14/02/2026
Gerontopsychiatrisches Pflegekonzept ist nicht Methodensammlung – es ist Kulturarbeit
Viele Gerontopsychiatrische Pflegekonzepte beginnen gut gemeint und enden ernüchternd: Man sammelt, was an Ansätzen, Schulungen und Fachbegriffen im Haus verfügbar ist, ordnet es, ergänzt Literaturangaben – und hat am Ende ein Dokument, das formal überzeugt, im Alltag aber selten Orientierung stiftet. In der Nacht ruft der Bewohner weiter, die Morgenpflege bleibt angespannt, Angehörige eskalieren in Gesprächen, und im Team wächst das Gefühl, dass die Realität schneller ist als jedes Papier.
Das ist kein Zeichen mangelnden Engagements, sondern ein Hinweis auf eine Konzeptlogik, die am falschen Ende startet.
Das Additionsproblem: Modelle nebeneinander, Wirkung bleibt aus
Typisch ist der Einstieg über „verschiedene Haltungen“ und anschließende Interventionslisten: konsequente Bewohnerorientierung, Kitwood, Validation, Silviahemmet – danach nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Milieugestaltung, Biografiearbeit, Aktivierung und Verpflegung.
Als Überblick ist das nicht falsch, aber es bleibt additiv.
Es wird nicht entschieden, welcher Bezugsrahmen das Handeln im Haus tatsächlich steuert, welche Leitfragen das Team im Alltag beantworten soll und wie aus Wissen eine gemeinsame Praxis wird.
Genau diese Struktur – Modelle nebeneinander, dann ein Werkzeugkorb – lässt sich im vorliegenden Konzeptbaustein „Begleitung, Pflege und Versorgung von Menschen mit Demenz“ sehr klar ablesen.
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