19/12/2025
Oliver Floß steht in der Werkstatt und schraubt an einem Oldtimer. Ob der Kfz-Meister dazu irgendwann wieder in der Lage sein würde, war lange unklar. Anfang 2020 erkrankte der damals 37-jährige Werkstattleiter plötzlich und war in kürzester Zeit nahezu vollständig gelähmt. „Meinen Kopf und die Schultern konnte ich noch ein bisschen bewegen, ansonsten ging eigentlich gar nichts mehr“, erinnert er sich. Ärzte sprachen von einer Autoimmunerkrankung. Möglicherweise ausgelöst durch eine schwere Corona-Infektion, hieß es später. Was wirklich der Grund war, weiß bis heute niemand so genau.
Nach längerem Krankenhausaufenthalt kam er schließlich nach Pulsnitz in die Reha, wo er mit einer kleinen Unterbrechung aufgrund einer weiteren Rückverlegung in ein Krankenhaus insgesamt rund elf Monate verbrachte. „Das Schlimme war, dass ich trotz sehr intensiver Therapien in der Reha über sechs Monate hinweg keinerlei Fortschritte gemacht habe. Deshalb wollte der Kostenträger dann auch keine weitere Kostenzusage mehr geben. Man hätte mich fast aufgegeben. Gerettet hat mich, dass Dr. Thomas Schulze an mich geglaubt und sich sehr für mich eingesetzt hat. Nur deshalb konnte ich die Reha fortsetzen“, erzählt Oliver Floß. Und der erfahrene Oberarzt sollte recht behalten: wenige Wochen später wurden endlich kleine Therapiefortschritte sichtbar. Das Gefühl und die Beweglichkeit kehrten langsam zurück in seinen Körper – zuerst die Finger, dann die Füße. Es ging aufwärts.
Im März 2021 konnte er die Rehaklinik verlassen und schon im Juni stand er wieder mit seinen Kollegen in der Werkstatt. Seitdem kann er endlich wieder seiner Leidenschaft und Vollzeitbeschäftigung nachgehen. „Anders als früher, bin ich heute nach acht Stunden in der Werkstatt echt k. o., aber immerhin kann ich wieder arbeiten und nur das zählt. Dafür bin ich dem ganzen Team in Pulsnitz sehr dankbar“, blickt Oliver Floß zurück.