18/03/2026
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16 Hummeln in deinem Garten.
Alle hier gezeigten Arten besuchen deutsche Gärten — zwischen Februar und Oktober. Die meisten Menschen sehen „eine Hummel". Hier lernst du, welche.
ERDHUMMEL (Bombus terrestris) — Die häufigste Hummel Deutschlands. Schwarzer Pelz, ein gelber Streifen am Halsschild, ein gelber Streifen am Hinterleib, weißes Hinterleibsende. Die Königin fliegt als eine der ersten im Februar — riesig, tief brummend, auf der Suche nach einem Mauseloch für ihr Nest. Völker werden bis zu 600 Arbeiterinnen stark.
STEINHUMMEL (Bombus lapidarius) — Die eleganteste. Komplett samtschwarz mit leuchtend rotem Hinterleibsende. Kein Gelb, kein Weiß — nur Schwarz und Rot. Nistet unter Steinhaufen, in Mauerfugen und trockenen Hohlräumen. Ihre Königin sieht aus wie ein fliegender Rubinring.
ACKERHUMMEL (Bombus pascuorum) — Die struppige. Durchgehend hellbraun-orange, ungepflegt wirkend, als hätte sie schlecht geschlafen. Einer der häufigsten Gartenbesucher und einer der tolerantesten gegenüber urbanem Lebensraum. Baut oberirdische Nester in dichtem Gras und Moospolstern.
GARTENHUMMEL (Bombus hortorum) — Die langrüsseligste. Schwarzer Pelz, zwei gelbe Streifen und weißes Hinterleibsende — ähnelt der Erdhummel, hat aber einen deutlich längeren Rüssel. Spezialistin für tiefe Blüten: Rittersporn, Fingerhut, Eisenhut. Wo andere Hummeln nicht hinkommen, kommt sie hin.
BAUMHUMMEL (Bombus hypnorum) — Die Dachboden-Hummel. Rotbraunes Brusthaar, schwarzer Hinterleib, weißes Ende. Nistet in Vogelnistkästen, unter Dachziegeln, in Rolladenkästen. Die einzige Hummelart, die konsequent in der Höhe nistet statt im Boden. Wenn im Mai Hummeln um deinen Nistkasten schwirren, sind es Baumhummeln.
WIESENHUMMEL (Bombus pratorum) — Die kleinste häufige Hummelart. Schwarzer Pelz mit einem gelben Halsstreifen und orangerotem Hinterleibsende. Ihr Volk ist schon im Juni fertig — als erste Hummelart beendet sie den Jahreszyklus. Winzig, schnell, oft übersehen.
KRYPTARUM-ERDHUMMEL (Bombus cryptarum) — Die Doppelgängerin der Erdhummel. Nahezu identisch in der Färbung, nur durch den etwas schmäleren gelben Halsstreifen und das leicht gelbliche statt reinweiße Hinterleibsende zu unterscheiden. Selbst Experten brauchen eine Lupe.
HELLE ERDHUMMEL (Bombus lucorum) — Die dritte im Erdhummel-Komplex. Ebenfalls schwarz-gelb-weiß, aber mit zitronengelben statt goldgelben Streifen und reinweißem Hinterleib. Die drei Erdhummel-Arten (terrestris, cryptarum, lucorum) bilden den berüchtigsten Bestimmungskomplex der Hummelwelt.
VERÄNDERLICHE HUMMEL (Bombus humilis) — Hellbraun und struppig wie die Ackerhummel, aber mit deutlicherem Farbkontrast zwischen hellem Brustpelz und dunklerem Hinterleib. In Süddeutschland auf extensiven Wiesen. Rote Liste — gefährdet. Jede Sichtung zählt.
DEICHHUMMEL (Bombus distinguendus) — Leuchtend gelb, fast goldfarben, mit schwarzem Querband auf dem Rücken. Eine der seltensten Hummeln Deutschlands. Langstreckenzunge für Tiefrüsselblüten. Noch an den Küsten und auf extensivem Grünland — verschwindet mit jeder gedüngten Wiese.
MOOSHUMMEL (Bombus muscorum) — Durchgehend goldbraun, struppig, mit gleichmäßiger heller Behaarung ohne starke Kontraste. Ähnelt der Ackerhummel, ist aber gleichmäßiger gefärbt. Auf Feuchtwiesen und Moorrändern. Rote Liste — stark gefährdet.
FELDHUMMEL (Bombus ruderatus) — Groß, langzüngig, schwarz mit einem gelben Halsstreifen und weißem Hinterleibsende. Ähnelt der Gartenhummel, ist aber größer und dunkler. In Deutschland extrem selten geworden. Rote Liste — vom Aussterben bedroht.
WALDHUMMEL (Bombus sylvarum) — Graubraun, unscheinbar, mit einem blassen orangeroten Hinterleibsende. Fliegt niedrig über Wiesen und an Waldrändern. Leise, unauffällig — die Hummel, die du am ehesten übersiehst.
SANDHUMMEL (Bombus veteranus) — Braungelber Pelz mit dunklen Querbändern am Hinterleib. Auf sandigen Magerrasen und Küstendünen. Seltener Spezialist für nährstoffarme Böden.
DISTELHUMMEL (Bombus soroeensis) — Schwarzer Pelz mit einem gelben Halsstreifen und weißem Hinterleibsende, oft mit einem schmalen orangefarbenen Saum dazwischen. Späte Art — fliegt bis in den Oktober. Letzte Hummel des Jahres, wenn alle anderen längst verschwunden sind.
GRASHUMMEL (Bombus ruderarius) — Schwarz mit rotem Hinterleibsende — ähnelt der Steinhummel, ist aber kleiner, matter und weniger kontrastreich. Auf extensivem Grünland. Rückgänge in ganz Mitteleuropa.
WAS DIE MEISTEN NICHT BEMERKEN:
In Deutschland leben 41 Hummelarten. Mindestens 16 davon können in Gärten und Parks erscheinen. Die meisten Menschen sehen „eine Hummel" — tatsächlich sehen sie an einem einzigen Sommertag oft vier bis sechs verschiedene Arten. Der Unterschied zwischen Erdhummel und Steinhummel ist so groß wie der zwischen Amsel und Rotkehlchen — man muss nur hinschauen.
Sieben der hier gezeigten Arten stehen auf der Roten Liste. Ihre Rettung beginnt nicht im Naturschutzgebiet — sie beginnt im Garten, der im Februar eine Königin fliegen lässt und im Oktober noch eine Blüte hat.
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