21/02/2026
Eine Sache, die ich als Paartherapeut und Systemaufsteller immer wieder erlebe, ist die Verletzung der Loyalitätsgrenze in Beziehungen. Menschen sagen: „Mein Partner ordnet mich seinen Freunden oder sogar seinen Eltern unter.“ Und das ist keine Kleinigkeit. Das ist eine klare Aussage über den inneren Rang der Beziehung.
Bei Teenagern ist es normal, dass die Peergroup wichtiger ist als eine erste Verliebtheit. Auch bei Kindern. Im Erwachsenenalter jedoch ist eine Paarbeziehung darauf angelegt, das Leben gemeinsam zu meistern. Man teilt Tisch und Bett. Man übernimmt Verantwortung. Man wird füreinander zum primären Bindungspartner.
Wenn in diesem Kontext andere über die Beziehung gestellt werden, wenn Vertrauensgrenzen verletzt werden, wenn man sich mit Freunden über den Partner lustig macht oder ihn emotional hintenanstellt, ist das nicht harmlos. Wiederholte Illoyalität wirkt wie psychische Gewalt. Sie untergräbt Sicherheit. Sie erzeugt Demütigung. Sie vermittelt: Du bist nicht meine erste Wahl.
Auf Dauer ist das der sichere Tod der Beziehung.
Das heißt nicht, dass Freundschaften keinen Raum haben dürfen. Tiefe Freundschaften sind gesund. Auch ein Wochenende allein ist kein Problem.
Aber im Kern ist eine erwachsene Partnerschaft ein Bündnis. Im Notfall würde man gemeinsam das Land verlassen. Und das tut man nicht mit Freunden, sondern mit dem Menschen, mit dem man sein Leben teilt.
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