04/08/2023
"Am Liebsten wäre uns ein 4 Stunden Workshop" - so beginnt eine der vielen Mails die mich immer wieder mal erreichen. Und manchmal frage ich mich was die Menschen erwarten. 4 Stunden um sich umfassend auf das Thema Geburt, Wochenbett, Stillen und die erste Zeit mit Baby einzustellen. Das Wissen also komprimiert- nichts wesentliches weglassen- gewürzt mit ein paar lockeren Übungen- nichts zu esoterisches natürlich.
Ich werde mal deutlich- das ist NICHT möglich. Dafür sind wir Menschen zu unterschiedlich. Ob Familien den geplanten Kaiserschnitt wählen (müssen), eine Hausgeburt planen oder die Geburt eingeleitet wird. Ob man ein Schmerzmittel braucht oder möchte. Ob man viel oder wenig Informationen braucht um sich sicher zu fühlen und welche Erfahrungen man schon so mitbringt- in anderen herausfordernden Situationen- all das fließt in meine Geburtsvorbereitung mit ein.
Achso - und dann erlaubt mir noch einen Satz zu dem aktuell immer breiter werdenden Angebot an Menschen die in diesem Gebiet anfangen zu arbeiten.- Nicht jede Frau, die ein Kind geboren hat und vielleicht irgendwo einen Workshop bei XY besucht hat, hat das Wissen und die Expertise um auf diesem Gebiet zu arbeiten. Eigene Geburtserfahrungen sollten gut reflektiert werden, denn nur weil bei mir Geburt nach Schema X war, spüren, empfinden und erleben andere Frauen dies nicht genauso.
Achtet bei der Auswahl eines Kurses also darauf, ob die Leitung weiß, von was sie spricht. Ob sie Erfahrung hat mit vielen vielen Geburten und im besten Fall verschiedenen Settings (Haus-, Geburts-, Klinikgeburten). Die eine fundierte Ausbildung haben um Gruppen leiten zu können und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der TeilnehmerInnen einzugehen.
Achso- und dann- wenn das alles stimmt- dann macht euch Gedanken, ob der Kurs von den Zeiten, Ort etc. für euch passt...