28/03/2026
Es gab eine Zeit, in der man seinen Bauern beim Namen kannte. Japan hat das zurückgebracht – mit Fotos auf jeder Kiste Obst und Gemüse.
In vielen japanischen Supermärkten werden Obst und Gemüse mit Fotos, Namen und manchmal persönlichen Botschaften der Bauern präsentiert, die sie angebaut haben. Diese Praxis ist als „kao no mieru yasai“ bekannt, was so viel bedeutet wie „Gemüse mit sichtbarem Gesicht“. Sie ist seit den frühen 1990er-Jahren Teil der japanischen Esskultur.
Die Idee entstand, um nach Lebensmittelskandalen das Vertrauen zwischen Verbrauchern und Erzeugern wiederherzustellen. Indem ein echtes Gesicht und ein Name mit den Produkten verbunden werden, können Kunden sehen, wer für ihre Lebensmittel verantwortlich ist. Das schafft ein Gefühl von Verantwortung und persönlicher Verbindung, das im modernen Lebensmittelhandel selten ist. Viele Bauern sind stolz darauf, mit ihrem Foto vertreten zu sein, und sehen darin ein Qualitätsmerkmal.
Diese Praxis trägt auch dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Studien zeigen, dass Menschen weniger dazu neigen, Lebensmittel wegzuwerfen, wenn sie eine persönliche Verbindung zu deren Herkunft empfinden. Was als Maßnahme für mehr Transparenz begann, ist zu einem stillen kulturellen Ausdruck von Respekt gegenüber den Menschen geworden, die das Land ernähren.