07/12/2025
Wir wünschen Euch einen wunderschönen 2. Advent 🕯🕯
Zurecht wartet Ihr noch auf den Bericht zu: „Wie kam der Wurm in das Auge?“
Zuvor nenne ich Euch seinen Namen, der Übeltäter wurde enttarnt. Zum einen hatten wir schon Hinweise auf seine Identität durch unsere Blutuntersuchung. Zweifelsfrei benannt konnte der Augenwurm aber erst durch den Parasitologen. Sein wissenschaftlicher Name ist: Angiostrongylus vasorum 🪱.
Dieser bis zu 25 mm lange Fadenwurm wurde erstmals im 19.Jahrhundert in Südfrankreich beschrieben, deshalb wird er auch als „französischer Herzwurm“ betitelt. Zunehmend findet man ihn aber auch in der Schweiz, in Italien und Deutschland, eigentlich weltweit. Angiostrongylus vasorum kommt in Europa dauerhaft gehäuft bei Rotfüchsen vor, aber auch Hunde, Wölfe und Dachse werden befallen. Der „französische Herzwurm“ ist ein Parasit der den Lungengefäßstamm, die Lungenarterien und die rechte Herzkammer befällt.
Wie infizieren sich die Hunde nun (jetzt wird es etwas wissenschaftlich): Infizierte Füchse scheiden Larven mit dem Kot aus. Diese werden von Schnecken (Zwischenwirten) aufgenommen und entwickeln sich in den Schnecken nach 2 Häutungen zu infektiösen Larven. Die Hunde stecken sich durch den Verzehr dieser infizierten Schnecken an. Dies kann auch passieren, wenn die Hunde zusammen mit Gras oder Obst die Schnecken aufnehmen. Die Larven dringen in die Darmwand des Hundes ein und gelangen über das Lymph- und Blutsystem in die Lungenarterien. Dort leben die Erwachsenenstadien des Wurmes. 6-8 Wochen nach Infektion beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Die Eier gelangen in die Blutkapillaren der Lunge, wo erste Larvenstadien die Eier verlassen und in die Lungenbläschen einwandern. Von dort werden die Larven hochgehustet, wieder abgeschluckt und schließlich mit dem Kot ausgeschieden. Schnecken nehmen diese erste Larvenstadien auf. Der Kreislauf wird geschlossen, wenn sich aus den Larvenstadien in den Schnecken wieder die infektiösen Larvenstadien entwickeln.
Ganz selten gibt es eine Fehlwanderung der Larven („Geisterfahrer“) über die Blut -und Lymphgefäße. Dann findet man den Wurm im Gehirn, in der Harnblase, der Niere und eben auch in der vorderen Augenkammer.
To be continued 🥰😊🐶