10/12/2025
Die meisten Menschen denken: „Wo der Schmerz ist, da ist er auch.“ Schulterschmerzen müssen behandelt werden… Doch in Wirklichkeit ist unser Körper komplexer. Manchmal liegt die Ursache im Nacken, aber von dort strahlen die Schmerzen in die Schulter aus.
Geschichte aus dem Untersuchungszimmer: Herr Somchai, der beinahe kostenlos eine Schulteroperation erhalten hätte
Herr Somchai (Pseudonym), ein 50-jähriger Manager, der den ganzen Tag am Computer sitzt, klagte über stechende Schmerzen in der Schulter beim Heben des Arms. Die Diagnose lautete Schultersehnenentzündung. Er erhielt zwei Injektionen in die Schulter, doch die Schmerzen besserten sich nur kurz, bevor sie wiederkehrten. Er stand kurz vor einer Arthroskopie zur Reparatur der Schultersehne.
Zusätzlich klagte er über Zuckungen in den Fingern. Nach einer MRT-Untersuchung seiner Halswirbelsäule wurde ihm plötzlich klar: „Ein Bandscheibenvorfall zwischen dem 5. und 6. Halswirbel drückte auf einen Nerv.“
In diesem Fall wäre eine Schulteroperation überflüssig gewesen, da die Schmerzursache im Nacken lag. Nach der Behandlung seiner Halswirbelsäule verschwanden die Schulterschmerzen wie durch ein Wunder von selbst.
Warum verursacht der Nacken „Schulterschmerzen“?
Die Nerven, die von der Halswirbelsäule ausgehen, verlaufen wie „Leitungen“ durch die Schultern bis in die Arme und Hände.
Wenn Halswirbel degenerieren oder ein Bandscheibenvorfall diese „Leitung“ an ihrem Ursprung (Nacken) komprimiert, kann der elektrische Impuls zur Schulter oder zum Ziel (Hand) ausstrahlen. Dies nennt man „übertragenen Schmerz“.
3 Beobachtungspunkte: Einfache Selbstdiagnose
Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes und überprüfen Sie jeden Punkt sorgfältig.
1. Schmerzlokalisation
- Bei Schmerzen im Schulterbereich: Die Schmerzen treten typischerweise an der äußeren Schulter oder am Oberarm (an der Impfstelle) auf. Druckempfindlichkeit ist spürbar.
- Bei Schmerzen im Nackenbereich: Die Schmerzen beginnen typischerweise am Hinterkopf, breiten sich zur Schulter/zum Schulterblatt aus und ziehen dann den Arm hinunter. Auch Taubheitsgefühle in Hand und Fingern können auftreten. (Die Schulter selbst verursacht keine Taubheitsgefühle in der Hand.)
2. Triggerpunkte
- Schultertest: Heben Sie Ihren Arm vollständig an, spreizen Sie ihn oder kratzen Sie sich am Rücken. Verspüren Sie dabei einen stechenden Schmerz in der Schulter, deutet dies auf ein Schulterproblem hin.
Nackentest: Setzen Sie sich aufrecht hin und drehen Sie Ihren Kopf nach links und rechts, schauen Sie nach unten und oben oder neigen Sie den Nacken. Verspüren Sie dabei einen elektrisierenden Schmerz im Arm oder strahlen die Schmerzen bis zum Schulterblatt aus, selbst wenn Ihr Arm ruhig steht, liegt die Ursache mit Sicherheit im Nacken.
3. Nächtliche Schmerzen
- Wenn die Schmerzen von der Schulter ausgehen: Sie können nicht auf der betroffenen Seite schlafen. Die Schmerzen können so stark sein, dass sie Sie aufwecken.
- Wenn die Schmerzen vom Nacken ausgehen: Die Schmerzen werden oft durch ein zu hohes oder zu lockeres Kissen verursacht. Sie müssen Ihren Nacken bewegen, um eine gute Schlafposition zu finden.
Fassen Sie die Unterschiede zusammen, um sie sich besser merken zu können. Der Arzt möchte die Symptome wie folgt in zwei Gruppen zusammenfassen:
Gruppe A: Schulterschmerzen
- Ursprung: Schulter und Oberarm
- Schmerzen: Meist im Schulterbereich lokalisiert, strahlen selten bis unterhalb des Ellbogens aus
- Taubheitsgefühl: Keines
- Nackenbewegung: Normale Drehung nach links und rechts möglich, keine Schmerzen
- Armheben: Starke Schmerzen oder Unfähigkeit, den Arm zu heben
Gruppe B: Zervikale Radikulopathie
- Ursprung: Nacken, Schulter und Schulterblatt
- Schmerzen: Stechender Schmerz, der in den Arm ausstrahlt und sich bis in die Hand oder Finger erstreckt
- Taubheitsgefühl: Oft begleitet von Taubheitsgefühl (z. B. in den Fingerspitzen)
- Nackenbewegung: Stechender Schmerz, wie ein elektrischer Schlag, beim Drehen oder Neigen des Halses
- Armheben: Normales Heben möglich (kann sich aber schwach anfühlen)
Sind weitere Untersuchungen erforderlich?
Um ganz sicherzugehen, empfiehlt der Arzt weitere Untersuchungen.
Röntgen: Untersuchen Sie die Struktur der Halswirbelsäule auf Verkalkungen. Oder untersuchen Sie die Schulter auf Knochensporne.
Ultraschall: Untersuchen Sie die Schultersehnen (dies ist im Nacken nicht möglich).
MRT: Bei Verdacht auf einen eingeklemmten Nerv im Nacken ist ein MRT die beste Methode. Es zeigt deutlich, welche Nerven eingeklemmt sind und in welchem Ausmaß.
Behandlungsmöglichkeiten (sehr unterschiedlich):
Bei Schulterproblemen: Konzentrieren Sie sich auf Physiotherapie zur Mobilisierung des Schultergelenks, Ultraschall zur Reduzierung der Sehnenentzündung, Injektionen in das Schultergelenk oder eine arthroskopische Sehnenrekonstruktion.
Bei Nackenproblemen: Konzentrieren Sie sich auf Traktion zur Öffnung des Knochenspalts, Anpassung der Kissen, Anpassung der Arbeitshaltung, Einnahme von Nerventonika oder, bei stärkeren Beschwerden, Wärmetherapie oder eine Bandscheibenprothesenoperation im Halswirbelbereich.
Ein letztes Wort des Arztes: Sehen Sie? „Gleiche Symptome, unterschiedliche Ursachen.“
Eine korrekte Diagnose ist der wichtigste erste Schritt.
Dieser Artikel dient allgemeinen Informationen. Wenn sich die Symptome nicht bessern, suchen Sie einen Arzt auf.
Dank für den Informationsartikel
Assistenzprofessorin Dr. Thaninnit Leeraphan (Dr. Keng)
Orthopädin. #
Wanida Thai Sportmassage/Rattelsdorf/Ebing/Germany.