Stress, Krankheiten, Medikamente oder Umweltbelastungen.
Im Idealfall deckt die Ernährung diesen Bedarf. In der Realität ist das aber nicht immer möglich. Böden enthalten weniger Nährstoffe als früher, viele Menschen essen zu einseitig, leiden unter Verdauungsstörungen, nehmen Medikamente, die die Aufnahme stören, oder haben schlicht einen höheren Bedarf – etwa durch Stress, Sport oder chronische Erkrankungen.
Gerade bei Autoimmun- und chronisch entzündlichen Erkrankungen verbraucht der Körper dauerhaft mehr Mikronährstoffe. Das Immunsystem arbeitet in einem höheren Grundumsatz, die Zellen regenerieren sich langsamer, und der oxidative Stress ist erhöht. Diese Belastung lässt sich allein durch Ernährung oft nicht ausgleichen. Hier sind gezielte, regelmäßige Ergänzungen wichtig, um die körpereigenen Speicher aufzufüllen und stabil zu halten.
Darum kann eine gezielte Ergänzung mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen notwendig sein, um den Körper dauerhaft ausreichend zu versorgen. Wichtig ist hier das Wort dauerhaft. Denn wenn du ein Präparat absetzt, sobald der Wert einmal in Ordnung ist, gibst du dem Körper keine Möglichkeit, diesen Zustand zu halten. Der Speicher leert sich wieder, und der Kreislauf beginnt von vorne.
Gesundheit entsteht nicht durch punktuelle Maßnahmen, sondern durch Kontinuität. Eine antientzündliche Ernährung ist kein kurzfristiges Werkzeug, sondern eine langfristige Basis. Nährstoffe, Vitamine und Hormone müssen regelmäßig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen – jeden Tag, das ganze Jahr über.
Gerade bei chronischen oder autoimmunen Erkrankungen ist Kontinuität das A und O. Der Körper braucht konstante Unterstützung, um in seinem Gleichgewicht zu bleiben. Phasenweise Disziplin und zwischendurch Nachlässigkeit führen nur dazu, dass er immer wieder aus dem Takt gerät.
Wer erst reagiert, wenn Beschwerden oder schlechte Werte auftreten, ist immer einen Schritt hinterher. Wer seinen Körper hingegen kontinuierlich unterstützt, hält die Balance aufrecht und verhindert, dass überhaupt so schnell etwas aus dem Gleichgewicht gerät.
Es geht also nicht darum, mehr zu tun, wenn man krank ist, sondern dranzubleiben, wenn man gesund ist. Genau darin liegt echte Prävention.
Praxis für ganzheitliche Naturheilkunde & Chiropraktik
Alexandra Nau
-Heilpraktikerin-