Hospiz St. Peter Oldenburg

Hospiz St. Peter Oldenburg Stationär - Teilstationär - Trauerbegleitung Das Hospiz St. Peter wurde 1995 inmitten der Innenstadt Oldenburgs eröffnet und 2009 erweitert. Peter zu (er-)leben.

Bei uns finden Menschen Aufnahme, deren Lebenszeit durch eine unheilbare, fortschreitende Erkrankung begrenzt ist. Ihnen soll ein selbstbestimmtes, vor allem würdevolles Leben bis zuletzt ermöglicht werden. Menschen, die Zuhause, im Krankenhaus oder Pflegeheim nicht ausreichend versorgt werden können, haben die Möglichkeit, die verbleibende Zeit im Hospiz St. Unser Haus ist offen für jeden unheilbar schwerstkranken oder sterbenden Menschen - unabhängig von der Herkunft, Religion und Nationalität. Wir beraten Sie gerne bei der Entscheidung, ob in Ihrer Situation eine Aufnahme im Hospiz das Richtige ist oder ob andere Möglichkeiten der ambulanten palliativen Versorgung geeignet sind. Manchmal ist auch eine Rückkehr aus dem Hospiz nach Hause möglich.

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit - Heute die letzte Geschichte für dieses Jahr. Wir zeigen kleine persönlichen Einbl...
30/12/2025

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit - Heute die letzte Geschichte für dieses Jahr.
Wir zeigen kleine persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – berührende Momente aus der Hospizarbeit, die uns begleiten und stärken.

Es war einer dieser Tage an denen der Himmel blau strahlt und wenn man raus geht erst merkt wie kalt es trotzdem ist.
Die Frau von der ich erzähle war eigentlich immer fröstelt. Sie war durch die Krankheit sehr dünn geworden. Sie sagte bei der Aufnahme im Hospiz dass ihr immer kalt sei. Trotzdem sie viele Schichten übereinander anzog, hatte sie immer das Gefühl, nicht warm zu werden. Außerdem musste Nachts immer ein helles Licht brennen, denn sie fürchtet sich vor der Dunkelheit. Ihre größte Angst war es allein, in der Dunkelheit der Nacht, zu sterben.
Als sie zu uns kam, konnte sie sich noch selbständig versorgen und im Haus umherlaufen. Sie kam einige Male zum gemeinsamen Frühstück in die Küche. Aber mehr wegen der Gesellschaft, als wegen des Essens. Ihr schmeckte nichts mehr richtig. Nach kurzer Zeit waren ihr die Frühstücksrunden zu viel, und sie blieb ihnen fern.
Dafür entdeckte sie den Kamin im Wohnzimmer. Jeden Tag ging sie dort hin, setzt sich in den Sessel und genoss die Wärme. Endlich hatte sie einen Platz, an dem ihr gemütlich warm war. Abends ging sie nur ungern zu Bett. Sie wollte immer später in ihr Zimmer, am liebsten war sie am Kamin. Mit der Zeit wurde sie täglich schwächer. Alleine zu gehen war ihr bald nicht mehr möglich. Darum wurde sie von uns begleitet, dem Rollator folgte der Rollstuhl in dem wir sie zu ihrem Sessel am Kamin schoben. Wenn wir sie abends zum Schlafen ins Zimmer brachten, nahm jetzt die Angst vor der Dunkelheit noch mehr zu. Sie nahm Medikamente um überhaupt einschlafen zu können, und das Licht blieb weiterhin die ganze Nacht an, sie hatte einfach Angst vor der Dunkelheit. Es kam der Tag wo sie zu schwach war und gar nicht mehr aufstehen konnte, sie zu erschöpft war. Die Bewohnerin schlief jetzt fast nur noch. Der Ehemann und der Bruder besuchten sie regelmäßig und fragen sich und uns ,wie lange sie noch leben würde. Auch waren sie besorgt ob sie nicht nachts bei ihr bleiben sollten, damit sie dann nicht allein sei ,wenn sie sterben würde. Aber sie schickte die beiden Männer jeden Abend nach Hause.
Dann kam dieser Tag an dem der Himmel blau strahlte und als man dann raus ging erst merkt wie kalt es ist.
Ich hatte sie morgens im Bett gepflegt, wie schon seit Tagen. Sie hatte alles still angenommen, nur mal mit dem Kopf genickt oder geschüttelt, um zu signalisieren was sie wollte. Sie sprach nun kaum noch. Als ich fertig war und gehen wollte sagte sie leise .“Nur noch einmal in den Sessel am Kamin“, und dann öffnet sie kurz ihre Augen, das erste Mal an diesem Tag. Ich bot ihr an sie im Bett hinzuschieben. Auch jetzt schüttelt sie den Kopf. Kurzer Hand holte ich den Rollstuhl und hob sie hinein. Sie war ja sehr leicht, so war es gut möglich. Ich brachte sie ins Wohnzimmer und hob sie in den Sessel. Der Kamin brannte schon.
Trotz ihrer großen Schwäche bedankte sie sich bei mir und versuchte zu lächeln. Ich legte ihr die Klingel in die Hand und sagte sie könne sich melden, wenn etwas sei, oder sie wieder ins Bett möchte. Sie nickte, ohne die Augen zu öffnen. Kurz darauf kam der Bruder, er war überrascht ,als er hörte wo sie war. Seit Tagen hatte sie das Bett nicht mehr verlassen. Er setzte sich zu ihr und nahm ihre Hand. Er fragte sie ob sie nicht wieder zu Bett wollte ,sie sei doch so schwach. Sie schüttelte nur den Kopf. Sie wurde blasser und die Atmung wurde schwerer. So dass ich ihre Medikamente geben durfte, die ihr das Atmen erleichtern sollten. Ihr Bruder sah sie besorgt an und ich sagte ihm ich würde ihren Mann anrufen wollen, um ihm über ihren schwachen Zustand zu informieren. Er sagt, der sei unterwegs, er hätte ihn schon angerufen. Kurz darauf kam er. Setzte sich auf die andere Seite zu seiner Frau und nahm ihre Hand. Auch er fragte ob sie nicht nun zu Bett wolle, sie schüttelte den Kopf.
Beide Männer sahen mich ratlos an. Ich sagte "Wenn sie es so möchte, lassen wir sie noch ein bisschen hier sitzen." Der Ehemann sagte, wir klären dann wie wir es mit der Nacht machen. Dass sie heute nicht allein ist, sah den Bruder an und der meinte wir können uns ja abwechseln. Ich sah die drei an und erklärt, es sei ja noch nicht mal Mittag, das haben noch etwas Zeit.

Es war einer dieser Tage an dem der Himmel blau strahlt und wenn man dann raus geht erst merkt wie kalt es ist.
Der blaue Himmel schien hinter ihr durchs Fenster. Der Kamin brannte und ihr Mann und Bruder hielten ihre Hand als sie im Sessel liegen verstarb.
Es war hell, ihr war nicht kalt. Sie wirkte sehr friedlich.

Und es war einer dieser Tage an dem der Himmel blau strahlt und wenn man dann raus geht erst merkt wie kalt es eigentlich ist.


🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.Wir zeigen kleine persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – berührende Momen...
21/12/2025

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.
Wir zeigen kleine persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – berührende Momente aus der Hospizarbeit, die uns begleiten und stärken.
Heute das Versprechen zwischen Großvater und Enkelin.
Ein Kollege mit feinen Antennen.
Und das Gefühl, dass niemand allein sein muss – auch im letzten Augenblick.

Es war an einem Wochenende, als ich mit meinem Kollegen (wir nennen ihn hier mal Rolf) Spätdienst hatte. Einer unserer Bewohner war ein freundlicher älterer Herr, der sein Zimmer im Dachgeschoss hatte. Er bekam regelmäßig Besuch von seiner ebenso freundlichen Enkelin; beide hatten ein spürbar inniges Verhältnis zueinander.
Mittlerweile hatte sich der Zustand des schwerkranken Mannes sehr reduziert; wenn kein Besuch bei ihm war, sahen wir häufiger nach ihm. An diesem Nachmittag war aber die Enkelin wieder bei ihrem Großvater, so dass wir uns zurückhielten, um nicht zu stören.
Plötzlich sagte Rolf dann doch: „Lass‘ uns mal nach oben gehen und nach Herrn … schauen.“ So gingen wir beide in das Zimmer, wo die junge Frau dicht am Bett ihres Großvaters saß und dessen Hand hielt. Nur wenige Augenblicke nach unserem Eintreffen tat er seinen letzten Atemzug; dann nahmen wir seine Enkelin in die Arme.
Unter Tränen erzählte sie uns später, dass sie ihrem Großvater versprochen hatte, bei ihm zu sein, wenn er starb. Insgeheim aber hatte sie Angst davor, in dieser Situation allein bei ihm zu sein. Das hatte sie ihm (oder uns) vorher jedoch nicht anvertraut.
Doch irgendwer oder irgendwas hat dafür gesorgt, dass sie bei ihm war – und dass sie dabei nicht allein war.
Vielleicht waren es die „feinen Antennen“ meines Kollegen.
Rolf ist 2009 im Hospiz gestorben – an meinem Geburtstag.


Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste aller Geschenke. - Daphne Du Bruyère
16/12/2025

Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste aller Geschenke. - Daphne Du Bruyère

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.Wir starten eine kleine Reihe mit persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – ...
14/12/2025

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.
Wir starten eine kleine Reihe mit persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – berührende Momente aus der Hospizarbeit, die uns begleiten und stärken.

Eine Kollegin erzählt, dass der erste Todesfall, den sie miterlebte, war geprägt von einer tiefen menschlichen Verbindung: Eine Bewohnerin, zu der sie ein besonderes Verhältnis hatte, lächelte sie an, als sie ihr eine „gute Reise“ wünschte, und verstarb friedlich. Obwohl das Sterben nicht immer so sanft verläuft, erfüllt die Hospizarbeit die Erzählerin auch nach 27 Jahren noch immer.

In der Adventszeit möchten wir solche persönlichen Erfahrungen mit euch teilen.
Weitere Geschichten folgen bald. 📖🎅🏽


🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.Wir starten eine kleine Reihe mit persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – ...
09/12/2025

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.
Wir starten eine kleine Reihe mit persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – berührende Momente aus der Hospizarbeit, die uns begleiten und stärken.
Heute eine Geschichte über eine Winternacht in der sich ein letzter Wunsch erfüllte: noch einmal Schnee sehen.

❄️Winternacht
Schnee gibt es selten in Oldenburg. Ein Segen für Hospiznachtwachen, denn Schnee zu schaufeln und den Gehweg zu streuen ist kein Spaß.

Vor einigen Jahren lebte Frau R. bei uns. Müde, ausgezehrt und von ihrer Krankheit gezeichnet litt sie sehr an ihrer Schwäche. Vieles Können wir in Ordnung bringen, doch gegen Schwäche können wir nichts machen.

„Ich mag nicht mehr leben, ich bin zu müde dazu geworden… Doch ich würde so gerne nochmal Schnee sehen!“

In dieser Nacht begann es weit nach Mitternacht zu schneien; kurz darauf weckte ich Frau R., setzte sie, die leicht wie eine Feder war, in einen Sessel und schob sie, in Decken gehüllt, ans Fenster.

Wir schauten den Schneeflocken zu, die unter der Straßenlaterne Walzer tanzten, tranken Kamillentee und schwiegen.

Dies war einer der Hospizmomente - schwer in Worte zu fassen, die mich so berühren, die so einzigartig, so besonders sind - Hospiz eben.

Wir erlebten in dieser Nacht ein echtes Geschenk des Himmels und waren, für diesen Moment, glücklich.

Drei Tage später ist Frau R. gestorben.

Oldenburg im Oktober 2007


Bei einer Kerze ist nicht das Wachs wichtig,sondern das Licht. - Antoine de Saint-Exupèry
07/12/2025

Bei einer Kerze ist nicht das Wachs wichtig,
sondern das Licht. - Antoine de Saint-Exupèry


🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.Wir starten eine kleine Reihe mit persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – ...
02/12/2025

🌟 Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit.
Wir starten eine kleine Reihe mit persönlichen Einblicken unserer Mitarbeitenden – berührende Momente aus der Hospizarbeit, die uns begleiten und stärken.

Manche Nächte im Hospiz schenken Momente, die man nie vergisst.
Eine Kollegin erzählt, wie sie beim nächtlichen Wäschefalten plötzlich ein Handtuch mit dem Namen ihrer verstorbenen Großmutter in den Händen hielt – ein leiser Gruß „von oben“, der ihr Mut gab und sie in ihrer Arbeit bestärkte.

In der Adventszeit möchten wir solche persönlichen Erfahrungen mit euch teilen.
Weitere Geschichten folgen bald. 📖🎅🏽


30/11/2025

Zur diesjährigen Weihnachtsfeier sind das Kuratorium, hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Hospizes im OL’s Brauhaus in Oldenburg zusammengekommen.
Bei leckerem Essen und einem reichhaltigen Buffet hatten wir die Gelegenheit, fernab des Alltags innezuhalten, uns auszutauschen, das Jahr zu reflektieren und das Miteinander zu genießen.
Es war ein Abend voller Wertschätzung – für die Menschen, die sich Tag für Tag mit so viel Engagement und Herz einbringen.
Danke für euren unermüdlichen Einsatz und die Kraft, die ihr unserer Arbeit gebt ! 🎄✨

An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie. - Jean Giraudoux
25/11/2025

An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie. - Jean Giraudoux

Die wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz, ist der Wunsch des betroffenen Menschen selbst....
23/11/2025

Die wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz, ist der Wunsch des betroffenen Menschen selbst. Weiterhin ist insbesondere für die Kostenübernahme durch die Kranken- und Pflegekassen eine Bestätigung des behandelnden Haus- oder Klinikarztes über die Notwendigkeit der stationären Hospizversorgung erforderlich. Die Aufnahme erfolgt bei einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung, die einer palliativ-pflegerischen und palliativ-medizinischen Versorgung und keiner Krankenhausbehandlung bedarf und die eine verbleibende Lebenszeit von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.

18/11/2025

In unserer Reihe „Drei Fragen an…“ stellen wir euch einige der Menschen vor, die unser Hospiz prägen.

Drei Fragen, ehrliche Antworten!
Heute im Gespräch: unsere Pflegedienstleitung Astrid Gärtner– mit spannenden Einblicken hinter die Kulissen.

Der Himmel ist auf der ganzen Welt der gleiche, ganz egal, wie sich die Welt darunter wandelt. - Anne Morrow Lindbergh  ...
16/11/2025

Der Himmel ist auf der ganzen Welt der gleiche, ganz egal, wie sich die Welt darunter wandelt. - Anne Morrow Lindbergh

Adresse

Georgstraße 23
Oldenburg
26121

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