21/03/2026
Wenn du in Deutschland aus einer privilegierten Familie kommst, dann hast du gute Karten. Eine neue Studie zeigt, wie unwahrscheinlich es ist, als Kind aus einer sozial benachteiligten Familie, eine Empfehlung fürs Gymnasium zu bekommen.
👉 In der Studie „Von der Kita bis zur Uni“ analysieren die Forschenden des Leibniz‑Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi), wie die soziale Herkunft von Menschen ihren Bildungsweg bestimmt.
👉 Auf Basis verschiedener Faktoren machen die Autor:innen Prognosen, wie wahrscheinlich es für Kinder aus unterschiedlichen sozialen Schichten ist, bestimmte Bildungsetappen zu absolvieren – wie z.B. eine Gymnasialempfehlung zu erhalten. Die Kompetenzunterschiede der Kinder sind in der Grafik nicht berücksichtigt.
👉 Aber, die Studie zeigt auch: Selbst, wenn Kinder die gleichen schulischen Kompetenzen haben, bleiben Kinder aus sozial schwächeren Familien häufig auf ihrem Bildungsweg benachteiligt.
👉 Konkret sieht das so aus: Kinder aus armen oder bildungsferneren Familien haben – bei gleichen Kompetenzen – eine 50% höhere Chance „nur“ einen Hauptschulabschluss zu erhalten als Kinder aus einer mittleren oder hohen sozialen Schicht.
👉 Das widerspreche dem „meritokratischen Leistungsprinzip, nach dem Bildungszertifikate auf tatsächlich erworbenen schulischen Kompetenzen basieren sollen“, so Prof. Dr. Marcel Helbig, Bildungssoziologe und Mitautor der Studie.
👉 Der Bildungsgrad ist in Deutschland ein Hauptfaktor für Armut. Menschen mit geringer Bildung hatten 2020 rund 7.000 Euro weniger Nettoäquivalenzeinkommen als der Median der Bevölkerung. Personen aus dem oberen Bildungssegment lagen mit ihrem Einkommen hingegen über 7.000 Euro über dem Median. Das geht aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor.