20/04/2020
Warum wir auf Maskenpflicht in Kitas, Kindergärten und Schulen verzichten sollten!
Werteentwicklung, Emotionale Intelligenz, Selbstwertgefühl, Empathie
Unser Gehirn ist eine Schaltzentrale und repräsentiert all unser Wissen, unsere Erfahrungen und unser Können was wir uns im Laufe des Lebens angeeignet haben. Dies ist für unsere Werteentwicklung unabdingbar. Ein Säugling beispielsweise ist in der Lage schon kurz nach der Geburt auf primäre Emotionen wie Freude, Angst und Interesse zu reagieren. Er kann seine Bezugsperson deuten und nachahmen. Lächelt man einen Säugling an, lächelt dieser wieder zurück. Im zweiten Lebensjahr ist das Kind soweit entwickelt, dass es primäre Gefühle benennen und auch bei anderen Menschen erkennen kann. Ab dem dritten Lebensjahr unterscheidet ein Kind schon zwischen emotionalen Erlebnissen und dem emotionalen Ausdruck. Das Emotionale Lernen beginnt in den ersten Lebensmonaten und setzt sich bis zum Schulalter fort. Diese Fertigkeit des emotionalen Lernens beruht auf die Wechselwirkung von
• Emotionsausdruck (nonverbal und sprachlich; erkennen eigener mimischen Emotionen und die der anderen Person)
• Erlerntem Emotionswissen (den Auslösern bestimmter Emotionen bei sich und anderen, Entwicklung von Empathie und Verständnis)
• Emotionsregulation (eine innere und äußere Strategie zu entwickeln auf die Umwelt zu reagieren)
In Kitas, Kindergarten und Vorschule lernen die Kinder beim Spielen mit anderen Kindern Rollen- und Perspektivwechsel vorzunehmen. Eine emotionale Intelligenz zu entwickeln, mit Gefühlen umzugehen.
Auch John Bowlby ein britischer Kinderarzt und Pionier auf dem Gebiet der Bindungsforschung beschrieb die sozioemotionale Entwicklung des Menschen in der Kernannahme, dass die Organisation der Emotionen des Säugling unterstützt wird durch die mütterliche Feinfühligkeit, und setzt die Basis für die Entwicklung von Selbstwertgefühl und die Beziehung zu anderen. In der heutigen Zeit hat ein Kind nicht nur die Mutter als Bezugsperson, sondern auch Erzieherinnen, Großmütter und Großväter usw., bedingt dadurch, dass viel Mütter schon früh wieder in den Beruf einsteigen. Die Wichtigkeit dieser Bezugspersonen sind nicht außer Acht zu lassen. Das Kind nützt die Bezugsperson als sichere Basis für den Umgang mit anderen. Dies vermittelt dem Kind ein eigenes inneres Arbeitsmodell für die Definition des eigenen Selbstwertes und seine Erwartungen an andere.
Wenn wir nun über einen längeren Zeitraum (einige Monate, bis zu einem Jahr) diesen Aspekt vernachlässigen (durch die Maskenplicht in den Einrichtungen mit Kindern), könnte dies zu schweren Entwicklungsstörungen unserer Kinder führen. Das Kind kann sich an der Bezugsperson nicht ausreichen orientieren, weil das Gesicht teilweise bedeckt ist und Emotionen nicht vollständig, nonverbal, abgelesen werden können. Es muss nun eine andere Strategie entwickeln, indem es ausprobiert, wie es angemessen reagieren soll. Hat das Kind auch eine Maske auf, kann die Bezugsperson ebenfalls die Emotion nonverbal nur schwer deuten. Dies führt unweigerlich zu vielen Missverständnissen, das eigene innere Arbeitsmodell zur Emotionalen Intelligenz wird gestört und vielleicht sogar dauerhaft mitgeprägt.
Das kann in späteren Jahren zu Suchttendenzen, Aggressivität und Depressionen führen.
Deshalb plädiere ich auf einen gut überlegten und sinnvoll hinterfragenden Umgang mit der Pandemie und den damit auferlegten Maßnahmen. Im Vordergrund sollte das Kindeswohl stehen, um seine Entwicklung nicht zu gefährden.
Anmerkung:
Natürlich ist Gesundsheitschutz in Zeiten Pandemie wichtig, dieser Artikel sollte nur als Anregung gesehen werden, um die Komplexität der Maßnahmen zu hinterfragen.
Quellen:
http://www.psy.lmu.de/epp/studium_lehre/lehrmaterialien/lehrmaterial_ss10/sose_2010/einf_sodian2010/bsc_ss10_08.pdf
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/Publikationen/Praevention/Sonstiges/Projektbericht_Handbuch_Staerkung_der_psychischen_Gesundheit_von_Kindern_und_Jugendlichen_im_Rahmen_des_Elternbildungsprogramms_Starke_Eltern_-_Starke_Kinder.pdf
https://www.naturheilpraxis-feldmeier.de/home/aktuelles/