06/03/2026
„Du bist krumm und schief.“
Das höre ich manchmal im Kontext von Haltung oder Wirbelsäule.
Und meine Antwort darauf ist meistens ziemlich simpel:
Ja. Natürlich.
Jeder Mensch ist in irgendeiner Form krumm und schief.
Der menschliche Körper ist kein symmetrisches Bauwerk.
Wir haben zwar paarige Strukturen – zwei Arme, zwei Beine, zwei Schultern, zwei Hüften.
Aber das bedeutet nicht, dass sie automatisch symmetrisch funktionieren oder belastet werden.
Die Natur funktioniert auch nicht symmetrisch.
Bäume wachsen nicht perfekt gerade.
Wasser fließt nicht in geraden Linien.
Und auch der menschliche Körper organisiert sich eher über Anpassung als über perfekte Geometrie.
Wichtig ist deshalb nicht, Menschen „gerade zu behandeln“ oder Strukturen zwanghaft auszurichten – so wie es in manchen Therapiekonzepten vermittelt wird.
Die entscheidende Frage ist eine andere:
Ist diese Asymmetrie funktionell – oder macht sie Probleme?
Wenn sie funktionell ist, ist sie oft einfach nur eine individuelle Anpassung des Körpers.
Wenn sie Probleme verursacht, geht es nicht darum, den Körper zu „begradigen“, sondern den Umgang mit der Belastung zu verbessern.
Der Körper muss lernen, Kräfte sinnvoll zu verteilen und Bewegung wieder effizient zu organisieren.
Nicht alles, was schief aussieht, ist ein Problem.
Und nicht alles, was gerade aussieht, funktioniert auch gut.