15/03/2026
Wenn man mit einem Pferd arbeitet, egal ob an der Longe, an der Hand oder unterm Sattel ist der erste Wunsch der allermeisten Menschen: das Pferd soll „am Zügel“ gehen.
Das heißt, es soll seine Nase an die Senkrechte bringen und den Kopf senken.
Warum ist das so ein existenziell wichtiger Punkt?
Ein so wichtiger Punkt, dass die Pferde mit allen möglichen und unmöglichen Hilfsmitteln in diese Haltung gebracht werden!
Ich vermute, das ist so, weil ein wirklich gut ausgebildetes Pferd so läuft.
Das tut es aber, weil es den Brustkorb hebt und sich die gesamte Wirbelsäule in einer korrekten Rotation befindet. Das tut es, weil seine Schultern locker und seine Hinterhand kräftig ist.
Das „am Zügel gehen“ entsteht also von selbst, wenn ein Pferd gut ausgebildet ist.
Man sieht das Z. B. auf dem Bild mit meinem Pony Rakni, der ohne jedes Hilfsmittel an lockerer Leine „am Zügel“ geht.
Das Problem ist: das dauert! (Wir üben das schon seit Jahren!)
Das erreicht man nicht in kurzer Zeit!
Und Zeit hat heute keiner mehr!
Was sagen die Stallkollegen, wenn der Zosse ein Jahr lang (oder länger…) mit geradem Hals herumläuft?! Und evtl sogar in den Kurven geradeaus schaut! 😱
Also schnell einen Hilfszügel drauf, dann sieht es direkt besser aus!
Dass das Pferd den Hals aber dringend zum ausbalancieren braucht, wird nicht beachtet.
Und erst, wenn es ausbalanciert ist, wird es VON SELBST diese Haltung einnehmen!
Und deshalb sieht man so viele Pferde mit Trageschwäche, Vorhandlahmheiten und Rückenproblemen. Und später dann Probleme mit dem ISG, Spat, Knieprobleme usw. usw. 😢
Die erzwungene Beizäumung ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe für viele gesundheitliche Probleme beim Pferd!
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Anja Krajewski
www.tierheilpraxis-morsbachtal.de
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