18/11/2025
Reproduktionsmedizinische Methode – Gebärmuttertransplantation
Eine Gebärmuttertransplantation ist ein chirurgischer Eingriff, der es Frauen mit fehlender oder nicht funktionsfähiger Gebärmutter ermöglicht, ein Kind auszutragen und zu gebären.
Ablauf der Gebärmuttertransplantation
👉 Die Gebärmutterspenderin kann eine lebende Verwandte der Frau sein (meist Mutter, Schwester oder Tante) oder eine fremde Person. Die operative Entnahme der Gebärmutter ist ein komplexer Eingriff, da die Erhaltung aller Blutgefäße, die die Gebärmutter versorgen, oberste Priorität hat. Die Operation dauert 10–12 Stunden. In dieser Zeit wird die Empfängerin auf die Transplantation vorbereitet. Auch der Transplantationsprozess selbst kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach der Gebärmuttertransplantation beginnt die Frau mit der Einnahme von Immunsuppressiva, um eine Organabstoßung zu verhindern.
👉 Sobald die Gebärmutter angewachsen ist und die Blutversorgung vollständig wiederhergestellt ist, erfolgt der Embryotransfer. Die Schwangerschaft verläuft unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht. Die Entbindung erfolgt per Kaiserschnitt, um die transplantierte Gebärmutter nicht zu belasten und Blutungen zu vermeiden. Nach der Geburt wird die transplantierte Gebärmutter in der Regel entfernt, um die Einnahme von Immunsuppressiva zu beenden.
Erfolge von Gebärmuttertransplantationen
👉 Die erste erfolgreiche Gebärmuttertransplantation fand 2013 in Schweden statt, und das erste Baby nach einem solchen Eingriff wurde 2014 geboren. Seitdem wurden weltweit über 100 Gebärmuttertransplantationen durchgeführt und mehr als 70 Babys geboren.
Nachteile und Risiken von Gebärmuttertransplantationen
👉 Die Entfernung der Gebärmutter ist ein schwerwiegender chirurgischer Eingriff und birgt gewisse Risiken für die Spenderin. Diese Risiken können natürlich auch die Empfängerin betreffen. Beispielsweise kann die Einnahme von Immunsuppressiva Nebenwirkungen haben. Eine Schwangerschaft nach einer Gebärmuttertransplantation gilt immer als Risikoschwangerschaft und erfordert eine sorgfältige Überwachung.
‼️Leihmutterschaft und Gebärmuttertransplantation sind zwei grundverschiedene Ansätze zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. Die Kosten können vergleichbar sein, die Risiken für Spenderin, Empfängerin und Kind unterscheiden sich jedoch erheblich. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, doch gilt die Leihmutterschaft aktuell als die ausgereiftere und effektivere Option.